
Das Ende einer Ära: Bundesnetzagentur plant Zwangsabschaltung des bewährten DSL-Netzes

Während Millionen Deutsche mit ihrem DSL-Anschluss vollkommen zufrieden sind, schmiedet die Bundesnetzagentur bereits Pläne für dessen Abschaltung. Was als "zukunftsorientiertes Internet-Upgrade" verkauft wird, könnte für viele Bürger vor allem eines bedeuten: höhere Kosten und ungewollte Umstellungen.
Die 80-Prozent-Schwelle als Startschuss für das Kupfer-Aus
Die Behörde unter Leitung von Klaus Müller hat am Montag ihre Vorschläge für die Rahmenbedingungen einer DSL-Abschaltung präsentiert. Der Kernpunkt: Sobald in einer Region mindestens 80 Prozent der Haushalte und Unternehmen mit Glasfaser bis ins Gebäude versorgt sind, soll die Abschaltung der altbewährten Kupferleitungen eingeleitet werden können. Dabei spielt es keine Rolle mehr, welcher Netzbetreiber den Ausbau vorangetrieben hat – eine bemerkenswerte Abkehr von bisherigen Überlegungen, die eine Abschaltung an einen Antrag der Deutschen Telekom als Eigentümerin des DSL-Netzes gekoppelt hatten.
Die Netzagentur schlägt zudem feste Übergangsfristen vor. Die Vermarktung kupferbasierter Internetanschlüsse soll mindestens 24 Monate vor der endgültigen Abschaltung enden. Voraussetzung sei außerdem, dass Wettbewerber einen diskriminierungsfreien Zugriff auf die neuen Glasfasernetze erhielten – der sogenannte "Open Access".
Die unbequeme Wahrheit: Bürger wollen gar kein Glasfaser
Was die Behörde in ihren Verlautbarungen elegant umschifft, ist die schlichte Tatsache, dass die Deutschen offenbar gar keinen dringenden Bedarf an Glasfaser sehen. Laut einer Marktstudie des Branchenverbandes VATM hatten zum Jahreswechsel noch immer 23 Millionen Haushalte und Unternehmen einen DSL- oder VDSL-Anschluss. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr betrug lediglich 0,7 Millionen – ein Tempo, das man bestenfalls als gemächlich bezeichnen kann.
Für die Investoren, die Milliarden in den Glasfaserausbau gepumpt haben, ist diese Zurückhaltung der Verbraucher ein echtes Problem. Sie verdienen mit ihrem Highspeed-Internet schlicht weniger Geld als erhofft. Doch anstatt die Marktkräfte wirken zu lassen und die Bürger selbst entscheiden zu lassen, wann sie umsteigen möchten, greift nun die Regulierungsbehörde ein.
Eigentümer-Zustimmung und Kosten als Hürden
Die Gründe für die verhaltene Akzeptanz sind vielfältig. Für den Anschluss eines Gebäudes ans Glasfasernetz ist die Zustimmung der Eigentümer erforderlich – bei Mietwohnungen ein nicht zu unterschätzendes Hindernis. Hinzu kommen die Kosten für einen Umstieg, die viele Haushalte scheuen. Und seien wir ehrlich: Die höheren Geschwindigkeiten der neuen Verbindungen spielen für die meisten Endverbraucher, die hauptsächlich E-Mails abrufen und gelegentlich einen Film streamen, schlicht keine entscheidende Rolle.
Gesetzesänderungen erforderlich – Bundesregierung am Zug
Um das Konzept tatsächlich umzusetzen, sind der Netzagentur zufolge Gesetzesänderungen notwendig. Die Behörde ruft die Bundesregierung dazu auf, einen einheitlichen Plan für die Migration von Kupfer zu Glasfaser zu erstellen, inklusive Start- und Endpunkt sowie konkreter Meilensteine. Die in Deutschland aktiven Telekomfirmen können bis zum 16. März Stellung zum Konzept nehmen.
Dem Branchenverband Breko zufolge waren Mitte 2025 lediglich rund 27 Prozent der deutschen Haushalte, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen an das Glasfasernetz angeschlossen. Die Quoten unterscheiden sich regional stark – ein weiterer Hinweis darauf, dass eine pauschale Abschaltungspolitik den unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort kaum gerecht werden kann.
Fazit: Bürokratischer Zwang statt Wahlfreiheit
Was hier als technologischer Fortschritt präsentiert wird, riecht verdächtig nach staatlicher Bevormundung. Statt den Bürgern die Entscheidung zu überlassen, wann und ob sie auf Glasfaser umsteigen möchten, plant die Bundesnetzagentur einen regulatorischen Rahmen, der letztlich zum Zwangsumstieg führen wird. Dass Behördenchef Müller betont, Verbraucher müssten "frühzeitig informiert werden" und zwischen verschiedenen Anbietern wählen können, klingt wie ein schwacher Trost für all jene, die mit ihrem funktionierenden DSL-Anschluss eigentlich vollkommen zufrieden waren.
Die Frage, die sich stellt: Warum muss der Staat eingreifen, wenn der Markt offensichtlich signalisiert, dass die Nachfrage nach Glasfaser nicht so groß ist wie erhofft? Vielleicht wäre es an der Zeit, die Bürger selbst entscheiden zu lassen – eine Vorstellung, die in der deutschen Regulierungslandschaft allerdings zunehmend aus der Mode gekommen zu sein scheint.
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