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KI-generiert

Blaue Welle trifft KI-Boom: Barclays warnt vor verfrühter Börsen-Party

Blaue Welle trifft KI-Boom: Barclays warnt vor verfrühter Börsen-Party
Symbolbild: KI-generiert

Die Wall Street hat nach den US-Zwischenwahlen erst einmal durchgeatmet. Am Mittwoch, dem 4. November, legte der S&P 500 zu. Der technologielastige Nasdaq 100 holte ein Tagesminus von zeitweise 2,4 Prozent komplett wieder auf. Die britische Großbank Barclays bremst trotzdem: Das größte Problem der Börse lässt sich an keiner Wahlurne lösen.

Das politische Beben ist gewaltig. Übereinstimmenden Hochrechnungen zufolge haben die Demokraten sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus erobert. Für Präsident Donald Trump ist das eine schwere Schlappe. Medienberichten zufolge will der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, nicht Fraktionschef bleiben.

Erleichterung mit Verfallsdatum?

Viele Anleger hoffen jetzt auf eine Weihnachtsrally. Alex Altmann, bei Barclays weltweit für taktische Aktienstrategien zuständig, hält das für voreilig. Gegenüber Bloomberg sagte er:

„Die beiden wichtigsten Einflussfaktoren für Aktien sind derzeit die KI-Umsätze und die KI-Finanzierung.“

Nach Altmanns Einschätzung hat nicht die Politik den jüngsten Ausverkauf ausgelöst. Grund seien vielmehr Zweifel, ob sich die gigantischen Investitionen in künstliche Intelligenz jemals rechnen und wie sie bezahlt werden sollen. Keine der beiden Fragen dürfte bald geklärt sein. Politische Entspannung allein reicht für eine dauerhafte Jahresendrally deshalb kaum aus.

Tech blutet, der Rest feiert

Die Zahlen zeigen eine Börse mit zwei Gesichtern. Seit seinem Rekordhoch vom 6. Oktober verlor der Nasdaq 100 in der Spitze rund 10,7 Prozent. Ab zehn Prozent Minus spricht man offiziell von einer Korrektur. Der breite S&P 500 gab im selben Zeitraum nur etwa vier Prozent nach.

Dahinter steckt eine große Umschichtung. Laut Nasdaq-Daten sah der Oktober so aus:

  • Energiewerte: plus 14 Prozent
  • Basiskonsumgüter: plus 11,6 Prozent
  • Versorger: plus 10,2 Prozent
  • Technologie: minus 6,8 Prozent

Der gleichgewichtete S&P 500 schaffte sogar ein Plus von fünf Prozent. In dieser Variante zählt jede Aktie gleich viel. Der klassische Index, in dem die Tech-Riesen besonders schwer wiegen, lag dagegen leicht im Minus. Wer glaubte, mit einem S&P-500-ETF breit gestreut zu sein, hat damit eine unangenehme Lektion über Klumpenrisiken gelernt.

Die gefährliche Wippe

Bisher hat die Umschichtung einen breiten Absturz verhindert. Einige der Gewinner gelten kurzfristig aber schon als überkauft, viele Tech-Werte als überverkauft. Denkbar wäre deshalb eine Bewegung in die andere Richtung. Kritisch würde es, wenn Anleger bei den bisherigen Gewinnern Kasse machen, ohne dass sich der Technologiesektor erholt. Dann könnte auch der S&P 500 deutlich unter Druck geraten.

Texas: Gegenwind für die Rechenzentren

Das Wahlergebnis bringt noch ein weiteres Risiko. Laut Barclays steigt mit dem Erfolg der Demokraten die Wahrscheinlichkeit, dass der Staat den Ausbau der KI begrenzt. Trump unterstützt neue Rechenzentren massiv, viele Demokraten sehen sie deutlich skeptischer.

Ein Beispiel ist Texas. Berichten zufolge hat dort die Demokratin Gina Hinojosa die Gouverneurswahl gewonnen. Im Wahlkampf hatte sie einen Stopp für neue Rechenzentren gefordert. Laut Barclays liegt rund ein Viertel aller geplanten Rechenzentrumsprojekte der USA in diesem Bundesstaat. Dazu formieren sich in zahlreichen Gemeinden Bürgerinitiativen gegen neue Anlagen.

Die Börse reagierte prompt. Schon vorbörslich standen der Rechenzentrumsausrüster Vertiv und Chipwerte wie Lam Research und SanDisk unter Druck. Der Fall zeigt, wie stark der KI-Boom von Politik und Genehmigungen abhängt.

Balanceakt ohne Sicherheitsnetz

Eine kurze Erholung nach der Wahl ist möglich. Die Gegenbewegung im Nasdaq 100 deutet darauf hin, dass manche Anleger die gesunkene politische Unsicherheit zum Einstieg nutzen. Solange aber offen ist, wie sich die Milliarden für KI finanzieren und auszahlen sollen, bleibt eine nachhaltige Erholung fraglich. Schwächeln die bisherigen Gewinner und geraten KI-Aktien erneut unter Druck, könnte der Ausverkauf auf den ganzen Markt übergreifen.

Wer in solchen Phasen nicht nur auf Kursgewinne setzt, sondern sein Vermögen sichern will, kann über eine Beimischung von physischem Gold und Silber in einem breit gestreuten Portfolio nachdenken. Diese Sachwerte hängen weder an Quartalszahlen noch an der Genehmigung von Rechenzentren.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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