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Kettner Edelmetalle
14.04.2026
16:11 Uhr

Der Kreditmarkt bebt: Warum Private Credit zum neuen Subprime werden könnte

Der Kreditmarkt bebt: Warum Private Credit zum neuen Subprime werden könnte

Es gibt Momente an den Finanzmärkten, in denen die Warnzeichen so deutlich blinken, dass selbst die Architekten des Systems nervös werden. Wir erleben gerade einen solchen Moment. Die Bosse der mächtigsten Banken der Welt – Goldman Sachs, JPMorgan – sprechen plötzlich in düsteren Metaphern über einen Markt, den sie jahrelang als Goldesel gepriesen haben: Private Credit.

Wenn die Pferde im Stall unruhig werden

Goldman-Sachs-Chef David Solomon warnte in seinem jüngsten Aktionärsbrief unmissverständlich, dass der Kreditzyklus keineswegs außer Kraft gesetzt worden sei. Sein Vorgänger Lloyd Blankfein fand noch plastischere Worte: „Ich spüre den Sturm nicht, aber die Pferde beginnen im Stall zu wiehern." Eine Formulierung, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt. JPMorgan wiederum hat bereits Fakten geschaffen und Kredite an Softwareunternehmen, die als Sicherheiten in Private-Credit-Fonds dienen, abgewertet – wohlgemerkt bevor es zu tatsächlichen Zahlungsausfällen kam. „Ich bin schockiert, dass die Leute schockiert sind", kommentierte JPMorgans Troy Rohrbaugh lakonisch.

Drei Liquiditätskrisen in sechs Wochen

Was diese Warnungen so brisant macht, ist der Kontext: Innerhalb von nur sechs Wochen kam es zu drei massiven Liquiditätsengpässen bei den größten Akteuren der Branche. Blackstones 82-Milliarden-Dollar-Fonds BCRED sah sich mit Rekord-Rücknahmebegehren von 3,7 Milliarden Dollar konfrontiert – fast acht Prozent des Fondsvermögens. Der Vermögensverwalter musste 400 Millionen Dollar aus eigener Tasche zuschießen, um die Auszahlungen überhaupt bedienen zu können. BlackRock sperrte seinen 26 Milliarden Dollar schweren HLEND-Fonds, nachdem Anleger 9,3 Prozent des Nettoinventarwerts abziehen wollten. Und Blue Owl? Der Anbieter stoppte die Rücknahmen in seinem OBDC-II-Fonds dauerhaft und verkaufte Kredite im Wert von 1,4 Milliarden Dollar, um einen geordneten Ausstieg zu ermöglichen. Die Blue-Owl-Aktie hat seitdem rund 40 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Das sind keine zufälligen Marktturbulenzen. Das sind die strukturellen Konsequenzen einer Kapitalkonzentration, die sich über ein Jahrzehnt aufgebaut hat.

Die gefährliche Parallele zu 2007

Hier wird es wirklich beunruhigend: Der Private-Credit-Markt hat mittlerweile ein Volumen von 1,8 Billionen Dollar erreicht – ungefähr die Größe des Subprime-Hypothekenmarktes auf seinem Höhepunkt im Jahr 2007. Man muss kein Finanzhistoriker sein, um bei dieser Parallele ein mulmiges Gefühl zu bekommen. Allein 2025 vereinnahmten die zehn größten Private-Credit-Fonds fast 46 Prozent des gesamten eingeworbenen Kapitals – die höchste Konzentration seit über einem Jahrzehnt. Diese gewaltige Kapitalflut zwingt die Mega-Plattformen in immer größere Deals, typischerweise bei Unternehmen mit einem EBITDA von 200 Millionen Dollar oder mehr. Das Ergebnis: Spread-Kompression, Renditeerosion und das vollständige Verschwinden jener Preisvorteile, die Private Credit eigentlich bieten sollte.

Künstliche Intelligenz als Brandbeschleuniger

Besonders brisant ist die Rolle der Künstlichen Intelligenz in diesem Gefüge. Rund 25 Prozent aller Private-Credit-Kredite entfallen auf den Softwaresektor. Die Kreditvergabe in diesem Bereich basierte auf Annahmen, die KI-Tools gerade systematisch in Frage stellen: stabile wiederkehrende Einnahmen, hohe Wechselkosten, dauerhafte Cashflows. Die Realität sieht anders aus. Die von Fitch überwachten privaten Ratings verzeichneten 2025 eine Rekord-Ausfallrate von 9,2 Prozent, gegenüber 8,1 Prozent im Vorjahr. Bei Unternehmen mit einem EBITDA unter 25 Millionen Dollar lag die Ausfallrate sogar bei erschreckenden 15,8 Prozent.

Wenn die Bewertungen von Software-Krediten die Realität der KI-Disruption widerspiegeln, wird der Hebel, der auf dem Weg nach oben die Renditen verstärkte, auf dem Weg nach unten die Verluste potenzieren. Ein Mechanismus, den man aus jeder Finanzkrise der Geschichte kennt.

Die Trump-Administration spielt mit dem Feuer

Was die Situation zusätzlich verschärft, ist der politische Kontext. Die Trump-Administration drängt gemeinsam mit der Wall Street darauf, Private-Credit-Investments über 401(k)-Pläne – das amerikanische Pendant zur betrieblichen Altersvorsorge – auch Kleinanlegern zugänglich zu machen. Ausgerechnet jetzt, wo sich der Zyklus dreht. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Während die Chefs der größten Banken öffentlich vor Risiken warnen, sollen Millionen von Arbeitnehmern mit ihren Rentenersparnissen in genau diesen Markt gelockt werden. Es ist ein Spiel mit dem Feuer, das an die verhängnisvollen Fehler der Vorkrisenzeit erinnert.

Blankfeins Warnung vor der Retail-Exposition gegenüber Private Credit verdient besondere Beachtung. Denn wenn die Liquiditätskrise sich ausweitet – und die strukturellen Probleme deuten genau darauf hin –, werden es nicht die Hedgefonds-Manager sein, die den Schaden tragen. Es werden die kleinen Sparer sein, die Arbeiter und Angestellten, deren Altersvorsorge in intransparenten Kreditvehikeln steckt.

Was bedeutet das für den deutschen Anleger?

Auch wenn Private Credit primär ein amerikanisches Phänomen ist, sollten deutsche Anleger die Entwicklung mit Argusaugen verfolgen. Die Verflechtungen der globalen Finanzmärkte sind heute so eng, dass eine Krise im US-Kreditmarkt unweigerlich Schockwellen nach Europa senden würde. Wer sich an 2008 erinnert, weiß: Was in den USA als „lokales Problem" begann, wurde binnen Monaten zur globalen Katastrophe.

In Zeiten, in denen Kreditblasen platzen, Softwareunternehmen unter dem Druck der KI-Revolution ächzen und die politischen Entscheidungsträger offenbar aus der Geschichte nichts gelernt haben, gewinnen physische Edelmetalle als Vermögenssicherung einmal mehr an Bedeutung. Gold und Silber kennen keine Ausfallraten, keine Liquiditätssperren und keine Rücknahmefristen. Sie sind das, was sie seit Jahrtausenden waren: ein Anker der Stabilität in stürmischen Zeiten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jenen Schutz, den weder Private Credit noch andere komplexe Finanzprodukte in der Krise gewährleisten können.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung einzuholen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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