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Kettner Edelmetalle
15.06.2026
13:18 Uhr

Wenn ein „Okay“ zum Verbrechen wird: Der absurde Rassismus-Wahn erreicht die Fußball-WM

Wenn ein „Okay“ zum Verbrechen wird: Der absurde Rassismus-Wahn erreicht die Fußball-WM

Es gibt Momente, in denen man sich fragt, ob die Welt noch ganz bei Trost ist. Beim Weltmeisterschaftsspiel zwischen Deutschland und Curaçao am vergangenen Sonntag lieferte das selbsternannte Antidiskriminierungs-Establishment ein Lehrstück für genau diese Frage. Der australische FIFA-Schiedsrichter Shaun Evans, eingesetzt in der VAR-Zentrale, formte mit seiner Hand eine Geste, die rund um den Globus von Milliarden Menschen tagtäglich verwendet wird: das harmlose „Okay“-Zeichen. Daumen und Zeigefinger bilden einen Kreis, drei Finger strecken sich nach oben. Was für jeden vernünftigen Menschen schlicht „alles in Ordnung“ bedeutet, wurde nun zum Anlass einer regelrechten Hexenjagd.

Eine Geste, tausend Interpretationen – und ein Netzwerk, das überall Gespenster sieht

Das Anti-Rassismus-Netzwerk Fare forderte laut der Nachrichtenagentur AP prompt, Evans nicht weiter bei der Weltmeisterschaft einzusetzen. Der Vorwurf? Die Geste sei angeblich ein internationales „White-Power“-Erkennungssymbol der rechtsextremen Szene. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Mann zeigt unterhalb der Hüfte ein Handzeichen, das jeder Taucher der Welt als Standardsignal für „alles bestens“ benutzt – und schon stehen die Tugendwächter Gewehr bei Fuß.

Dabei ist die Bewertung von Fare alles andere als gesichert. Selbst die US-amerikanische Anti-Defamation League, die das Symbol 2019 in ihre Datenbank von Hasssymbolen aufnahm, mahnt ausdrücklich zur „besonderen Vorsicht“ und warnt davor, die Geste ohne jeden Kontext als rechtsextreme Botschaft zu deuten. Mit anderen Worten: Selbst die professionellen Symboldeuter wissen, dass hier viel Lärm um nichts gemacht wird.

Das „Circle Game“ – wenn ein Kinderspiel zum politischen Sprengstoff erklärt wird

Besonders pikant: Ausgerechnet in Australien, der Heimat des Schiedsrichters, ist diese Geste als sogenanntes „Circle Game“ bekannt – ein harmloser Zeitvertreib, bei dem man andere dazu bringen will, in den Fingerkreis zu schauen. Wer hineinblickt, hat verloren. In Deutschland endet der Spaß traditionell mit drei freundschaftlichen Faustschlägen auf den Oberarm. Ein Kinderspiel also, das nun von ideologisch verblendeten Eiferern zum Brandzeichen des Bösen umgedeutet werden soll.

Wenn diese Spinner lange genug suchen, werden sie mit Sicherheit überall einen rassistischen Hintergrund finden – so lautet der berechtigte Spott zahlloser Beobachter.

Wer ist eigentlich Fare – und warum hat dieses Netzwerk so viel Macht?

Fare ist kein internes Gremium der FIFA, sondern ein externer Berater, der seit Jahren in Diskriminierungsfragen mit dem Weltverband und auch mit der UEFA zusammenarbeitet. Genau hier liegt das eigentliche Problem unserer Zeit: Eine außerstaatliche Organisation, von kaum jemandem demokratisch legitimiert, maßt sich an, über Karrieren zu richten und Menschen auf Basis fragwürdigster Interpretationen an den Pranger zu stellen. Die FIFA selbst hat sich bislang in Schweigen gehüllt – wohl in der Hoffnung, der Sturm möge von selbst abebben.

Der Zeitgeist frisst seine eigenen Kinder

Was sich hier abspielt, ist symptomatisch für eine Gesellschaft, die das Maß verloren hat. Wer alltägliche Gesten zu Hasssymbolen erklärt, entwertet damit nicht nur den Begriff des Rassismus selbst, sondern errichtet ein Klima der ständigen Verdächtigung. Jeder Taucher, jeder Handwerker, der die Größe einer Schraube andeutet, jeder Mensch, der einfach nur „passt schon“ signalisieren möchte – sie alle geraten in den Verdacht, Teil einer dunklen Verschwörung zu sein. Das ist nicht nur grotesk, es ist gefährlich.

Die Ironie der Geschichte: Während echte Probleme – Gewalt in den Stadien, Korruption im Weltverband, die zunehmende Politisierung des Sports – kaum noch jemanden interessieren, verbeißt sich die Funktionärselite in Fingerübungen. Der Sport, einst ein verbindendes Element, das Menschen über Grenzen hinweg zusammenbrachte, wird zum Schlachtfeld einer Ideologie, die in jedem Schatten einen Feind erkennt. Und diese Empörung ist beileibe keine Einzelmeinung – ein Großteil der Bürger schüttelt längst nur noch fassungslos den Kopf über diesen woken Furor, der inzwischen selbst harmloseste Alltagshandlungen kriminalisiert.

Bleibt zu hoffen, dass die FIFA in diesem Fall Rückgrat beweist und sich dem Druck dieser selbsternannten Sittenwächter nicht beugt. Denn wer sich erst einmal der Logik des permanenten Verdachts unterwirft, der hat den gesunden Menschenverstand bereits verloren – und mit ihm die Freiheit, ein simples „Okay“ noch ein „Okay“ sein zu lassen.

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