
Wenn die Kanzel zur Wahlkampfbühne wird: Pfälzische Landeskirche macht gegen die AfD mobil

Elf Tage vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März 2026 hat die Evangelische Kirche der Pfalz eine Broschüre veröffentlicht, die es in sich hat. Unter dem Deckmantel einer „Arbeitshilfe zum Umgang mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus" richtet sich das Pamphlet gezielt gegen die AfD – und instrumentalisiert dabei Bibelverse für den parteipolitischen Kampf. Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst persönlich verfasste das Vorwort. Man fragt sich unweigerlich: Ist das noch Seelsorge oder schon Wahlkampf?
Bibelverse als politische Munition
Die Broschüre stellt zu verschiedenen Themenfeldern wie Migration, Klimapolitik und dem schillernden Modewort „Queerness" angebliche Positionen der AfD vermeintlichen „Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens" gegenüber. Dabei werden Standpunkte der Partei – wie die Kirche selbst einräumt – teils verzerrt dargestellt. Ein bemerkenswertes Eingeständnis, das offenbar niemanden in der Kirchenleitung davon abgehalten hat, das Schriftstück dennoch zu veröffentlichen.
Besonders pikant: Als geistliche Argumentationsgrundlage wird unter anderem der Galaterbrief (3,28) herangezogen, in dem es heißt, dass in Christus weder männlich noch weiblich, weder Sklave noch Freier sei. Was Paulus einst als Botschaft der geistlichen Gleichheit vor Gott formulierte, wird hier kurzerhand zum Totschlagargument gegen traditionelle Geschlechterrollen umfunktioniert. Eine exegetische Verkürzung, die jeden seriösen Theologen erschaudern lassen dürfte.
Traditionelle Familienwerte als Feindbild
Unter der Rubrik „Familie, Geschlechterrollen und Queerness" offenbart die Broschüre, worum es der Kirchenleitung wirklich geht. Die evangelischen Kirchen setzten sich für „Vielfalt im Verständnis von Geschlecht, Partnerschaft und Familie" ein, heißt es dort. Der AfD wird vorgeworfen, ein traditionelles Familienbild zu vertreten, in dem der Mann als Versorger fungiere und die Frau sich um die Kinder kümmere. Man reibt sich verwundert die Augen: Seit wann ist das klassische Familienmodell, das über Jahrhunderte das Rückgrat unserer Gesellschaft bildete, ein Angriff auf christliche Werte?
Die Kirche beruft sich dabei auf einen EKD-Beschluss aus dem Jahr 2013, wonach alle Formen von Familien, die auf Freiwilligkeit basieren, kirchliche Unterstützung verdienen sollen. Dass ausgerechnet jene Institution, die einst die Ehe zwischen Mann und Frau als heiliges Sakrament verteidigte, nun das traditionelle Familienbild als quasi rechtsextrem brandmarkt, entbehrt nicht einer gewissen tragischen Ironie.
Migration: Kritik unerwünscht
Beim Thema Flucht und Migration wird der AfD vorgeworfen, sie wolle das „Asylparadies Deutschland schließen". Die Broschüre behauptet, aus Perspektive der Flüchtlingshelfer in den Gemeinden sei Deutschland keineswegs ein Asylparadies. Besonders bemerkenswert ist die Passage, in der die Kirche „rassistische Vorurteile" anprangert – namentlich die Behauptung, Flüchtlinge neigten zu Gewalt. Statistisch gesehen würden Gewalttaten eher von jungen Männern mit niedrigem Einkommen ausgehen, unabhängig vom Migrationshintergrund.
Diese Darstellung ist bestenfalls irreführend. Die Polizeiliche Kriminalstatistik der vergangenen Jahre zeichnet ein deutlich differenzierteres Bild, das die Kirchenoberen offenbar lieber ignorieren. Die zunehmende Kriminalität in Deutschland, insbesondere die erschreckende Häufung von Messerangriffen, ist eine Realität, die sich nicht mit frommen Wünschen wegbeten lässt. Dass eine Kirche, die sich dem Gebot der Wahrheit verpflichtet fühlen sollte, hier bewusst Fakten ausblendet, ist mehr als bedenklich.
