
Beben in Magdeburg: AfD bei 43,8 Prozent â CDU fast halbiert!
Sachsen-Anhalt hat am Sonntag gewĂ€hlt â und das Ergebnis erschĂŒttert die Berliner Koalition. Nach dem vorlĂ€ufigen Ergebnis der Landeswahlleiterin kommt die AfD auf 43,8 Prozent, die CDU stĂŒrzt auf 17,2 Prozent ab. Die Wahlbeteiligung schoss auf 78 Prozent hoch â 2021 waren es rund 60 Prozent.
Die AfD hat ihr Ergebnis von 2021 damit mehr als verdoppelt. Laut MDR-Datenanalyse erzielte in den vergangenen zehn Jahren keine Partei bei einer deutschen Landtagswahl ein besseres Resultat.
39 Sitze â und drei fehlen zur Macht
Im 83 Sitze starken Landtag stellt die AfD kĂŒnftig 39 Abgeordnete. Zur absoluten Mehrheit von 42 Mandaten fehlen ihr drei. CDU (15), SPD (8), GrĂŒne (8) und Linke (8) kommen zusammen ebenfalls auf 39 Sitze â die restlichen fĂŒnf Mandate hĂ€lt das BSW, das mit 5,3 Prozent aus dem Stand einzieht. Die FDP scheitert mit 2,6 Prozent klar.
Bemerkenswert: In allen 218 Gemeinden des Landes wurde die AfD stĂ€rkste Kraft bei den Zweitstimmen. 2021 lag die CDU noch in 214 Gemeinden vorn. Im Landkreis Mansfeld-SĂŒdharz holte die AfD 51,9 Prozent, in Magdeburg 32,6, im traditionell linken Halle 29,9 Prozent. Der WĂ€hlerwanderung von Infratest dimap zufolge wechselten rund 83.000 frĂŒhere CDU-WĂ€hler direkt zur AfD.
Weidel ruft 40 Prozent im Bund aus
AfD-Chefin Alice Weidel sprach von einem âhistorischen Wahlsiegâ und von einem âDebakelâ fĂŒr die Christdemokraten. Kanzler Friedrich Merz sei zu einer Belastung geworden, die BĂŒrger wollten einen Politikwechsel â weg von illegaler Migration und einer aus ihrer Sicht âdesaströsen Energiepolitikâ. Ihre Ansage:
âDie CDU/CSU wird nie wieder eine Bundestagswahl gewinnen.â
Bundesweit strebe ihre Partei mindestens 40 Prozent an. Co-Chef Tino Chrupalla erklĂ€rte, die âBrandmauerâ sei abgewĂ€hlt worden; halte die CDU an ihrem Kurs fest, werde es sie in Ostdeutschland bald nicht mehr geben. Merz habe mit seiner âArroganzâ gegenĂŒber Ostdeutschen mitgeholfen â er sei âder beste WahlkampfunterstĂŒtzerâ gewesen. Medienberichten zufolge sprach Merz selbst von der schwersten Niederlage seiner Partei seit Jahrzehnten.
Sonderwirtschaftszone Ost â und ein Streit um Zahlen
Chrupalla forderte eine Sonderwirtschaftszone fĂŒr Ostdeutschland. GroĂe Industriebetriebe gebe es in Sachsen-Anhalt kaum, gröĂter Arbeitgeber sei die Deutsche Bahn. Man wolle ânicht mehr AnhĂ€ngsel seinâ, sondern wirtschaftlich selbst handeln.
Dagegen stehen Warnungen der Ăkonomen: Der PrĂ€sident des Leibniz-Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung Halle erwartet bei einer aus seiner Sicht âfremdenfeindlichen Politikâ ein um 0,5 bis 1 Prozentpunkt geringeres Wachstum pro Jahr, vor allem wegen fehlender FachkrĂ€fte. Das Institut sieht zudem eine jĂ€hrliche FinanzierungslĂŒcke von mindestens 2,2 Milliarden Euro in den AfD-Wahlversprechen. Wahlsieger Ulrich Siegmund hĂ€lt dem entgegen: âDie Unternehmer haben uns gewĂ€hlt.â
Regierungsbildung? Offen wie selten
Siegmund beansprucht einen âklaren Regierungsauftragâ, will MinisterprĂ€sident aber nur mit einer eigenen Mehrheit werden. Ein BSW-Angebot, sich im dritten Wahlgang zu enthalten, lehnte er ab: Eine Enthaltung sei keine stabile Mehrheit. Seine Bedingungen: Migration, innere Sicherheit, Energiepolitik â und die KĂŒndigung des Medienstaatsvertrags, was den MDR unmittelbar treffen wĂŒrde.
Aus Sicht unserer Redaktion ist dieses Ergebnis vor allem eine Quittung fĂŒr gebrochene Versprechen und fĂŒr eine Politik, die an den Sorgen vieler BĂŒrger vorbeiregiert hat. Wer Vertrauen verspielt, verliert WĂ€hler â in Magdeburg genauso wie irgendwann in Berlin.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Er spiegelt unsere Einordnung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser trifft eigene Entscheidungen in eigener Verantwortung und sollte sich zusÀtzlich selbst informieren.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik










