
Absturz im Kanzleramt: Nur noch 14 Prozent stehen hinter Merz

Es ist ein Vertrauensverlust von historischem Ausmaß: 78 Prozent der Befragten halten Friedrich Merz (CDU) nicht mehr für den richtigen Bundeskanzler. Das ergab eine Online-Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der „Bild". Nur 14 Prozent antworteten mit Ja, 8 Prozent machten keine Angabe.
Gefragt wurde schlicht: „Ist Friedrich Merz (noch) der richtige Bundeskanzler?" Die Antwort der Republik fällt vernichtend aus – und sie kommt nicht nur von der Opposition.
Die eigenen Leute wenden sich ab
Besonders bitter für den Kanzler: Auch im eigenen Lager bröckelt der Rückhalt dramatisch. 58 Prozent der Unionswähler sprachen sich in der Umfrage gegen Merz aus, nur 36 Prozent für ihn.
Wer seine Stammwähler verliert, verliert die Macht. Diese Lektion kennt jeder Parteistratege. Dem Bericht zufolge geht es für Merz seit Mitte vergangenen Jahres in der Tendenz bergab – damals zeigten sich immerhin noch mehr als 30 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden.
Auch der Koalitionspartner darf sich nicht in Sicherheit wiegen. Auf die Frage, ob Lars Klingbeil noch der richtige SPD-Vorsitzende sei, antworteten 51 Prozent mit Nein und nur 24 Prozent mit Ja. Ein Viertel der Befragten enthielt sich – was eher auf Gleichgültigkeit als auf Zustimmung hindeutet.
Ein Muster, kein Ausrutscher
Die Zahlen passen ins Bild. Im jüngsten ARD-DeutschlandTrend äußerten sich Medienberichten zufolge 83 Prozent der Wahlberechtigten unzufrieden mit dem Kanzler – ein historisch schwacher Wert. In der Sonntagsfrage liegt die AfD nach mehreren Instituten seit Monaten deutlich vor der Union, zuletzt bei Werten um 28 bis 29 Prozent, während CDU/CSU auf Rekordtiefs abrutschten.
Schwarz-Rot hätte damit rechnerisch keine Mehrheit mehr. Für eine Koalition, die im Mai 2025 mit dem Versprechen angetreten war, Deutschland aus der Dauerkrise zu führen, ist das ein Armutszeugnis.
Die Brandmauer bröckelt in den Köpfen
Bemerkenswert ist ein weiteres Ergebnis: 46 Prozent der Befragten halten die sogenannte Brandmauer zur AfD nicht mehr für zeitgemäß, 34 Prozent wollen daran festhalten, 20 Prozent machten keine Angabe.
Das Instrument, mit dem das politische Berlin jahrelang die Debatte zu ordnen versuchte, überzeugt also fast jeden Zweiten nicht mehr. Aus Sicht unserer Redaktion ist das weniger ein Votum für eine Partei als ein Misstrauensvotum gegen den Politikstil einer Hauptstadt, die Wählerentscheidungen lieber moralisch bewertet als inhaltlich beantwortet.
Woher der Frust kommt
Die Gründe liegen für viele Bürger auf der Hand: eine schwächelnde Wirtschaft, hohe Energiekosten, Rekordwerte in der Kriminalstatistik – und ein Kanzler, der vor der Wahl neue Schulden ausschloss und dann ein 500-Milliarden-Sondervermögen mittrug. Wer Vertrauen verspielt, bekommt es selten zurück.
Umfragen sind Momentaufnahmen, keine Wahlergebnisse. Doch Momentaufnahmen, die sich über ein Jahr hinweg zur Serie fügen, erzählen eine eigene Geschichte.
Für Sparer bleibt die politische Unsicherheit ein Dauerthema. Wer sein Vermögen breit aufstellt, schaut deshalb traditionell auch auf physische Edelmetalle – als Baustein, der unabhängig von Legislaturperioden funktioniert.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene Recherche und liegt in der Verantwortung des Anlegers.
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