Berufsverbote im Namen des Herrn
Der wohl brisanteste Punkt der Broschüre betrifft die Ausgrenzung von AfD-Unterstützern aus dem kirchlichen Dienst. Explizit wird festgehalten, dass Menschen, die die AfD oder „andere rechtsextreme und rechtspopulistische Vereinigungen" unterstützen, weder haupt- noch ehrenamtlich in der Kirche tätig sein dürfen. Als Unterstützung gilt bereits, wer „Parteiarbeit" betreibt, „politische Ämter" innehat oder „propagandistische Äußerungen" tätigt. Gnädigerweise dürfen AfD-Wähler aber weiterhin Gottesdienste besuchen und die Seelsorge in Anspruch nehmen.
Man muss sich diese Logik auf der Zunge zergehen lassen: Eine Kirche, die sich auf die bedingungslose Liebe Gottes beruft, schließt Millionen von Bürgern, die eine in Deutschland zugelassene und demokratisch gewählte Partei unterstützen, von der aktiven Mitarbeit aus. Gleichzeitig dürfen diese Menschen aber selbstverständlich weiterhin Kirchensteuer zahlen. Jesus, der mit Zöllnern und Sündern speiste, hätte für diese Art der Pharisäerhaftigkeit vermutlich deutliche Worte gefunden.
Klimapolitik als Glaubensbekenntnis
Auch beim Klimawandel positioniert sich die Landeskirche unmissverständlich. „Als Kirchen sind wir davon überzeugt: Die Schöpfung wird durch Menschenhand massiv bedroht und kann nur durch mutiges Umsteuern erhalten werden", heißt es in der Broschüre. Die AfD wird für ihre Skepsis gegenüber dem menschengemachten Klimawandel kritisiert. Die Evangelische Kirche der Pfalz hat sich selbst vorgeschrieben, bis 2040 CO2-neutral zu werden.
Damit reiht sich die Kirche nahtlos in jene Riege von Institutionen ein, die den Klimaschutz quasi zur Ersatzreligion erhoben haben. Dass eine wissenschaftliche Debatte über Ausmaß und Ursachen des Klimawandels durchaus legitim ist, scheint in den Amtsstuben der Kirchenleitung niemanden zu interessieren. Wer zweifelt, ist eben rechtsextrem – so einfach kann Theologie sein.
Eine Kirche auf Abwegen
Die Veröffentlichung dieser Broschüre reiht sich ein in eine besorgniserregende Entwicklung, die seit Jahren zu beobachten ist: Die evangelische Kirche in Deutschland entfernt sich immer weiter von ihrem eigentlichen Auftrag – der Verkündigung des Evangeliums – und mutiert stattdessen zu einer politischen Vorfeldorganisation des linken Spektrums. Bereits auf der 13. Landessynode im November 2025 hatte die Kirche eine Erklärung zu „Kirche und Extremismus" verabschiedet. Oberkirchenrat Markus Jäckle sprach damals vom „fortschreitenden Erstarken extremistischer Strömungen und Parteien".
Was dabei konsequent ausgeblendet wird: Das Erstarken der AfD ist nicht Ursache, sondern Symptom einer tiefen Vertrauenskrise. Millionen Bürger fühlen sich von den etablierten Parteien nicht mehr vertreten – und offensichtlich auch nicht mehr von ihrer Kirche. Statt sich zu fragen, warum so viele Menschen ihr Heil in der Opposition suchen, reagiert die Kirchenleitung mit Ausgrenzung und moralischer Überheblichkeit. Ein Rezept, das die Kirchenbänke gewiss nicht voller machen wird.
Die Mitgliederzahlen der evangelischen Kirche befinden sich seit Jahren im freien Fall. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen in Speyer einmal fragen, ob parteipolitische Kampfschriften wirklich das sind, was die verbliebenen Gläubigen von ihrer Kirche erwarten. Oder ob nicht vielmehr eine Rückbesinnung auf den eigentlichen Kern des christlichen Glaubens – Nächstenliebe, Demut und die Bereitschaft zum Dialog – der richtige Weg wäre. Doch dafür bräuchte es Mut. Und den sucht man in dieser Broschüre vergeblich.

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