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02.02.2026
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Atomare Aufrüstung Europas: CDU-Politiker öffnet Tür für nuklearen Schutzschirm

Atomare Aufrüstung Europas: CDU-Politiker öffnet Tür für nuklearen Schutzschirm

Die Debatte um eine eigenständige europäische Nuklearstrategie gewinnt an Fahrt. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp von der CDU, zeigt sich überraschend offen für weitreichende Veränderungen in der europäischen Sicherheitsarchitektur. Was vor wenigen Jahren noch als undenkbar galt, wird nun ernsthaft diskutiert – und das aus gutem Grund.

Deutschland zwischen Vertragswerk und neuer Realität

Röwekamp stellte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland unmissverständlich klar, dass eine eigenständige deutsche Atombewaffnung nicht zur Debatte stehe. Der Atomwaffensperrvertrag und der 2+4-Vertrag würden dies kategorisch ausschließen. Doch der erfahrene Verteidigungspolitiker geht einen Schritt weiter und bricht damit ein lange gehütetes Tabu: Eine europäische Lösung unter Einbeziehung der französischen und britischen Nuklearstreitkräfte sei durchaus vorstellbar.

Die Idee ist keineswegs aus der Luft gegriffen. Manfred Weber, der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei, hatte zuvor einen europäischen Atomschutzschirm gefordert. Röwekamp greift diesen Ball auf und skizziert ein Modell, das der bisherigen nuklearen Teilhabe mit den USA ähneln könnte. Die Partnernation – in diesem Fall Frankreich oder Großbritannien – würde die Sprengköpfe bereitstellen, während Deutschland Trägerflugzeuge samt Besatzungen beisteuern könnte.

Vertrauen in Amerika – aber wie lange noch?

Bemerkenswert ist Röwekamps Aussage, er zweifle nicht daran, dass Amerika auch künftig die nukleare Abschreckung in Europa gewährleisten werde. Doch ist dieses Vertrauen angesichts der aktuellen transatlantischen Spannungen wirklich gerechtfertigt? Die Trump-Administration hat mit ihren massiven Zollerhöhungen und ihrer "America First"-Politik deutlich gemacht, dass europäische Interessen in Washington nicht mehr oberste Priorität genießen.

„Ich will nicht ausschließen, dass ein Teil der nuklearen Abschreckung künftig auch durch europäische Streitkräfte vorgenommen wird."

Diese Worte des CDU-Politikers zeigen: Selbst in konservativen Kreisen wächst das Bewusstsein, dass Europa sich nicht mehr blind auf amerikanische Sicherheitsgarantien verlassen kann. Die geopolitische Lage hat sich fundamental verändert – und Deutschland muss endlich aufwachen.

FDP-Politikerin bremst: Erst die Hausaufgaben machen

Deutlich skeptischer äußerte sich Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament. Die FDP-Politikerin warnte vor vorschnellen Träumereien: Ein eigener europäischer nuklearer Schirm klinge zwar gut, sei aber kurz- bis mittelfristig schwer umsetzbar.

Stattdessen mahnte Strack-Zimmermann, zunächst die konventionelle Verteidigung und die Cyberabwehr unter Hochdruck aufzubauen. Europa müsse innerhalb der NATO deutlich mehr liefern und den Amerikanern konventionelle Aufgaben abnehmen. Ein pragmatischer Ansatz, der allerdings die grundsätzliche Frage nach der strategischen Autonomie Europas nicht beantwortet.

Die unbequeme Wahrheit

Die Diskussion offenbart ein fundamentales Problem der deutschen und europäischen Sicherheitspolitik: Jahrzehntelang hat man sich in der Komfortzone amerikanischer Schutzgarantien eingerichtet. Die Bundeswehr wurde kaputtgespart, die Rüstungsindustrie vernachlässigt, und strategisches Denken galt als Relikt des Kalten Krieges. Nun, da die Welt wieder gefährlicher wird, steht Europa mit heruntergelassenen Hosen da.

Dass ausgerechnet ein Grünen-Politiker wie der ehemalige Außenminister Joschka Fischer mittlerweile für eine europäische Atombombe plädiert, zeigt, wie dramatisch sich die Zeiten geändert haben. Die pazifistischen Träumereien der Vergangenheit sind der harten Realität gewichen. Ob die neue Große Koalition unter Kanzler Merz den Mut aufbringt, diese unbequemen Wahrheiten anzupacken, bleibt abzuwarten. Die Zeit des Zögerns und Zauderns sollte jedenfalls endgültig vorbei sein.

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