
Bevor die Wehrpflicht kommt, plant Berlin schon den Ausweg: Der Zivildienst wird reanimiert

Es ist ein bemerkenswerter Vorgang: Noch existiert keine Wehrpflicht, noch ist keine einzige Einberufung verschickt – aber im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird längst am Ersatzdienst gebastelt. Wie das Haus von CDU-Ministerin Karin Prien bestätigte, seien in den vergangenen Monaten 23 große Verbände und Organisationen abgefragt worden, welche Kapazitäten sie bereitstellen könnten, falls die Wehrpflicht zurückkehren und Verweigerer versorgt werden müssten. Das Ergebnis: 22 von 23 hätten grundsätzlich Bereitschaft signalisiert, Einsatzstellen und Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.
„Zwar gibt es keinen Zivildienst, solange wir keine Wehrpflicht haben. Aber falls die Wehrpflicht einmal nötig werden sollte, müssen wir die Basis für einen modernen Zivildienst schon vorbereitet haben“, hieß es aus dem Ministerium.
Nach der Sommerpause sollen die Pläne offiziell präsentiert werden. Man darf gespannt sein, wie „modern“ ein Dienst wird, den derselbe Staat organisiert, der beim Bau von Brücken, der Digitalisierung von Ämtern und der Beschaffung von Munition seit Jahren scheitert.
Erst abgeschafft, dann vermisst – die Logik der Berliner Politik
Ein Rückblick lohnt. Im Juli 2011 wurde die Wehrpflicht ausgesetzt – ein Beschluss, der in der Praxis einer Abschaffung gleichkam und Wehr- wie Zivildienst gleich mit beerdigte. An deren Stelle trat der Bundesfreiwilligendienst, gut gemeint, aber in seiner Wirkung ein Schatten dessen, was Zehntausende junge Männer zuvor in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Rettungsdiensten geleistet hatten. Wer damals warnte, dass man eine gewachsene Struktur nicht einfach wegdekretieren könne, ohne dass Pflege und Katastrophenschutz darunter litten, wurde als nostalgisch abgetan.
Heute, gut vierzehn Jahre später, entdeckt die politische Klasse plötzlich wieder, was sie selbst zerstört hat. Seit Anfang dieses Jahres gilt ein neuer Wehrdienst, dessen Kern die verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 ist. Offiziell soll damit die Truppe mit Freiwilligen aufgefüllt werden. Begründet wird das Ganze mit der Bedrohung durch Russland und den verschärften Zielvorgaben der NATO.
Die Rechnung zahlen die Jungen
Man muss es deutlich sagen: Die Bundeswehr ist nicht durch Putin ruiniert worden, sondern durch Jahrzehnte deutscher Regierungspolitik. Kasernen wurden geschlossen, Panzer verschrottet, Beschaffungsämter in Formularschlachten erstickt. Verteidigungsfähigkeit galt lange als unschick, während man sich in Berlin lieber mit Genderleitfäden, Bunttrikots und der moralischen Weltverbesserung beschäftigte. Nun sollen dieselben jungen Menschen, deren Eltern man erklärte, Landesverteidigung sei ein Relikt, die Zeche zahlen – entweder in Uniform oder im Ersatzdienst.
Und die Finanzierung? Ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur, dazu Verteidigungsausgaben in historischer Höhe, obendrauf die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045. Friedrich Merz hatte im Wahlkampf versichert, keine neuen Schulden zu machen. Was daraus geworden ist, weiß inzwischen jeder Steuerzahler. Die Zinslast dieser Schuldenberge wird Generationen begleiten – bezahlt über Steuern, Abgaben und, am wirksamsten, über die schleichende Entwertung des Geldes.
Wehrhaftigkeit ja – aber bitte ehrlich
Ein Staat, der seine Bürger schützen will, braucht eine funktionierende Armee. Das ist keine Frage der Ideologie, sondern der Vernunft. Wer aber Pflichten einfordert, muss auch liefern: intakte Kasernen, ordentliche Ausrüstung, gesellschaftliche Anerkennung für den Dienst am Gemeinwesen – und nicht bloß eine Verwaltungsstruktur für jene, die sich dem Dienst mit der Waffe entziehen. Dass zuerst der Ersatzdienst geplant wird und dann die Wehrpflicht, wirkt wie ein Sinnbild dieses Landes: Die Ausrede ist fertig, bevor die Aufgabe überhaupt beginnt.
Was Bürger daraus lernen können
Wer die geopolitische Lage nüchtern betrachtet, erkennt: Konflikte, Aufrüstung und schuldenfinanzierte Staatsausgaben sind keine Kulisse, sondern Realität. In solchen Zeiten hat sich physisches Gold und Silber über Jahrhunderte als Anker bewährt – unabhängig von Regierungserklärungen, Haushaltstricks und Notenbankpolitik. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben Edelmetalle das, was sie immer waren: Versicherung gegen die Fehler anderer.
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