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Kettner Edelmetalle
01.04.2026
13:43 Uhr

Wenn die Not regiert: US-Verbündete kaufen wieder russisches Öl

Es ist eine jener Ironien der Weltpolitik, die man sich kaum besser ausdenken könnte: Ausgerechnet die engsten Sicherheitspartner Washingtons stehen Schlange, um russisches Öl zu erwerben. Die Eskalation rund um den Iran hat die Energieversorgung aus dem Nahen Osten derart erschüttert, dass selbst Staaten, die sich jahrelang brav an westliche Sanktionsregime hielten, nun in Moskau anklopfen. So viel zum Thema „Isolation Russlands".

Asien in der Energiefalle

Die Lage ist dramatisch. Importabhängige Volkswirtschaften in Asien – die Philippinen, Vietnam, Sri Lanka, Thailand, Indonesien – decken einen Großteil ihres Energiebedarfs traditionell über Lieferungen aus dem Nahen Osten. Doch seit die Iran-Krise diese Lieferströme massiv gestört hat, herrscht akuter Versorgungsdruck. Preise steigen, Verfügbarkeit sinkt, und plötzlich wird das zuvor geächtete russische Rohöl zur letzten Rettung.

„Diese Länder sind momentan in einer verzweifelten Lage", wird die Analystin June Goh vom Rohstoffhaus Sparta Commodities von der Financial Times zitiert. Sie hätten schlicht keine andere Wahl als Russland. Wenn jemand Öl anbiete und die Lage angespannt sei – wie solle man da Nein sagen? Eine rhetorische Frage, die das ganze Dilemma westlicher Sanktionspolitik auf den Punkt bringt.

Philippinen rufen den Energienotstand aus

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung auf den Philippinen, einem der engsten Sicherheitspartner der Vereinigten Staaten im indopazifischen Raum. Erstmals seit Jahren sind dort wieder Tanker mit russischem Öl eingetroffen. Der Raffineriebetreiber Petron, der immerhin 30 Prozent des gesamten Kraftstoffs des Landes liefert, bestätigte den Kauf von 2,5 Millionen Barrel. Man sprach von einer „außergewöhnlichen Maßnahme" – die Käufe seien ausschließlich aus äußerster Notwendigkeit erfolgt, nachdem alle wirtschaftlich tragfähigen Alternativen ausgeschöpft worden seien. Das Land hat mittlerweile den Energienotstand ausgerufen.

Präsident Ferdinand Marcos jr. selbst ließ verlauten, man habe sich nicht nur an traditionelle Lieferanten gewandt, sondern versuche auch, andere Quellen zu erschließen. Nichts sei ausgeschlossen. Man prüfe alle Möglichkeiten. Deutlicher kann ein Staatsoberhaupt kaum signalisieren, dass geopolitische Loyalitäten ihre Grenzen haben – nämlich genau dort, wo die Lichter auszugehen drohen.

Südkorea, Thailand und Vietnam ziehen nach

Auch Südkorea, ein weiterer enger Verbündeter Washingtons, hat bereits 27.000 Tonnen russisches Naphtha erworben – ein aus Rohöl gewonnenes Produkt, das für die Kunststoffherstellung unverzichtbar ist. Zwar kaufe man noch kein russisches Rohöl direkt, doch die Richtung ist unmissverständlich. In Thailand und Indonesien hätten sich Regierungsbeamte offen für den Kauf russischen Öls gezeigt, während das vietnamesische Unternehmen Binh Son Refining and Petrochemical bereits Gespräche mit russischen Partnern führe. Sri Lankas staatlicher Ölkonzern Ceylon Petroleum Corp. verhandele ebenfalls mit russischen Lieferanten.

China und Indien als Hauptprofiteure

Die beiden größten Abnehmer russischen Öls – China und Indien – haben ihre Einkäufe derweil massiv ausgeweitet. Bereits vor der aktuellen Krise nahmen sie rund 85 Prozent der russischen Rohölexporte ab. Indische Raffinerien steigerten ihre täglichen Käufe von einer Million Barrel im Februar auf atemberaubende 1,9 Millionen Barrel pro Tag bis Ende März. Ein Teil des ursprünglich für China bestimmten russischen Rohöls sei sogar nach Indien umgeleitet worden, da Neu-Delhi einen Aufschlag von fast fünf Prozent auf die geltenden Preise gezahlt habe.

Für Moskau ergibt sich daraus eine geradezu paradoxe Situation: Höhere Nachfrage, weniger Konkurrenz aus dem Nahen Osten, steigende Preise – und damit satte Gewinne. Die westlichen Sanktionen, die Russlands Kriegskasse austrocknen sollten, wirken in diesem Szenario wie ein stumpfes Schwert.

Das Scheitern der Sanktionsillusion

Was wir hier beobachten, ist nichts weniger als das Eingeständnis, dass ideologisch motivierte Sanktionspolitik an der harten Realität der Energiemärkte zerschellt. Entscheidungen werden eben nicht von politischen Bündnissen bestimmt, sondern von Verfügbarkeit und Preis. Und genau das bringt Länder in eine Lage, in der selbst frühere Tabus wieder fallen – schneller, als man „regelbasierte Ordnung" sagen kann.

Für den aufmerksamen Beobachter ist diese Entwicklung wenig überraschend. Wer glaubte, man könne einen der größten Energieexporteure der Welt dauerhaft vom Weltmarkt abschneiden, ohne dass die Gesetze von Angebot und Nachfrage zurückschlagen, der hat die Grundrechenarten der Geopolitik nicht verstanden. Die aktuelle Krise zeigt einmal mehr: Energie ist und bleibt die härteste Währung der internationalen Politik. Und wer über Energie verfügt, sitzt am längeren Hebel – ganz gleich, wie viele Sanktionspakete man schnürt.

Für Anleger dürfte diese Entwicklung ein weiteres Signal sein, dass geopolitische Verwerfungen und Energiekrisen die Unsicherheit an den Märkten weiter befeuern werden. In solchen Zeiten bewähren sich erfahrungsgemäß physische Edelmetalle wie Gold und Silber als stabilisierende Komponente im Portfolio – als Absicherung gegen genau jene Unwägbarkeiten, die uns die Weltpolitik derzeit in immer kürzeren Abständen beschert.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.

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