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Kettner Edelmetalle
23.01.2026
13:36 Uhr

Chaos im Wirtschaftsministerium: Reiches Kontrollwahn lÀhmt die deutsche Industrie

Chaos im Wirtschaftsministerium: Reiches Kontrollwahn lÀhmt die deutsche Industrie
Symbolbild: KI-generiert

WĂ€hrend die deutsche Wirtschaft hĂ€nderingend auf dringend benötigte Reformen wartet, beschĂ€ftigt sich das Bundeswirtschaftsministerium offenbar mit der korrekten Formatierung von Ministerreden. Was sich derzeit unter der FĂŒhrung von Katherina Reiche (CDU) im wichtigsten Wirtschaftsressort der Republik abspielt, lĂ€sst selbst hartgesottene Beobachter fassungslos zurĂŒck.

BĂŒrokratischer Irrsinn statt wirtschaftspolitischer Impulse

Im Ministerium kursiert ein Dokument, das den Begriff Mikromanagement auf eine völlig neue Ebene hebt. Minutiös wird darin vorgeschrieben, wie die Reden der Ministerin vorzubereiten seien. Die BegrĂŒĂŸung des Publikums habe "ohne AufzĂ€hlungszeichen, linksbĂŒndig" zu erfolgen, der Redetext sei in "ausfĂŒhrlicher Punktation" aufzuschreiben. Klammern dĂŒrften nur verwendet werden, wenn sie "unverzichtbar" seien. SĂ€mtliche Dokumente mĂŒssten im A4-Hochformat, Schriftsatz Arial 16 Punkt mit Zeilenabstand 1,5 formatiert werden.

Man reibt sich verwundert die Augen: Ist dies wirklich das Wirtschaftsministerium einer der grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften der Welt – oder eine Behörde, die sich in bĂŒrokratischem Kleinklein verliert, wĂ€hrend draußen die Industrie um ihre Zukunft bangt?

Flucht der Fachleute aus dem Ministerium

Besonders pikant erscheint die Tatsache, dass das zustĂ€ndige Referat fĂŒr "Reden und strategische Kommunikation" praktisch verwaist ist. Die ehemalige Referatsleiterin, noch unter Robert Habeck eingesetzt, verließ das Ministerium unmittelbar nach dem Regierungswechsel. Auch die beiden Redenschreiber, die unter ihr tĂ€tig waren, haben mittlerweile das Weite gesucht. Ob und wann diese Stellen neu besetzt werden, wollte das Ministerium bezeichnenderweise nicht verraten.

Dieser Exodus qualifizierter Mitarbeiter wirft ein bezeichnendes Licht auf die ArbeitsatmosphÀre im Hause Reiche. Wenn selbst erfahrene Fachleute das Handtuch werfen, sollten bei der Ministerin sÀmtliche Alarmglocken schrillen.

Wirtschaft verliert die Geduld

Die Konsequenzen dieses FĂŒhrungsstils zeigen sich bereits in handfesten Verzögerungen bei wichtigen Gesetzesvorhaben. Der dringend benötigte Industriestrompreis, die Novelle des GebĂ€udeenergiegesetzes und die Kraftwerksstrategie fĂŒr den Energiesektor – alles liegt hinter dem Zeitplan. FĂŒr ein Land, das sich in einer der schwersten wirtschaftlichen Krisen der Nachkriegszeit befindet, ist dies schlichtweg inakzeptabel.

"Von einem Aufbruch ist inzwischen immer weniger zu spĂŒren. Es braucht echte Reformen und unbequeme Entscheidungen – jetzt."

Diese deutlichen Worte von Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des Maschinenbauverbands VDMA, sprechen BĂ€nde. Die deutsche Industrie hat keine Zeit mehr fĂŒr Formatierungsrichtlinien und Mappenpackschulungen.

Offshore-Windkraft: Ein Trauerspiel deutscher Energiepolitik

Schleswig-Holsteins Energie- und Umweltminister Tobias Goldschmidt bringt das Dilemma auf den Punkt: Kein einziges Unternehmen biete mehr auf FlĂ€chen fĂŒr neue Windkraftanlagen auf See, weil die Unsicherheiten schlicht zu groß seien. Die Firmen wĂŒssten weder, mit welchen Finanzierungsbedingungen sie rechnen könnten, noch wie die kĂŒnftige FlĂ€chenverteilung aussehen werde.

Goldschmidts Forderung nach einem "Krisengipfel aller Beteiligten" verhallt offenbar ungehört. Stattdessen, so sein vernichtendes Urteil, "geschieht nichts".

Ein Déjà-vu der Inkompetenz

Nach Jahren grĂŒner Wirtschaftspolitik unter Robert Habeck, die Deutschland an den Rand der Deindustrialisierung gefĂŒhrt hat, hofften viele auf einen Neuanfang unter konservativer FĂŒhrung. Doch was sich nun im Wirtschaftsministerium abspielt, lĂ€sst befĂŒrchten, dass lediglich die Farbe des Parteibuchs gewechselt wurde – nicht aber die UnfĂ€higkeit, dieses Land wirtschaftspolitisch voranzubringen.

Deutschland braucht keine Ministerin, die sich in SchriftgrĂ¶ĂŸen und ZeilenabstĂ€nden verliert. Deutschland braucht endlich wieder eine Wirtschaftspolitik, die diesen Namen verdient.

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