
Brüssels Werte-Theater: Wie zwei Satiriker den EU-Wahnsinn entlarven

Es gibt Momente, in denen die Realität die Satire überholt – und manchmal sind es ausgerechnet die Satiriker, die uns daran erinnern, wie absurd der Apparat in Brüssel und Straßburg tatsächlich geworden ist. Martin Sonneborn, seit 2014 fraktionsloser Abgeordneter der Partei „Die PARTEI“, und die Schriftstellerin Sibylle Berg liefern in der EU-Hauptstadt das, was viele etablierte Journalisten längst verlernt haben: einen ungeschönten Blick auf den Maschinenraum der europäischen Bürokratie.
„5000 gut bezahlte Idioten“ – Der monatliche Wanderzirkus
Zwölfmal im Jahr verlagert der gesamte Brüsseler Tross für jeweils vier Tage seinen Sitz nach Straßburg. Ein logistischer und finanzieller Irrsinn, der Steuergelder verschlingt, während sich die Abgeordneten in Hotels und Restaurants einquartieren. Sonneborn fasst das Schauspiel in seiner unnachahmlich trockenen Art zusammen, wenn er von jenen spricht, die einmal im Monat anreisen, um das Geld der Bürger zu verprassen. Wer sich fragt, warum dieses absurde Pendelritual zwischen zwei Städten seit Jahrzehnten nicht abgeschafft wird, erhält keine befriedigende Antwort – außer der, dass in Brüssel offenbar niemand den Mut hat, dem Wahnsinn ein Ende zu setzen.
Ein „Handbuch der Europäischen Werte“ – mit leeren Seiten
Besonders entlarvend ist ein kleines Buch, das Sonneborn aus seiner braunen Umhängetasche zieht: Blauer Einband, goldene Prägung, der Titel verheißt ein „Handbuch der Europäischen Werte“. Doch wer es aufschlägt, blättert durch Seite um Seite – weiß, leer, unbedruckt. Erst auf den letzten Seiten findet sich die entscheidende Frage:
„Ein Lexikon der europäischen Werte wollten wir schreiben – doch gibt es sie überhaupt?“
Eine Frage, die mehr über den Zustand der Europäischen Union aussagt als hundert Sonntagsreden von Ursula von der Leyen. Denn während die Brüsseler Eliten unentwegt von „Werten“ schwadronieren, bleibt erstaunlich nebulös, worin diese eigentlich bestehen sollen.
Orden für die Architektin des Stillstands
Anlass des Besuchs war eine bemerkenswerte Zeremonie: Pünktlich zum 75. Jubiläum der Schuman-Erklärung verlieh das Parlament erstmals das neue EU-Ehrenverdienstkreuz. Unter den Geehrten: Altkanzlerin Angela Merkel und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Sie hätten, so die offizielle Begründung, „in ungewissen Zeiten die europäischen Werte verteidigt“.
Pikant wurde es, als die Runde erfuhr, Merkel habe sich just dafür ausgesprochen, wieder mit Wladimir Putin zu sprechen. Sonneborns Reaktion fiel knapp und schlagfertig aus: Dann müsse man sie eben schnell wieder ausladen. Sibylle Berg formulierte in ihrem Videoformat eine bissige Vermutung, wofür Merkel den Orden wohl erhalten habe – möglicherweise für jahrzehntelange Niedriglöhne, digitalen Stillstand und das Verrottenlassen der Infrastruktur. Ein Befund, dem viele Bürger in diesem Land nach sechzehn Jahren Merkel-Ära nur schwer widersprechen dürften.
Überwachung statt sozialer Fragen
Was diese Reportage jedoch über reine Satire hinaushebt, sind die ernsten Beobachtungen über den tatsächlichen Charakter der EU-Gesetzgebung. Berg, seit 2024 ebenfalls Abgeordnete für „Die PARTEI“, beschreibt die Union als einen „riesigen Apparat“, in dem nicht mehr soziale Fragen, sondern Aufrüstung und Kontrolle den Ton angäben. Fast in jeder Sitzung, so ihre nüchterne Feststellung, werde über die Einführung neuer Überwachungsmaßnahmen abgestimmt – „gegen die Bevölkerung statt für sie“.
Ein Beispiel ist die berüchtigte Chatkontrolle, die Sonneborn unverblümt als Massenüberwachung der Bürger bezeichnet. Er berichtet, wie er bereits seine Koffer gepackt hatte, ehe der Apparat die umstrittene Vorlage überraschend erneut ansetzte. Am Ende, so erzählt er, habe er „aus Versehen mit einer einzigen Stimme“ dazu beigetragen, dass dieses Überwachungsmonster vorerst krachen ging. Ein Lehrstück darüber, wie knapp die Freiheit der Bürger in Brüssel manchmal verteidigt wird – und wie wenig die etablierten Medien darüber berichten.
Filz, Immunität und abgewehrte Kritik
Sonneborn scheut sich nicht, Ross und Reiter zu nennen. Er verweist auf den Fall der CSU-Abgeordneten Angelika Niebler, deren Immunität das Parlament trotz Ermittlungsabsichten der Europäischen Staatsanwaltschaft nicht aufhob. Solche Vorgänge fänden, so seine berechtigte Klage, selten den Weg in die öffentliche Wahrnehmung. Auch von der Leyen bekommt ihr Fett weg: Sie führe die Kommission mit einem „kleinen Kreis nichtgewählter Mitarbeiter“ und wehre Kritik reflexhaft ab. Wer Misstrauen äußere, werde rasch als „Putin-Freund“ diffamiert – ein Mechanismus, den auch viele Bürger in Deutschland nur allzu gut kennen, wenn sie es wagen, unbequeme Fragen zu stellen.
Die EU rüstet zum Krieg – und stellt Leichensäcke aus
Das vielleicht beklemmendste Bild dieser Reportage entsteht am Ende: In den Fluren des Straßburger Parlaments steht eine Soldatenpuppe, von rotem Licht angestrahlt, an ihrem Gürtel ein schwarzer Beutel. Berg identifiziert ihn nüchtern als Leichensack. „Das gehört ja dazu“, sagt sie. Eine olivgrüne Stellwand fordert derweil, „die Ukraine in einen Stahligel zu verwandeln“. Während die EU sich also lautstark als Friedensprojekt feiert, atmen ihre Flure längst den Geist der Aufrüstung. Ein Widerspruch, der nachdenklich stimmen sollte.
Was bleibt – und was Anleger daraus lernen können
Diese Momentaufnahme aus dem Inneren der EU zeichnet das Bild eines Apparats, der sich selbst feiert, während er die Sorgen der Bürger ignoriert: explodierende Kosten, ausufernde Überwachung, eine bedenkliche Kriegsrhetorik und eine politische Klasse, die sich gegenseitig Orden umhängt. Wer angesichts dieser Entwicklungen das Vertrauen in Institutionen und Papierwährungen verliert, befindet sich in guter Gesellschaft. Nicht ohne Grund besinnen sich immer mehr Menschen auf bewährte Sachwerte. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg jede politische Verirrung und jede Inflation überdauert – als greifbare Vermögenssicherung jenseits des bürokratischen Zugriffs. Als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten Edelmetalle genau jene Stabilität, die im Brüsseler Werte-Theater so schmerzlich vermisst wird.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig ausreichend zu recherchieren oder fachkundigen Rat einzuholen und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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