
Atomkraft aus den USA für Deutschland? Oklo-Chef scheitert an deutscher Ideologie

Es klingt wie eine Szene aus einem absurden Theaterstück: Ein amerikanisches Unternehmen entwickelt Reaktoren, die Energie aus Atommüll gewinnen – und ausgerechnet Deutschland, das Land der Ingenieure und Tüftler, verschließt die Tür. Jacob DeWitte, Chef des US-Nuklearunternehmens Oklo, würde seine revolutionäre Technologie der sogenannten Small Modular Reactors liebend gerne nach Deutschland bringen. Doch er sieht dafür derzeit keine realistische Chance.
Wenn Angst über Logik triumphiert
DeWitte fand im Gespräch mit dem Handelsblatt deutliche Worte. In Deutschland müsse erst „die Logik über die Angst siegen", so der Oklo-Chef. Die deutschen Regierungen verfolgten eine „sehr regressive" Energiepolitik. Ein vernichtendes Urteil – und eines, das man kaum von der Hand weisen kann. Während Frankreich, Großbritannien, Polen und selbst die Niederlande auf Kernenergie setzen oder ihre Kapazitäten ausbauen, hat sich Deutschland mit dem endgültigen Atomausstieg im April 2023 in eine energiepolitische Sackgasse manövriert, aus der es nun verzweifelt einen Ausweg sucht.
Die Ironie könnte kaum größer sein: Deutschland importiert mittlerweile munter Atomstrom aus dem Ausland – aus genau jenen Kraftwerken, die man im eigenen Land für zu gefährlich hält. Man darf sich fragen, ob die Elektronen an der Grenze plötzlich ungefährlicher werden. DeWitte spricht von einem „ideologischen Kurs", den Deutschland eingeschlagen habe. Und er hat recht.
Reaktoren, die Atommüll in Energie verwandeln
Was Oklo entwickelt, ist keine gewöhnliche Kernkraft. Die Small Modular Reactors des Unternehmens sind darauf ausgelegt, aus bereits vorhandenem Atommüll Energie zu gewinnen. Man stelle sich das vor: Statt das Problem der Endlagerung über Jahrtausende vor sich herzuschieben, könnte man den strahlenden Abfall produktiv nutzen. In den USA will Oklo mit dieser Technologie zunächst die stromhungrigen Rechenzentren für Künstliche Intelligenz versorgen. Eine Partnerschaft mit dem Tech-Giganten Meta wurde bereits geschlossen, und die Regierung von Präsident Donald Trump fördert das Unternehmen aktiv.
Fairerweise muss man anmerken, dass die Reaktoren noch nicht zugelassen sind. Experten äußern durchaus Zweifel, ob die Technologie bereits sicher und zuverlässig genug für den kommerziellen Betrieb sei. Doch genau hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen einer pragmatischen und einer ideologischen Herangehensweise: Während andere Nationen die Entwicklung begleiten, fördern und regulieren, hat Deutschland das gesamte Thema Kernkraft schlicht für tot erklärt.
Deutschlands energiepolitisches Trauerspiel
Was unter der Ampelregierung mit dem überstürzten Abschalten der letzten drei Kernkraftwerke seinen traurigen Höhepunkt fand, wird auch unter der neuen Großen Koalition von Friedrich Merz nicht korrigiert. Obwohl die CDU/CSU im Wahlkampf noch mit einer möglichen Rückkehr zur Kernenergie kokettierte, ist von konkreten Schritten wenig zu sehen. Stattdessen werden 500 Milliarden Euro Sondervermögen in die Infrastruktur gepumpt – finanziert auf Pump, versteht sich –, während eine der vielversprechendsten Energietechnologien der Zukunft am deutschen Gartenzaun abprallt.
Die Konsequenzen dieser Politik sind längst spürbar. Die Strompreise in Deutschland gehören zu den höchsten in Europa. Energieintensive Industrien wandern ab. Und während amerikanische Tech-Konzerne ihre KI-Rechenzentren bald mit sauberem Atomstrom aus Mini-Reaktoren betreiben könnten, diskutiert Deutschland noch darüber, ob der Wind an einem Dienstagnachmittag im November ausreichend weht.
Ein Weckruf, der ungehört verhallt
DeWittes Angebot ist mehr als eine Geschäftsanbahnung – es ist ein Weckruf. Ein Weckruf an ein Land, das sich einst als Technologieführer verstand und nun zusieht, wie andere Nationen die Zukunft der Energieversorgung gestalten. Die Frage ist nicht, ob Small Modular Reactors kommen werden. Die Frage ist nur, ob Deutschland dabei sein wird – oder ob man auch in zwanzig Jahren noch brav den Atomstrom aus Frankreich und Tschechien einkauft und sich dabei moralisch überlegen fühlt.
Es wäre an der Zeit, dass in der deutschen Energiepolitik tatsächlich die Logik über die Angst siegt. Doch wer die vergangenen Jahre aufmerksam verfolgt hat, wird wissen: Die Hoffnung darauf ist ungefähr so realistisch wie ein windstiller Tag in der Nordsee.

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