
Chevron sichert sich Tankerflotte für Venezuela: Die neue Ära amerikanischer Ölpolitik beginnt

Während die Welt noch die dramatischen Ereignisse des vergangenen Wochenendes verarbeitet, bei denen US-Spezialeinheiten den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro festsetzten, positioniert sich der amerikanische Ölgigant Chevron bereits für die neue Realität in Südamerika. Elf Tanker hat das Unternehmen gechartert – die höchste Anzahl seit Oktober – und signalisiert damit unmissverständlich, wer künftig die Fäden in der venezolanischen Ölindustrie ziehen wird.
Die "Don-Roe-Doktrin" nimmt Gestalt an
Was manche als Neuauflage der historischen Monroe-Doktrin bezeichnen, hat unter der Trump-Administration einen neuen Namen erhalten: die "Don-Roe-Doktrin". Der Kern dieser Strategie ist unmissverständlich – die Vereinigten Staaten beanspruchen die Kontrolle über die westliche Hemisphäre und drängen dabei gezielt den Einfluss Chinas und Russlands zurück. Venezuela, mit seinen gewaltigen Ölreserven, die etwa ein Fünftel der weltweiten nachgewiesenen Vorkommen ausmachen, steht dabei im Zentrum dieser geopolitischen Neuordnung.
Chevron befindet sich in einer beneidenswerten Position. Als einziges westliches Unternehmen verfügt der Konzern über eine US-Lizenz zur Produktion und zum Export venezolanischen Rohöls. Bereits jetzt fördert Chevron ein Viertel der gesamten Ölproduktion des Landes – ein operativer und regulatorischer Burggraben, den kein anderer Ölmulti auch nur annähernd vorweisen kann.
Die Tankerflotte als Zeichen der Macht
Die elf gecharterten Schiffe sollen noch in diesem Monat in den venezolanischen Häfen Jose und Bajo Grande einlaufen. Ein Tanker hat bereits Rohöl geladen, zwei weitere liegen derzeit vor Anker. Das schwarze Gold ist für amerikanische Raffinerien am Golf von Amerika bestimmt – darunter namhafte Abnehmer wie Valero Energy, Phillips 66 und Marathon Petroleum.
US-Präsident Donald Trump erklärte unmissverständlich, dass amerikanische Ölunternehmen "Milliarden von Dollar investieren werden, um die marode Infrastruktur zu reparieren" und Venezuela künftig "wahrscheinlich in deutlich größeren Mengen" Öl verkaufen werde.
Analysten sehen moderate Auswirkungen auf den Ölpreis
Die Reaktion der Märkte fiel zunächst euphorisch aus. Aktien von Chevron, ConocoPhillips und ExxonMobil schossen am Montag nach oben. Doch bereits am Dienstag hatte Chevron einen Großteil dieser Gewinne wieder abgegeben – ein Zeichen dafür, dass die Anleger die langfristigen Implikationen noch abwägen.
UBS-Analyst Henri Patricot sieht die Entwicklungen kurzfristig als leicht negativ für den Ölpreis. Venezuela produziert derzeit etwa 900.000 Barrel pro Tag – weniger als ein Prozent des globalen Angebots. Die Produktion war im Dezember aufgrund der US-Sanktionen um rund 150.000 Barrel täglich eingebrochen. Sollten die Restriktionen aufgehoben werden, könnte die Förderung relativ schnell wieder auf eine Million Barrel steigen.
Das langfristige Potenzial und seine Hürden
Goldman Sachs prognostiziert für 2026 einen durchschnittlichen Brent-Preis von 56 Dollar pro Barrel. Die Analysten betonen jedoch die erheblichen Abwärtsrisiken für 2027 und darüber hinaus, sollte die venezolanische Produktion tatsächlich deutlich steigen. Vor zehn Jahren förderte Venezuela noch 2,5 Millionen Barrel täglich – eine Rückkehr zu diesem Niveau würde allerdings massive Investitionen und vor allem politische Stabilität erfordern.
Die Erfahrungen aus anderen von den USA unterstützten Regimewechseln in ölproduzierenden Ländern mahnen zur Vorsicht. Der Irak konnte seine Produktion zwar steigern, doch dies geschah in einer Phase deutlich höherer Ölnachfrage. Libyen hingegen hat bis heute nicht das Produktionsniveau von vor 2011 erreicht.
Das Ende der Schattenflotte?
Eine besonders interessante Entwicklung betrifft die sogenannte "Schattenflotte" – jene Tanker, die unter Umgehung internationaler Sanktionen Rohöl transportieren. Schätzungen zufolge werden etwa 20 Prozent aller globalen Öltanker für den Schmuggel von sanktioniertem Rohöl eingesetzt, wobei zehn Prozent dieser Schiffe venezolanisches Öl befördern. Mit dem Machtwechsel in Caracas und der amerikanischen Kontrolle über die westliche Hemisphäre dürfte diese Schattenindustrie empfindlich getroffen werden – schlechte Nachrichten insbesondere für Chinas unabhängige "Teapot"-Raffinerien.
Geopolitische Neuordnung mit weitreichenden Folgen
Was sich in Venezuela abspielt, ist weit mehr als ein lokaler Machtwechsel. Es ist ein deutliches Signal an die Welt, dass die Vereinigten Staaten bereit sind, ihre Interessen in der westlichen Hemisphäre mit allen Mitteln durchzusetzen. Für Europa und insbesondere für Deutschland, das sich in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit befindet, sollte dies ein Weckruf sein. Die Abhängigkeit von Energieimporten bleibt eine strategische Achillesferse – und physische Werte wie Edelmetalle gewinnen in Zeiten geopolitischer Umwälzungen zusätzlich an Bedeutung als Instrument der Vermögenssicherung.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor jeder Anlageentscheidung eine umfassende eigene Recherche durchführen sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.
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