
Attest ab Tag 1: SPD-Chefin Bas kippt den eigenen Koalitions-Deal

Kaum beschlossen, schon wieder in Frage gestellt: Bundesarbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) zweifelt öffentlich am Vorhaben der schwarz-roten Koalition, eine Ă€rztliche Krankschreibung bereits ab dem ersten Krankheitstag zur Pflicht zu machen. Der Funke Mediengruppe sagte die SPD-Vorsitzende, man solle sich nochmals fragen, ob das ĂŒberhaupt sinnvoll sei. Erst am Freitag hatten die Fraktionsspitzen von Union und SPD bei ihrer Klausur in MĂŒnster genau dieses Projekt in ein Papier mit Reformvorhaben bis Jahresende geschrieben.
âZĂ€hneknirschend zugestimmt" â die SPD im RĂŒckwĂ€rtsgang
Bas macht aus ihrer Abneigung keinen Hehl. Sie sei koalitionstreu, betont sie â und schiebt sofort hinterher, wie wenig sie von der Regelung hĂ€lt.
âWir wollten keine Karenztage und keine KĂŒrzung der Lohnfortzahlung. Beides wollte die Union. Im Gegenzug haben wir zĂ€hneknirschend der Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag zugestimmt, obwohl wir sie inhaltlich fĂŒr falsch halten"
Ihre Sorge: Wer mit einem leichten Infekt schon am ersten Tag in die Praxis mĂŒsse, komme womöglich mit einer Krankschreibung fĂŒr eine ganze Woche zurĂŒck. Aus einem kurzen Ausfall werde so ein langer.
95 Ausnahmen â und dann?
Besonders pikant ist Bas' Hinweis auf die geplanten Ausnahmen, etwa fĂŒr tarifgebundene Unternehmen mit eigenen Regelungen. Wenn man eine Pflicht einfĂŒhre und anschlieĂend 95 Ausnahmen hineinschreibe, so die Ministerin sinngemĂ€Ă, stelle sich die Frage nach dem Sinn des Ganzen.
Ein Satz, der ĂŒber den Einzelfall hinausweist. Deutschland leistet sich seit Jahren Gesetze, die im Bundestag beschlossen und in AusfĂŒhrungsverordnungen wieder zerlegt werden. Wer soll da noch durchblicken â Handwerksmeister, MittelstĂ€ndler, Personalabteilung?
Der teuerste Krankenstand Europas
Der Hintergrund ist handfest ökonomisch. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft mussten Arbeitgeber im Jahr 2024 rund 82 Milliarden Euro fĂŒr die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall aufbringen â ein Rekordwert, der sich binnen anderthalb Jahrzehnten nahezu verdoppelt hat. FĂŒr Unternehmen, die ohnehin unter Energiekosten, BĂŒrokratie und schwacher Konjunktur Ă€chzen, ist das ein Belastungsfaktor erster Ordnung.
Deshalb hatte die Union auf schĂ€rfere Regeln gedrĂ€ngt. Herausgekommen ist ein Paket: Attestpflicht ab Tag eins, gekoppelt an eine Termingarantie beim Arzt und an Verbesserungen in der Schlaganfallvorsorge. Bas verweist selbst darauf, dass das dafĂŒr nötige PrimĂ€rversorgungskonzept des Gesundheitsministers noch auf sich warten lasse â das liege nicht in ihrer Hand.
Fester Fahrplan oder Dauerstreit?
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sprach in MĂŒnster von einem âfesten Fahrplan". Wie fest der ist, wenn die eigene Parteivorsitzende und Ressortchefin ihn wenige Tage spĂ€ter öffentlich anzweifelt, darf man fragen.
FĂŒr viele BĂŒrger dĂŒrfte sich vor allem ein Eindruck verfestigen: Diese Koalition beschlieĂt schneller, als sie sich einig ist. Und wer als BĂŒrger langfristig plant â ob bei Vorsorge, Vermögen oder Betriebsnachfolge â erlebt politische Rahmenbedingungen, die im Wochenrhythmus wackeln. Genau diese Unberechenbarkeit ist ein Grund, warum viele Sparer neben Papierwerten auf handfeste, physische Substanz wie Gold und Silber als ErgĂ€nzung zur Vermögenssicherung setzen.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt weder eine Anlage- noch eine Rechts- oder Steuerberatung dar. Jeder Leser ist fĂŒr seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren beziehungsweise fachlichen Rat einholen.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











