Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
26.03.2026
13:09 Uhr

Wenn Nachrichtenagenturen noch Rückgrat zeigen: dpa verweigert sich dem Vorverurteilungs-Journalismus

In einer Medienlandschaft, die sich allzu oft im Wettrennen um die schnellste Schlagzeile überschlägt, setzt die Deutsche Presse-Agentur ein bemerkenswertes Zeichen. Im Fall der von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen erhobenen Vorwürfe hält sich die größte deutschsprachige Nachrichtenagentur bewusst zurück – und begründet dies mit etwas, das in der heutigen Medienwelt fast schon exotisch anmutet: presserechtlichen Grundsätzen.

Der fehlende „Mindestbestand an Beweistatsachen"

Während zahlreiche Redaktionen die im Spiegel veröffentlichten Fake-Sex-Chat-Vorwürfe gegen den Schauspieler und Moderator bereitwillig weiterverbreiteten, zog dpa-Nachrichtenchef Froben Homburger die Notbremse. Seine Begründung ist so simpel wie entlarvend für den Rest der Branche: Es fehle schlicht an einem „Mindestbestand an Beweistatsachen", der für eine zulässige Verdachtsberichterstattung rechtlich zwingend erforderlich sei.

Konkret bedeutet das: Objektive Beweise, Erkenntnisse aus Ermittlungen, eine Anklageerhebung oder Geständnisse – nichts davon konnte die dpa durch eigene Recherchen verifizieren. Selbst Rücksprachen mit den spanischen Justizbehörden hätten keine ausreichende Grundlage ergeben, um die Vorwürfe im Detail weiterzuverbreiten. Man hätte die konkreten Anschuldigungen lediglich auf Basis des Spiegel-Berichts wiedergeben können, ohne eigene Kenntnis der Faktenlage. Ein Vorgehen, das Homburger als „erhebliches rechtliches Risiko" für die dpa-Kunden einstufte.

Kampagnenjournalismus statt Sorgfaltspflicht

Was hier geschieht, ist symptomatisch für einen besorgniserregenden Trend im deutschen Journalismus. Die Unschuldsvermutung – einst ehernes Prinzip des Rechtsstaats – wird zunehmend auf dem Altar der Klickzahlen geopfert. Medien, die sich sonst als Hüter der Demokratie inszenieren, werfen mit schwerwiegenden Anschuldigungen um sich, ohne auch nur die elementarsten journalistischen Standards einzuhalten.

Der Medienrechtler Jörn Claßen fand dafür auf dem juristischen Fachportal Beck-aktuell deutliche Worte. Die Zurückhaltung der dpa sei „in presserechtlicher Sicht vorbildlich". Andere Medien hätten dagegen „vorschnell berichtet und dabei nicht einmal eine eigene Presseanfrage an Ulmen oder dessen Anwälte geschickt, was offensichtlich rechtswidrig ist." Ein vernichtendes Urteil, das man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte.

Die gesellschaftspolitische Dimension

Dass die dpa inzwischen dennoch über den Fall berichtet – allerdings ohne die konkreten Vorwürfe zu benennen –, begründet Homburger mit der politischen Debatte, die sich daraus entwickelt habe. Die Diskussion habe „eine eigenständige gesellschaftspolitische Realität erreicht", die man als größte deutschsprachige Nachrichtenagentur abbilden müsse. Aber eben, so betont er, „in einer für dpa-Kunden rechtssicheren Weise."

Man kennt das Muster. Es erinnert fatal an andere mediale Kampagnen der jüngeren Vergangenheit, bei denen zunächst Vorwürfe in die Welt gesetzt wurden, die sich später als deutlich weniger substanziell erwiesen als ursprünglich dargestellt. Die gerichtlich erzwungenen Korrekturen verschwinden dann regelmäßig im Kleingedruckten, während der Reputationsschaden längst irreparabel ist.

Ein Lehrstück über den Zustand der Medien

Der Fall offenbart ein grundsätzliches Problem: In einer Zeit, in der Nachrichtenagenturen wie die dpa eine Schlüsselrolle spielen – ihre Meldungen werden von anderen Redaktionen in der Regel ungeprüft übernommen –, wiegt die Verantwortung besonders schwer. Dass ausgerechnet die dpa hier als Korrektiv fungiert, während vermeintliche Qualitätsmedien die Sorgfaltspflicht schleifen lassen, ist bezeichnend.

Es wäre wünschenswert, wenn sich mehr Medienhäuser an diesem Beispiel orientierten. Denn der Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten" gilt nicht nur vor Gericht, sondern sollte auch in Redaktionsstuben beherzigt werden. Wer Existenzen durch unbewiesene Vorwürfe zerstört, betreibt keinen Journalismus – er betreibt Rufmord mit Druckerschwärze. Und wer sich fragt, warum das Vertrauen der Bürger in die Medien seit Jahren erodiert, findet in solchen Fällen eine erschreckend klare Antwort.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen