
Chinesische Billigflut überschwemmt Deutschland – Handel fordert radikale Maßnahmen
Während die deutsche Wirtschaft unter immer strengeren Auflagen und Regulierungen ächzt, flutet China den europäischen Markt mit Billigprodukten zweifelhafter Qualität. Der Handelsverband Deutschland schlägt nun Alarm und fordert drastische Gegenmaßnahmen – ein Hilferuf, der die Untätigkeit der EU-Bürokratie schonungslos offenlegt.
400.000 Pakete täglich – die schleichende Invasion
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Jeden Tag erreichen sage und schreibe 400.000 Pakete aus dem Reich der Mitte deutsche Haushalte. Was sich hinter dieser gewaltigen Zahl verbirgt, lässt aufhorchen. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, findet klare Worte für die Qualität dieser Importe: „Viele dieser Produkte sind schlicht Schrott." Eine vernichtende Bilanz, die durch Untersuchungen der Verbraucherzentralen und der Stiftung Warentest bestätigt wird.
Besonders perfide: Während deutsche Händler für jedes verkaufte Produkt mit ihrem Namen und ihrer Reputation geradestehen müssen, agieren chinesische Plattformen wie Temu und Shein in einer rechtlichen Grauzone. Sie nutzen geschickt Schlupflöcher im europäischen Recht aus und untergraben damit systematisch den fairen Wettbewerb.
Amerika macht es vor – Europa schaut zu
Während die träge EU-Maschinerie noch über mögliche Maßnahmen debattiert, haben die USA längst gehandelt. Mit der Einführung von Bearbeitungsgebühren und dem Wegfall der Zollfreigrenze verschwand die Temu-App praktisch über Nacht vom amerikanischen Markt. Ein Paradebeispiel dafür, wie entschlossenes Handeln aussehen kann – wenn der politische Wille vorhanden ist.
Die Forderungen des Handelsverbands sind eindeutig: Zölle nach amerikanischem Vorbild, vollständig digitalisierte Zollverfahren und notfalls das komplette Abschalten der Plattformen, bis diese nachweisen können, dass sie sich an europäische Standards halten. Doch was macht die EU? Sie plant gemächlich eine Streichung der Zollfreigrenze – allerdings erst für 2028. Ein Zeitplan, der angesichts der aktuellen Marktverzerrungen geradezu grotesk anmutet.
Der Preis der Untätigkeit
Die Konsequenzen dieser zögerlichen Politik tragen vor allem mittelständische deutsche Händler. Sie müssen hohe Standards erfüllen, umfangreiche Dokumentationspflichten einhalten und für jedes verkaufte Produkt haften – während ihre chinesischen Konkurrenten ungehindert den Markt mit Billigware überschwemmen. Ein Wettbewerb, der von vornherein unfair ist und die Existenz vieler deutscher Unternehmen bedroht.
Besonders bitter: Die technischen Lösungen liegen längst auf dem Tisch. Eine einheitliche Identifikationsnummer für jedes Paket, wie sie China selbst für Importe verlangt, würde gezielte Kontrollen ermöglichen. Doch statt zu handeln, verliert sich die europäische Politik in endlosen Diskussionen über Zuständigkeiten und rechtliche Feinheiten.
Zeit für klare Kante
Die Geduld des deutschen Handels ist am Ende. Genths Forderung, notfalls „den Stecker zu ziehen", mag drastisch klingen – sie ist aber die logische Konsequenz jahrelanger Untätigkeit. Wenn Plattformen systematisch europäisches Recht umgehen und den Markt mit minderwertigen Produkten fluten, dann müssen sie die Konsequenzen spüren.
Es geht hier nicht um Protektionismus, sondern um die Durchsetzung gleicher Spielregeln für alle Marktteilnehmer. Wer auf dem europäischen Markt agieren will, muss sich an europäische Standards halten – ohne Wenn und Aber. Die Alternative wäre das schleichende Sterben des deutschen Einzelhandels, der ohnehin schon unter steigenden Energiekosten, überbordender Bürokratie und einer verfehlten Wirtschaftspolitik leidet.
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz täte gut daran, diesem Thema höchste Priorität einzuräumen. Die Zeit des Zögerns und Zauderns muss ein Ende haben. Deutschland braucht eine Handelspolitik, die heimische Unternehmen schützt und faire Wettbewerbsbedingungen schafft – bevor es zu spät ist.
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