
Wenn der Staat über Leben und Tod entscheidet: Kanadas erschreckendes Sterbehilfe-Programm als Warnung für Europa
Was geschieht, wenn ein Staat die vollständige Kontrolle über das Gesundheitswesen übernimmt und gleichzeitig die Möglichkeit bietet, seinen Bürgern beim Sterben zu „helfen"? Kanada liefert die verstörende Antwort – und sie sollte jeden Europäer in höchste Alarmbereitschaft versetzen.
Von der Sterbehilfe zum staatlichen Tötungsprogramm
Kanadas Programm „Medical Assistance in Dying" (MAID) begann einst als vermeintlich mitfühlende Maßnahme für todkranke Menschen. Ein Jahrzehnt später ist daraus ein System geworden, das für jeden zwanzigsten Todesfall im Land verantwortlich ist. Mehr als 100.000 Menschen wurden seit Beginn des Programms durch ärztlich assistierten Suizid getötet. Die ursprüngliche Voraussetzung – eine tödliche Erkrankung – hat die kanadische Regierung längst über Bord geworfen. Seit 2019 können auch Menschen MAID beantragen, deren Tod keineswegs „absehbar" ist. Ab 2027 sollen sogar psychisch Erkrankte und Veteranen mit posttraumatischen Belastungsstörungen für das Programm in Frage kommen.
Die Fälle, die aus Kanada berichtet werden, lesen sich wie Szenen aus einem dystopischen Roman. Eine 84-jährige Frau, die mit Rückenschmerzen eine Notaufnahme in Vancouver aufsuchte, bekam von einem behandelnden Arzt kurzerhand MAID angeboten. Sie lehnte ab. Doch wie viele andere taten es nicht? Die ehemalige Korporalin Christine Gauthier, querschnittsgelähmt und Teilnehmerin der Paralympics 2016 in Rio de Janeiro, kämpfte fünf Jahre lang darum, dass die Veteranenbehörde ihr eine Rollstuhlrampe finanziert. Die Rampe bekam sie nicht – stattdessen bot man ihr die nötigen Mittel an, um ihr Leben zu beenden.
Sozialismus produziert Mangel – und der Mangel produziert den Tod
Kritiker aus dem linken wie aus dem religiösen Spektrum beklagen zwar die moralischen Abgründe des Programms, doch die wenigsten erkennen die eigentliche Ursache. Die Ärztin Jane Orient hatte bereits mehr als zwanzig Jahre vor Einführung von MAID prophezeit, dass ein staatlich kontrolliertes Gesundheitssystem wie das kanadische den vorzeitigen Tod von Patienten als willkommene finanzielle Einsparung betrachten würde. Ihre Analyse war so treffend wie schmerzhaft: In Kanada stehen Krankenhausbetten leer, weil kein Geld für Pflegepersonal vorhanden ist. CT-Scanner bleiben nachts ungenutzt, weil niemand den Techniker bezahlen kann. Und dennoch darf kein Kanadier privat für bessere Versorgung zahlen – denn das könnte ja bedeuten, dass manche Menschen bessere Behandlung erhalten als andere.
Hier offenbart sich die perverse Logik sozialistischer Gesundheitssysteme in ihrer ganzen Brutalität: Gleichheit wird nicht durch Anhebung des Versorgungsniveaus erreicht, sondern durch gleichmäßig verteilten Mangel. Wenn der Staat das Monopol über die medizinische Versorgung hält, wird Rationierung unvermeidlich. Und wenn die Rationierung unerträglich wird, bietet derselbe Staat eine „mitfühlende" Alternative an – den Tod.
Die Freeway-Analogie: Wenn es nur noch eine Straße gibt
Orient verglich das kanadische System einst mit einem Autobahnnetz, das alle anderen Straßen zerstört hat. In Großbritannien und Deutschland dürfe private Medizin neben der staatlichen existieren. In Kanada nicht. Wer etwas brauche, das der Staat nicht bezahlen wolle – oder wer es jetzt brauche statt in drei Jahren –, der müsse in die USA fahren. Die Auffahrten zur staatlichen Gesundheitsautobahn würden geschlossen, sobald das globale Budget erschöpft sei. Dafür öffne man aus „Mitgefühl" eine andere Ausfahrt: jene, die zum Friedhof führe.
Eine Warnung für Deutschland und Europa
Wer glaubt, dies sei ein rein kanadisches Problem, der irrt gewaltig. Die Niederlande praktizieren assistierten Suizid seit über zwei Jahrzehnten. In elf US-Bundesstaaten ist die Praxis ebenfalls legal. Und auch in Deutschland wird die Debatte um Sterbehilfe mit zunehmender Intensität geführt – ausgerechnet in einer Zeit, in der unser Gesundheitssystem unter chronischer Unterfinanzierung, Ärztemangel und bürokratischer Überregulierung ächzt.
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz plant ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur, doch von einer grundlegenden Reform des Gesundheitswesens ist wenig zu hören. Stattdessen werden die Bürger mit immer höheren Sozialabgaben belastet, während die Versorgungsqualität sinkt. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, wohin dieser Weg führen könnte, wenn man den kanadischen Präzedenzfall betrachtet.
Die christlich-konservative Zeitschrift Christianity Today hat kürzlich in einem ausführlichen Beitrag auf die moralischen Verwerfungen des kanadischen Programms hingewiesen. Evangelikale und katholische Gruppen warnen seit Jahrzehnten vor der Normalisierung des assistierten Suizids. Doch ihre Stimmen verhallen zunehmend in einer Gesellschaft, die traditionelle Werte wie die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens als antiquiert abtut.
Der Tod als Geschäftsmodell des Sozialismus
Selbst die linke Zeitschrift Jacobin musste einräumen, dass MAID in Kanada zum zynischen Endspiel staatlicher Fürsorge geworden sei. Armut, nicht Schmerz, treibe behinderte Kanadier in den assistierten Suizid. Doch die Lösung, die Jacobin vorschlägt – noch mehr Staatsausgaben –, ist nichts anderes als die Verschreibung desselben Gifts, das die Krankheit erst verursacht hat. Denn es ist ja gerade die staatliche Kontrolle, die den Mangel erzeugt, der Menschen in die Verzweiflung treibt.
Die bittere Ironie liegt darin, dass Befürworter staatlicher Gesundheitsversorgung die Rationierung durch den Preis als unmoralisch verdammen, die Rationierung durch bürokratischen Beschluss jedoch als moralischen Imperativ betrachten. Wenn ein Patient stirbt, weil er sich eine Behandlung nicht leisten kann, sei das eine Schande. Wenn derselbe Patient stirbt, weil eine Behörde ihm die Behandlung verweigert – und ihm stattdessen den Tod anbietet –, dann sei das offenbar akzeptabel.
Der Tod ist dem Sozialismus eingeschrieben, wie es ein Kommentator treffend formulierte. Wir sollten uns nicht wundern, wenn Verfechter und Praktiker sozialisierter Medizin den Sensenmann als einen der Ihren willkommen heißen. Für Deutschland und Europa muss Kanadas Erfahrung als eindringliche Mahnung dienen: Wer dem Staat die totale Kontrolle über die Gesundheitsversorgung übergibt, der übergibt ihm letztlich auch die Macht über Leben und Tod seiner Bürger. Und diese Macht wird er nutzen – nicht im Interesse der Menschen, sondern im Interesse seiner Haushaltsplanung.
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