
37 Prozent für die AfD: Schwerin steuert auf ein Wahl-Chaos zu

Zweieinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liefert eine neue Forsa-Erhebung ein politisches Erdbeben: Die AfD mit Spitzenkandidat Leif-Erik Holm kommt auf 37 Prozent – ihren höchsten Umfragewert seit Februar. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig folgt mit 28 Prozent. Gewählt wird am 20. September.
Neun Punkte Vorsprung – und eine SPD im freien Fall
Der Abstand zwischen beiden Parteien ist laut der Umfrage sogar gewachsen: von sieben auf neun Punkte. Bei Insa im August und Infratest dimap im Juli hatte die SPD jeweils einen Punkt besser abgeschnitten.
Zur Erinnerung: 2021 holte die SPD in Schwerin noch 39,6 Prozent – ihr bestes Landesergebnis seit 2002. Die AfD lag damals bei 16,7 Prozent. Wenn die aktuellen Zahlen halbwegs Bestand haben, hätten sich die Kräfteverhältnisse binnen fünf Jahren nahezu umgekehrt. Ein Absturz dieser Dimension ist in der Nachkriegsgeschichte der Bundesländer selten.
Die CDU: von der Volkspartei zur Randnotiz?
Besonders bitter liest sich das Zahlenwerk für die Union. Die CDU landet in der Forsa-Umfrage bei zehn Prozent – hinter der Linken, die auf elf Prozent kommt. 2021 waren es immerhin noch 13,3 Prozent. Die Grünen kratzen exakt an der Fünf-Prozent-Hürde.
Für Bundeskanzler Friedrich Merz, der mit dem Versprechen einer klaren konservativen Kante angetreten war, ist das ein Alarmsignal. Beobachter sehen darin auch eine Quittung für den Kurs der Berliner Koalition: Wer im Bund gemeinsam mit der SPD regiert und Rekordschulden über Sondervermögen aufnimmt, verliert im Osten offenbar die eigene Stammwählerschaft.
Rechnen bis zur Absurdität
Die Mathematik der Macht wird in Schwerin zur Zumutung. SPD, Linke und Grüne kämen zusammen auf 44 Prozent – zu wenig für eine Mehrheit. AfD und CDU zusammen erreichten 47 Prozent.
Rechnerisch bliebe damit nur:
- eine Allparteienkoalition aus SPD, Linken, CDU und Grünen,
- oder eine Tolerierung einer rot-rot-grünen Minderheitsregierung durch die CDU.
Beides wäre ein Bündnis, dessen einziger gemeinsamer Nenner die Abwehr der zweitstärksten Kraft wäre. Ob Wähler, die im Osten mehrheitlich Politikwechsel wollen, so etwas als Demokratie in Bestform empfinden, darf bezweifelt werden.
BSW und FDP: draußen
Das BSW liegt bei vier Prozent, die FDP ist laut der Erhebung nicht einmal messbar und verschwindet unter „Sonstige". Beide würden am Einzug in den Landtag scheitern – wie zuletzt auch in Sachsen-Anhalt. Der Zerfall der einst stabilen Parteienlandschaft schreitet damit weiter voran.
Was das für Sparer bedeutet
Politische Instabilität ist nie nur ein Thema für Wahlanalysten. Sie schlägt auf Investitionsentscheidungen, Standortvertrauen und am Ende auf die Kaufkraft durch. Wer in unsicheren Zeiten Vermögen sichern will, setzt traditionell nicht allein auf Papierwerte, sondern auch auf physische Edelmetalle – Gold und Silber haben politische Umbrüche über Jahrhunderte überdauert.
Eines zeigt die Forsa-Zahl aus Schwerin unmissverständlich: Die Zeit der bequemen Mehrheiten ist vorbei. Am 20. September zählen nicht Umfragen, sondern Stimmzettel.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.












