
40 Syrer verlassen Gelsenkirchen – während über 1.000 Einbürgerungsanträge eingehen

Man könnte fast meinen, es handele sich um eine Satire-Meldung: Ganze 40 syrische Staatsbürger haben im Jahr 2025 freiwillig die Stadt Gelsenkirchen verlassen. Die Ausländerbehörde der Ruhrgebietsstadt feiert dies als „neue Entwicklung, die an Bedeutung gewinnt". Gleichzeitig – und das ist die eigentliche Nachricht – stellten im selben Zeitraum 1.060 Syrer allein in Gelsenkirchen einen Einbürgerungsantrag. Wer hier von einem Erfolg spricht, der hat offenbar ein sehr eigenwilliges Verhältnis zur Mathematik.
Freiwillige Ausreise mit staatlicher Finanzierung
Die 40 syrischen Rückkehrer wurden über die Ausreiseberatung des Diakoniewerks Gelsenkirchen und Wattenscheid zur Ausreise bewegt. Pikant dabei: Sämtliche dieser Personen verfügten zum Zeitpunkt ihrer Abreise über ein gültiges Bleiberecht. Sie hätten also problemlos in Deutschland bleiben können – und taten es dennoch nicht. Was auf den ersten Blick wie ein ermutigendes Signal wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Tropfen auf den heißen Stein.
Insgesamt verzeichnete Gelsenkirchen im vergangenen Jahr rund 90 freiwillige Ausreisen – ein Rekordwert für die Stadt. Doch dieser vermeintliche Rekord verdankt sich nicht etwa einer konsequenteren Migrationspolitik, sondern einer schlichten Verwaltungsmaßnahme der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Erstmals erhielten die kommunalen Ausländerbehörden 2025 die Möglichkeit, bei einem Ausreisewunsch einen vollständig vom Steuerzahler finanzierten Flug über die Zentralstelle für Fluganmeldungen in NRW zu buchen. Der deutsche Bürger bezahlt also nicht nur den Aufenthalt, sondern auch noch die Abreise.
Die Zahlen sprechen eine ernüchternde Sprache
Während man sich in Gelsenkirchen über 40 ausreisende Syrer freut, wurden von den rund 2.320 bearbeiteten Einbürgerungsanträgen die meisten von syrischen Staatsbürgern gestellt. Das Verhältnis ist geradezu grotesk: Auf jeden Syrer, der geht, kommen mehr als 26, die den deutschen Pass beantragen. Hinzu kommen über 800 sogenannte Geduldete in der Stadt – Menschen also, die eigentlich ausreisepflichtig sind, deren Abschiebung aber aus verschiedenen Gründen nicht vollzogen werden kann. Man duldet sie eben. So ist das in Deutschland.
Auch die bundesweiten Zahlen geben wenig Anlass zur Euphorie. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 kamen lediglich 30.406 Personen ihrer Ausreisepflicht nach. Abgeschoben wurden im gleichen Zeitraum nur 19.538 Personen – zwar ein Fünftel mehr als 2024, aber immer noch erschreckend wenig angesichts der Dimension des Problems. In vielen Fällen wurde den Ausreisenden zudem ein sogenanntes „Handgeld" gezahlt. Mindestens 16.545 Mal griffen die Länder in die Tasche des Steuerzahlers, um Menschen zur Ausreise zu bewegen. Die tatsächliche Zahl dürfte aufgrund verzögerter Erfassung noch höher liegen.
Abschiebungen gehen zurück statt zu steigen
Besonders bezeichnend ist ein weiteres Detail aus dem Gelsenkirchener Jahresbericht: Die Zahl der tatsächlichen Rückführungen – also der Abschiebungen – sank von 86 im Jahr 2023 auf 79 im Jahr 2025. Statt konsequenter durchzugreifen, setzt man auf Beratungsangebote der Sozial- und Wohlfahrtsverbände und hofft auf die Freiwilligkeit der Betroffenen. Eine Strategie, die angesichts der Zahlen kaum als erfolgreich bezeichnet werden kann.
Symbolpolitik statt echte Wende
Was sich hier in Gelsenkirchen im Kleinen zeigt, ist symptomatisch für die gesamte deutsche Migrationspolitik. Man feiert Minimalerfolge als Durchbrüche, während die eigentlichen Probleme ungelöst bleiben. Die Kommunen ächzen unter den Kosten für Bürgergeld und Unterbringung, die Integrationskapazitäten sind längst erschöpft, und die Einbürgerungsmaschinerie läuft auf Hochtouren – als gäbe es kein Morgen.
Dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hier eine grundlegende Wende einleiten würde, davon ist bislang wenig zu spüren. Die vollmundigen Versprechen aus dem Wahlkampf – konsequente Abschiebungen, Kontrolle der Migration, Schutz der Sozialsysteme – scheinen im Berliner Regierungsalltag bereits zu verblassen. Stattdessen werden Grenzübertrittsbescheinigungen ausgestellt und Flugtickets gebucht, damit jene, die freiwillig gehen wollen, auch komfortabel ausreisen können. Für alle anderen gilt offenbar weiterhin: Willkommen in Deutschland, der Pass liegt schon bereit.
„Alle diese Personen verfügten zum Zeitpunkt ihrer Ausreise über ein Bleiberecht"
Dieser Satz aus dem Jahresbericht der Gelsenkirchener Ausländerbehörde fasst das ganze Dilemma zusammen. Wer geht, dürfte bleiben. Wer bleiben muss, wird geduldet. Und wer eingebürgert wird, ist für die Statistik ohnehin kein Ausländer mehr. So lässt sich jedes Problem elegant wegdefinieren – zumindest auf dem Papier. Die Realität in den Städten und Kommunen sieht freilich anders aus. Und die Bürger, die dort leben, wissen das nur zu gut.

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