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Kettner Edelmetalle
19.05.2026
06:26 Uhr

100 Jahre Tradition zerschlagen: Thüringer Weltmarktführer kapituliert vor der Industriekrise

100 Jahre Tradition zerschlagen: Thüringer Weltmarktführer kapituliert vor der Industriekrise

Wieder einmal trifft es einen Pfeiler des deutschen Mittelstands. Die Eliog Industrieofenbau GmbH aus dem thüringischen Römhild – seit einem Jahrhundert ein Name von Weltrang im Bau maßgeschneiderter Industrieöfen – hat beim Amtsgericht Meiningen Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Ein Unternehmen, das zwei Weltkriege, vier Jahrzehnte sozialistische Planwirtschaft und die wilden Jahre nach der Wiedervereinigung überstanden hat, scheitert nun ausgerechnet an den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen des Jahres 2026. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen.

Wenn Aufträge verschoben werden, stirbt der Mittelstand

Sanierungsgeschäftsführer Stefan G. Mairiedl, erst im April 2026 an Bord geholt, begründet den Schritt mit der nüchternen Wahrheit, dass fällige Verbindlichkeiten absehbar weder pünktlich noch vollständig bedient werden könnten. Die Kundschaft, so heißt es, habe geplante Aufträge nicht nur intensiv diskutiert, sondern reduziert oder kurzerhand ins kommende Jahr verschoben. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Nicolai Fischer von der Kanzlei White & Case bestellt. Betroffen sind 74 Beschäftigte, deren Gehälter zumindest bis Ende Juni über das Insolvenzgeld abgesichert sind. Der Betrieb läuft vorerst weiter – ein Investor soll, so die fromme Hoffnung, die Substanz retten.

Eine deutsche Erfolgsgeschichte am Tropf

Wer die Historie kennt, dem muss das Herz bluten. Gegründet 1924 in Düsseldorf als Hersteller elektrischer Industrieöfen, kriegsbedingt 1943/44 nach Römhild verlagert, in der DDR als VEB Elektro-Industrieofen- und Gerätebau geführt, 2011 von der familiengeführten Rupprecht-Gruppe übernommen. Eliog belieferte die Automobil- und E-Mobilitätsindustrie, die Luft- und Raumfahrt, die Metallurgie, die Kunststoff-, Glas- und Elektronikbranche. Mit rund acht Millionen Euro Jahresumsatz war man kein Riese, aber das, was man früher den Stolz des deutschen Maschinenbaus nannte: spezialisiert, präzise, weltweit gefragt.

Der Maschinenbau – einst Königsdisziplin, heute Sorgenkind

Die Insolvenz von Eliog ist kein Einzelfall, sondern Symptom einer schweren Krankheit, die unsere industrielle Basis befallen hat. Der Branchenverband VDMA meldet für Ende vergangenen Jahres rund eine Million Beschäftigte im Maschinen- und Anlagenbau – 22.000 weniger als 2024, ein Minus von 2,2 Prozent. Und der Tiefpunkt sei, so der Verband, noch nicht erreicht. Der Stellenabbau werde sich in diesem Jahr fortsetzen. Die Antriebstechnik Saftig GmbH mit rund 110 Mitarbeitern, die Engmatec GmbH mit etwa 150 Beschäftigten, die Topex GmbH mit rund 50 Mitarbeitern – die Liste der Insolvenzen wächst Woche für Woche.

Industrie auf Talfahrt – die Quittung einer verfehlten Politik

Laut EY-Industriebarometer schrumpfte die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Industrie 2025 um 124.100 Personen oder 2,3 Prozent. Besonders dramatisch trifft es die Automobilbranche, wo allein im vergangenen Jahr fast 50.000 Arbeitsplätze verloren gingen – ein Minus von 6,5 Prozent. Wer angesichts dieser Zahlen noch von einer „Transformation“ schwadroniert, der verhöhnt die Menschen, die jetzt um ihre Existenz bangen.

Standort Deutschland: Vom Exportweltmeister zum Insolvenzwunder

Es wäre zu billig, die Misere allein dem Auftragsrückgang einzelner Kunden zuzuschreiben. Die wahren Ursachen liegen tiefer und sind hausgemacht: explodierende Energiekosten, eine Bürokratie, die jeden Unternehmer in den Wahnsinn treibt, eine Steuerlast, die international ihresgleichen sucht, und eine Klimapolitik, die im Grundgesetz zementiert wurde, ohne dass jemand eine schlüssige Antwort darauf hätte, wie deutsche Industriebetriebe unter diesen Bedingungen wettbewerbsfähig bleiben sollen. Die Große Koalition unter Friedrich Merz verspricht Besserung, doch das angekündigte 500-Milliarden-Sondervermögen wird nicht den Mittelständler in Römhild retten, sondern künftige Generationen mit Zinslasten erdrücken.

Ein Weltmarktführer mit hundertjähriger Geschichte geht zu Boden – und in Berlin diskutiert man über Lastenfahrräder und Gendersternchen. Das ist nicht nur die Meinung dieser Redaktion, sondern die wachsende Überzeugung eines erheblichen Teils der deutschen Bevölkerung, der den Glauben an die Lösungskompetenz der politischen Klasse zusehends verliert.

Was bleibt? Sachwerte als Versicherung gegen die Erosion

Wenn industrielle Substanz in Rauch aufgeht, Arbeitsplätze verschwinden und das Vertrauen in den Standort schwindet, bleibt für den vorausschauenden Bürger nur eines: die eigene Vermögensbasis zu sichern. Während Produktionshallen leer stehen und Investoren das Weite suchen, haben physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrhunderte bewiesen, dass sie auch dann Bestand haben, wenn ganze Industrien kollabieren. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit gestreutes Portfolio ist gerade in solch turbulenten Zeiten eine Überlegung wert – nicht als Spekulation, sondern als das, was sie sind: bewährtes Krisengeld ohne Gegenparteirisiko.

Hinweis: Die vorliegende Berichterstattung stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Sie gibt die Meinung der Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlage- und Vermögensentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor entsprechenden Schritten eigene Recherchen durchführen oder qualifizierten fachlichen Rat einholen. Eine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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