
Bayerns Industrie am Abgrund: 30.000 Arbeitsplätze drohen zu verschwinden
Was sich seit Jahren wie ein schleichendes Gift durch die deutsche Industrielandschaft frisst, erreicht nun auch das wirtschaftliche Herzstück der Republik mit voller Wucht. Bayern, einst das strahlende Aushängeschild deutscher Ingenieurskunst und industrieller Stärke, steht vor einem beispiellosen Kahlschlag. Die IG Metall rechnet mit dem Verlust von rund 30.000 Arbeitsplätzen in der Metall- und Elektroindustrie – und das ist keine düstere Zukunftsprognose, sondern bittere Gegenwart.
Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache
Bezirksleiter Horst Ott legte Zahlen auf den Tisch, die jedem verantwortungsbewussten Politiker schlaflose Nächte bereiten sollten. In bayerischen Unternehmen seien bereits Maßnahmen zum Abbau von rund 32.000 Stellen eingeleitet oder konkret angekündigt worden. Dem stünden – man halte sich fest – gerade einmal 3.000 neu geschaffene Arbeitsplätze gegenüber. Eine Umfrage unter 547 Betrieben habe dieses erschreckende Missverhältnis offenbart. Unter dem Strich bleibt ein Nettoverlust, der ganze Regionen in wirtschaftliche Schieflage bringen könnte.
Man muss sich diese Relation einmal auf der Zunge zergehen lassen: Auf jeden neu geschaffenen Arbeitsplatz kommen mehr als zehn, die unwiederbringlich verloren gehen. Das ist kein Strukturwandel mehr – das ist ein industrieller Exodus.
Die Automobilbranche als Epizentrum der Krise
Besonders dramatisch trifft es die Automobilindustrie und ihre Zulieferer. Laut IG Metall würden in diesem Sektor rund 54 Prozent der Betriebe Arbeitsplätze abbauen. Große Namen wie ZF Friedrichshafen und Bosch sind betroffen, doch das wahre Drama spielt sich bei den unzähligen mittelständischen Zulieferern ab. Jene Unternehmen, die seit Generationen das Rückgrat der bayerischen Wirtschaft bilden, kämpfen ums Überleben – oft ohne die finanziellen Polster, die Großkonzerne noch aufweisen können.
Wer sich fragt, wie es so weit kommen konnte, muss den Blick nach Berlin und Brüssel richten. Jahrelang hat eine ideologiegetriebene Energiepolitik die Strompreise in astronomische Höhen getrieben. Das planwirtschaftliche Verbrenner-Aus der EU hat eine ganze Branche in die Knie gezwungen, während die versprochene Elektromobilitäts-Revolution auf sich warten lässt. Und die Bürokratielast? Sie wächst und wächst, als gäbe es kein Morgen. Deutsche Unternehmen ersticken unter Regulierungen, während die internationale Konkurrenz längst davonzieht.
Rüstungsboom als Rettungsanker? Eine Illusion
Manch einer mag einwenden, dass die boomende Rüstungsindustrie – befeuert durch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung – die Verluste kompensieren könnte. Doch diese Hoffnung erweist sich als trügerisch. Die IG Metall hat nachgerechnet: Auf zehn wegfallende Arbeitsplätze in der Automobilbranche entsteht gerade einmal ein neuer Job im Verteidigungssektor. Das Verhältnis von zehn zu eins macht deutlich, dass einzelne Boombranchen strukturelle Verwerfungen nicht einmal ansatzweise ausgleichen können.
Es ist eine bittere Ironie der Geschichte: Deutschland investiert Hunderte Milliarden in Verteidigung und Infrastruktur, doch die produktive Basis, die diesen Wohlstand einst erwirtschaftet hat, bröckelt in atemberaubendem Tempo. Friedrich Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen – und hat dann das größte Schuldenpaket der deutschen Nachkriegsgeschichte geschnürt. Ob diese Mittel tatsächlich dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden, darf bezweifelt werden.
Betriebsratswahlen im Schatten der Existenzangst
Ab März stehen in vielen Betrieben Betriebsratswahlen an, und die IG Metall erwartet eine besondere Dynamik. Nicht etwa, weil politische Gruppen die Betriebe unterwandern würden – Bezirksleiter Ott stellte klar, dass man derzeit keinen Durchbruch rechtsgerichteter Listen feststellen könne. Vielmehr sei es die nackte wirtschaftliche Angst, die Beschäftigte stärker als je zuvor auf Mitbestimmung pochen lasse.
„Ich gehe momentan davon aus, dass es besondere Betriebsratswahlen sind – aber nicht, weil sich irgendwelche Gruppen einschleifen, sondern weil die wirtschaftliche Situation so ist, wie sie ist."
Diese Worte Otts offenbaren die ganze Tragweite der Lage. Wenn Arbeitnehmer nicht mehr um bessere Konditionen kämpfen, sondern schlicht um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes, dann ist das kein normaler Konjunkturzyklus mehr. Es ist ein Alarmsignal.
Ein Versagen mit Ansage
Die aktuelle Misere ist das Ergebnis jahrelanger politischer Fehlsteuerung. Die Ampelregierung unter Scholz hat mit ihrer ideologischen Wirtschaftspolitik den Grundstein für diese Entwicklung gelegt. Überbordende Klimaauflagen, explodierende Energiekosten, eine verfehlte Migrationspolitik, die den Fachkräftemangel nicht löst, sondern die Sozialsysteme belastet – all das hat Deutschland als Industriestandort massiv geschadet. Und die neue Große Koalition unter Merz? Sie setzt bislang kaum spürbare Akzente, um das Ruder herumzureißen.
Bayern steht exemplarisch für ein Deutschland, das seine industrielle Stärke verspielt. Neue Technologien und Marktverschiebungen verändern die Produktionslandschaft fundamental, doch statt Unternehmen zu entlasten und Investitionen zu fördern, werden sie mit immer neuen Auflagen und Abgaben belastet. Die kommenden Monate werden richtungsweisend sein – nicht nur für bayerische Standorte, sondern für die Zukunft des Industriestandorts Deutschland insgesamt.
Wer angesichts solcher Entwicklungen noch immer glaubt, die deutsche Wirtschaft befinde sich lediglich in einer vorübergehenden Schwächephase, der verkennt die Dramatik der Lage. Was wir erleben, ist nichts weniger als die schleichende Deindustrialisierung eines Landes, das seinen Wohlstand einst genau dieser Industrie verdankte. Es wird höchste Zeit, dass die Politik aufwacht – bevor es zu spät ist.

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