
„Wir tun Bösen Böses“: Hegseths Kampfansage erschüttert Lateinamerika

Ein Satz, der wie eine Drohung klingt: US-Kriegsminister Pete Hegseth hat am Mittwoch in Panama-Stadt das neue Motto der von Washington geführten Anti-Kartell-Allianz verkündet. Es lautet, wie berichtet wird: „We do bad things to bad people“ – wir tun bösen Menschen böse Dinge. Vor Vertretern der „Americas Counter Cartel Coalition“ (A3C) erklärte er, genau diese Mentalität wolle er im Raum sehen.
Ein neuer Sheriff für die westliche Hemisphäre
Die Kartelle hätten über Jahre hinweg vielen guten Menschen Schlimmes angetan – und träfen nun auf einen „neuen Sheriff in der Stadt“, so Hegseth sinngemäß. Medienberichten zufolge verglich er Narco-Terroristen und Menschenhändler mit ISIS und al-Qaida der westlichen Hemisphäre.
Die im März gegründete Koalition, auch „Shield of the Americas“ genannt, umfasst nach Angaben des Pentagons inzwischen 19 Staaten. Jüngster Zugang: Kolumbien, das nach der Wahl des Trump-nahen Präsidenten Abelardo de la Espriella beitrat. Hegseth berief sich dabei ausdrücklich auf die über 200 Jahre alte Monroe-Doktrin – jene Doktrin, mit der Washington 1823 europäischen Kolonialmächten die Einmischung in Amerika untersagte.
Über 200 Tote – und der Kokainpreis bleibt gleich
Die Bilanz der Militäroperation ist blutig. Das US-Südkommando SOUTHCOM hat dutzende Boote im Karibik- und Pazifikraum beschossen, über 200 Menschen kamen dabei ums Leben. Das Pentagon bezeichnet die Getöteten pauschal als Narco-Terroristen. Angehörige mehrerer Opfer bestreiten das und geben an, die Männer seien Fischer gewesen.
Besonders unbequem: Einem von der „Washington Post“ ausgewerteten Bericht der Drogenbehörde DEA zufolge haben die Angriffe weder Menge noch Preis des in die USA gelangenden Kokains verändert. Militärvertreter sollen im Kongress zudem eingeräumt haben, dass auch der Reinheitsgrad unverändert blieb.
Ein DEA-Vertreter beschrieb das Phänomen gegenüber der Zeitung bildhaft:
„Wenn man den Ballon auf einer Seite zusammendrückt, dehnt er sich immer auf der anderen Seite aus.“
Die Kartelle sollen laut dem Bericht kolumbianische Beamte bestochen haben, um Positionen von US-Kriegsschiffen zu erfahren, und weichen auf Kleinflugzeuge und Großfrachter aus.
Krieg ohne Mandat? Die Verfassungsfrage
Der Kongress hat dem Präsidenten keinen Krieg gegen ausländische Drogenkartelle genehmigt. Das Weiße Haus stützt sich auf die Einstufung der Kartelle als Terrororganisationen. Kritiker halten dagegen: Drogenschmuggel sei ein Verbrechen, kein Kriegsakt. Der republikanische Senator Rand Paul spricht von außergerichtlichen Tötungen.
Wie weit die Eskalation reicht, zeigte der 3. Januar 2026: Bei einer Militäroperation in Caracas nahmen US-Kräfte den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau fest und brachten sie nach New York, wo beide sich vor Gericht für nicht schuldig erklärten. Es gilt die Unschuldsvermutung. Trump droht offen damit, dass Kuba als Nächstes an der Reihe sein könnte.
Was das für Anleger in Europa bedeutet
Aus Sicht unserer Redaktion ist der Vorgang mehr als ein amerikanisches Innenthema. Wenn Militärgewalt zunehmend an Parlamente vorbei eingesetzt wird und ganze Regionen zur Sicherheitszone erklärt werden, wächst die geopolitische Unsicherheit – und mit ihr die Nervosität an den Märkten. Berlin und Brüssel schweigen dazu weitgehend.
In solchen Phasen zeigt sich, warum physische Edelmetalle über Jahrhunderte als Absicherung dienten: Sie sind kein Versprechen einer Regierung, sondern realer Besitz – eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben ausschließlich unsere eigene Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.
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