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Kettner Edelmetalle
27.02.2026
07:49 Uhr

Chaos bei der Deutschen Bahn: Finanzchefin fliegt nach nur drei Monaten

Man könnte meinen, bei der Deutschen Bahn sei man an Verspätungen gewöhnt – doch diese Personalie kam offenbar deutlich zu früh an ihrem Ende an. Nach gerade einmal drei Monaten im Amt muss Finanzvorständin Karin Dohm ihren Posten bei Deutschlands größtem Staatskonzern bereits wieder räumen. Ein beispielloser Vorgang, der einmal mehr ein Schlaglicht auf die desolaten Zustände bei dem Unternehmen wirft, das eigentlich das Rückgrat der deutschen Mobilität bilden sollte.

Eigenmächtiges Handeln mit weitreichenden Folgen

Wie die „Süddeutsche Zeitung" berichtet, soll die Abberufung der 53-Jährigen auf einer Aufsichtsratssitzung im März formell beschlossen werden. Die Entscheidung stehe jedoch bereits fest. Bahn-Chefin Evelyn Palla sei nichts anderes übrig geblieben, als die Reißleine zu ziehen – ein Bild, das bei einem Verkehrsunternehmen unfreiwillig komisch anmutet.

Der Stein des Anstoßes: Dohm soll im Dezember ohne jegliche vorherige Absprache mit den zuständigen Interessenvertretern eine Gesellschafterweisung unterzeichnet haben, die zur Aufspaltung der Bahn-Tochter DB Services führte. Ein Alleingang von beachtlicher Tragweite. Die Konzernbetriebsratsvorsitzende Heike Moll fand dafür unmissverständliche Worte:

„Würden Mitarbeitende derart gegen dienstliche Absprachen verstoßen, müssten sie um ihre berufliche Zukunft bangen."

Dohm habe eine „rote Linie" überschritten, der vermeintliche Neustart sei zum Fehlstart geworden, so Moll weiter. Doch damit nicht genug: Die ehemalige Hornbach-Finanzchefin soll sich dem Bericht zufolge auch wiederholt mit anderen Führungskräften wegen Kleinigkeiten angelegt und damit zahlreiche Mitarbeiter, Politiker und zuletzt eben auch den Konzernbetriebsrat gegen sich aufgebracht haben.

Symptom einer tiefgreifenden Krise

Die Deutsche Bahn selbst wollte sich zu der Personalie nicht äußern – eine Zurückhaltung, die angesichts der Brisanz des Vorgangs Bände spricht. Dohm war erst zum 1. Dezember von der Baumarktkette Hornbach zur Bahn gewechselt. Dass eine Spitzenmanagerin nach so kurzer Zeit derart spektakulär scheitert, wirft unweigerlich Fragen auf. Nicht nur über die Person selbst, sondern vor allem über die Auswahlprozesse und die Führungskultur in einem Konzern, der zu hundert Prozent dem Bund gehört.

Für den deutschen Steuerzahler, der die chronisch defizitäre Bahn seit Jahrzehnten mit Milliardensummen am Leben hält, ist dieses Personalchaos ein weiterer Schlag ins Gesicht. Während Züge verspätet sind, Infrastruktur marode vor sich hin bröckelt und das Prestigeprojekt Stuttgart 21 sich um weitere Jahre verzögert, leistet sich die Konzernspitze interne Machtkämpfe und personelle Fehlgriffe, die an Realsatire grenzen.

Wann kommt endlich die echte Wende?

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen auch massive Investitionen in die Infrastruktur angekündigt. Doch was nützen Milliarden, wenn sie in einen Konzern fließen, dessen Führungsebene offenkundig nicht funktioniert? Die Deutsche Bahn braucht keine weiteren Personalrochaden und keine Manager, die im Alleingang Fakten schaffen. Sie braucht endlich eine Führung, die das tut, wofür sie bezahlt wird: einen funktionierenden Bahnbetrieb für die Bürger dieses Landes sicherzustellen. Ob das unter den gegebenen Strukturen jemals gelingen kann, darf bezweifelt werden.

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