
Bundeswehr wächst erstmals seit Jahren – doch reicht das für Deutschlands Sicherheit?

Die Bundeswehr verzeichnet einen Zuwachs von rund 3.000 Soldaten und zählt nun 184.200 aktive Kräfte. Verteidigungsminister Boris Pistorius verkündet stolz das beste Einstellungsergebnis seit Aussetzung der Wehrpflicht. Doch hinter den vermeintlich positiven Zahlen verbirgt sich eine ernüchternde Realität, die grundlegende Fragen zur Verteidigungsfähigkeit Deutschlands aufwirft.
Zahlen, die auf den ersten Blick beeindrucken
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums stieg die Zahl der freiwilligen Wehrdienstleistenden im vergangenen Jahr auf 12.200 – ein Plus von mehr als 18 Prozent gegenüber 2024. Insgesamt stellte die Bundeswehr 2025 mehr als 25.000 Soldaten ein, was einem Anstieg von 23 Prozent entspricht und das beste Ergebnis seit 2011 darstellt. Die aktive Truppe sei so groß wie seit zwölf Jahren nicht mehr, verkündet Pistorius mit sichtlichem Stolz.
Doch wer genauer hinschaut, erkennt die Schattenseiten dieser vermeintlichen Erfolgsmeldung. Das selbstgesteckte Ziel von 15.000 freiwilligen Wehrdienstleistenden wurde deutlich verfehlt. Für dieses Jahr peilt das Ministerium sogar 20.000 an – eine Zielmarke, die angesichts der bisherigen Entwicklung mehr als ambitioniert erscheint.
Die Abbruchquote als Dauerproblem
Besonders besorgniserregend bleibt die Abbruchquote, die weiterhin bei knapp 25 Prozent liegt. Jeder vierte Rekrut verlässt die Truppe vorzeitig – ein Armutszeugnis für die Attraktivität des Soldatenberufs in Deutschland. Das Ministerium setzt auf sogenanntes "besseres Erwartungsmanagement", heimatnahe Angebote und alternative Dienstoptionen. Ob diese Maßnahmen tatsächlich greifen werden, bleibt fraglich.
„3000 Soldaten sind im Krieg an einem Tag verbraten. Hier gibt's nichts zu jubeln. Frieden wäre ein guter Grund dafür."
Diese nüchterne Einschätzung eines Kommentators bringt das Dilemma auf den Punkt. In Zeiten, in denen die sicherheitspolitische Lage in Europa angespannt bleibt und der Ukraine-Krieg andauert, wirken 3.000 zusätzliche Soldaten wie ein Tropfen auf den heißen Stein.
NATO-Ziele in weiter Ferne
Um die NATO-Vorgaben zu erfüllen, soll die Truppe bis Mitte der 2030er Jahre auf 260.000 Aktive anwachsen. Hinzu kommen 200.000 Reservisten. Diese Zahlen verdeutlichen die gewaltige Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Bei einer jährlichen Einstellungsquote von 25.000 Soldaten und einer Abbruchrate von 25 Prozent erscheint dieses Ziel nahezu unerreichbar.
Zum Vergleich: Die Schweiz verfügte vor ihrer Armeereform über 600.000 Milizen – bei einem Zehntel der deutschen Bevölkerung. Deutschland mit seinen über 80 Millionen Einwohnern bringt gerade einmal 184.000 Soldaten zusammen. Ein Verhältnis, das nachdenklich stimmen sollte.
Die Frage nach der Motivation
Was treibt junge Menschen heute dazu, sich für den Dienst an der Waffe zu entscheiden? Ist es patriotische Überzeugung, die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, oder schlicht der Mangel an Alternativen in einer deindustrialisierten Wirtschaft? Das Verteidigungsministerium schweigt sich über die Zusammensetzung der Neueinstellungen aus – keine Transparenz über Herkunft, Alter oder Motivation der Rekruten.
Die zunehmende Deindustrialisierung Deutschlands, befeuert durch eine verfehlte Energiepolitik und ideologiegetriebene Wirtschaftsentscheidungen, könnte paradoxerweise der Bundeswehr in die Hände spielen. Wer keinen Job in der schwächelnden Privatwirtschaft findet, sucht möglicherweise Zuflucht in der staatlichen Beschäftigung. Ob aus solchen Rekruten überzeugte Verteidiger des Vaterlandes werden, darf bezweifelt werden.
Kriegsrhetorik statt Friedenspolitik
Die politische Führung in Berlin setzt weiterhin auf eine aufgeblähte Kriegsrhetorik. Das Narrativ vom bevorstehenden russischen Angriff wird gebetsmühlenartig wiederholt, während eine nüchterne Lageeinschätzung und diplomatische Bemühungen um Frieden in den Hintergrund treten. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz scheint diesen Kurs fortzusetzen, anstatt auf Deeskalation zu setzen.
Deutschland hat sich durch seine russophobe Politik und die Zerstörung der Energiepartnerschaft mit Russland selbst in eine prekäre Lage manövriert. Die Folgen sind allgegenwärtig: Deindustrialisierung, Inflation, Rekordschulden und eine gespaltene Gesellschaft. Ob eine aufgerüstete Bundeswehr diese hausgemachten Probleme lösen kann, darf stark bezweifelt werden.
Die Zahlen mögen auf dem Papier einen Aufwärtstrend zeigen. Doch solange die grundlegenden strukturellen Probleme nicht angegangen werden und die politische Führung weiterhin auf Konfrontation statt auf Diplomatie setzt, bleibt die Bundeswehr weit davon entfernt, eine schlagkräftige Verteidigungsarmee zu sein. Was Deutschland braucht, ist keine Aufrüstung für fremde Kriege, sondern eine Politik, die den Frieden sichert und die Interessen der eigenen Bürger in den Vordergrund stellt.
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