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19.02.2026
12:10 Uhr

ZDF-Skandal: Hayali wäscht ihre Hände in Unschuld – KI-Fakevideos im Heute Journal

ZDF-Skandal: Hayali wäscht ihre Hände in Unschuld – KI-Fakevideos im Heute Journal

Es ist ein Vorfall, der das ohnehin schon ramponierte Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk weiter erschüttert: Im ZDF-Heute Journal wurden manipulierte Videos ausgestrahlt, die angebliche Einsätze der US-Abschiebehörde ICE zeigen sollten. Darunter ein KI-generiertes Fake-Video sowie ein weiterer Clip, der völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Beide sollten offenbar ein unverhältnismäßiges Vorgehen amerikanischer Behörden gegen Familien und Kinder suggerieren. Moderatorin Dunja Hayali distanziert sich nun eilig von dem Beitrag – und schiebt die Verantwortung nach New York.

Die bequeme Flucht in die Unschuld

Auf Instagram teilte Hayali die Entschuldigung der stellvertretenden ZDF-Chefredakteurin Anne Gellinek, die den Vorfall als „handwerklichen Fehler" herunterspielte. Hayali selbst ergänzte lediglich, es seien „gleich 2 Fehler" in einem „Beitrag aus NY" gemacht worden. Die Betonung auf New York ist dabei kaum zu übersehen: Es sei das dortige ZDF-Team gewesen, namentlich Studioleiterin Nicola Albrecht, das für die Auswahl des manipulierten Materials verantwortlich zeichne. Ihre eigene Verantwortung als Moderatorin der Sendung? Kein Wort. Stattdessen verabschiedete sich Hayali mit „kränklichen Grüßen aus dem Bett".

Auch ein ZDF-Sprecher nahm Hayali in Schutz. Die Moderatorin habe nichts von der Verwendung KI-generierter Bilder gewusst. Die Autorin des Beitrags habe Videomaterial ausgewählt, „ohne es vorher gewissenhaft auf Herkunft und Authentizität überprüft zu haben". Man fragt sich unwillkürlich: Welche journalistischen Standards gelten eigentlich noch beim ZDF, wenn niemand – wirklich niemand – in der gesamten Produktionskette ein offensichtlich KI-generiertes Video erkennt?

Gezielte Manipulation statt Versehen?

Besonders brisant ist ein Detail, das den Vorfall in ein noch schärferes Licht rückt. Recherchen zeigen, dass die beiden manipulierten Sequenzen eigens für die Heute-Journal-Ausgabe eingefügt wurden. Denn in einer zwei Tage zuvor im ZDF-Mittagsmagazin ausgestrahlten, etwas längeren Fassung desselben Beitrags waren die Fake-Clips noch nicht enthalten. Das wirft eine unbequeme Frage auf: War dies wirklich nur ein „handwerklicher Fehler", wie das ZDF behauptet? Oder wurde hier bewusst nachgeschärft, um eine bestimmte Erzählung zu bedienen – nämlich jene, dass die unter Präsident Trump verschärfte Abschiebepolitik brutal und unmenschlich sei?

Wer die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien über die US-Politik der vergangenen Jahre verfolgt hat, dem dürfte ein gewisses Muster nicht entgangen sein. Die Darstellung Trumps und seiner Regierung folgt seit jeher einer klaren Linie: Alarmismus, moralische Empörung und eine kaum verhohlene Parteinahme. Dass nun ausgerechnet bei einem Beitrag über ICE-Abschiebungen KI-generierte Bilder zum Einsatz kamen, die ein besonders drastisches Bild zeichnen sollten, passt ins Schema wie der Schlüssel ins Schloss.

Vertrauen verspielt – und der Bürger zahlt

Der Vorfall ist symptomatisch für eine tiefgreifende Krise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Milliarden an Rundfunkgebühren fließen jährlich in ein System, das seinen Zuschauern offenbar nicht einmal mehr die grundlegendste journalistische Sorgfaltspflicht garantieren kann – oder will. Während der deutsche Bürger mit einem Zwangsbeitrag von 18,36 Euro monatlich zur Kasse gebeten wird, serviert man ihm im Gegenzug KI-generierte Propaganda als Nachrichtenbeitrag.

Dass Dunja Hayali sich nun hinter dem New Yorker Korrespondentenbüro versteckt, mag juristisch nachvollziehbar sein. Moralisch ist es ein Armutszeugnis. Eine Moderatorin, die eine Sendung mit ihrem Gesicht und ihrem Namen präsentiert, trägt Mitverantwortung für das, was dort gesendet wird. Punkt. Die Formulierung „Beitrag aus NY" klingt weniger nach aufrichtiger Aufklärung als nach dem verzweifelten Versuch, den eigenen Ruf zu retten.

Was bleibt, ist ein weiterer Sargnagel für die Glaubwürdigkeit des ZDF. Und die bittere Erkenntnis, dass in Zeiten von KI-generierten Deepfakes ausgerechnet jene Institutionen versagen, die sich selbst als Bollwerk gegen Desinformation inszenieren. Die Ironie könnte kaum größer sein: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der unermüdlich vor Fake News warnt, produziert sie nun selbst – finanziert vom Gebührenzahler, der sich dagegen nicht einmal wehren kann.

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