
Deutsche Bank schlägt Alarm: Der Dollar verliert seinen Status als sicherer Hafen

Was jahrzehntelang als ehernes Gesetz der Finanzmärkte galt, scheint nun ins Wanken zu geraten. Die Deutsche Bank warnt in einer aktuellen Analyse davor, dass der US-Dollar seine traditionelle Rolle als Fluchtburg in Krisenzeiten einbüßen könnte – und ausgerechnet der Hype um Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle.
Das Ende einer Gewissheit
George Saravelos, globaler Leiter der Devisenforschung bei der Deutschen Bank, räumt mit einer weit verbreiteten Annahme auf. Es werde oft als Tatsache hingenommen, dass der Dollar ein sicherer Hafen sei, der bei Risikoaversion zulege, so Saravelos in einer Anfang des Jahres veröffentlichten Analyse. Doch ein einfacher Blick auf die Korrelation zwischen Dollar und Aktienmärkten zeige, dass dies schlicht nicht mehr stimme. Die durchschnittliche Korrelation zwischen dem Greenback und den Aktienmärkten habe historisch nahe null gelegen, und im vergangenen Jahr habe sich der Dollar erneut vom S&P 500 entkoppelt.
Was steckt dahinter? Der US-Aktienmarkt sei durch die massive Konzentration auf Künstliche Intelligenz und die damit verbundenen Kannibalisierungsrisiken deutlich riskanter geworden. Die jüngsten Verwerfungen im Softwaresektor – der S&P 500 Software & Services Index hat in diesem Jahr bereits knapp 20 Prozent eingebüßt – illustrieren diese Gefahr eindrücklich.
700 Milliarden Dollar für ein Versprechen
Die sogenannten Hyperscaler – Amazon, Microsoft, Meta und Alphabet – haben für dieses Jahr Investitionsausgaben von bis zu 700 Milliarden Dollar allein für KI-Infrastruktur angekündigt. Eine schwindelerregende Summe, die unweigerlich die Frage aufwirft: Werden diese gewaltigen Investitionen jemals angemessene Renditen abwerfen? Die Nervosität an den Märkten ist jedenfalls greifbar. Zeitweise wurden über eine Billion Dollar an Marktkapitalisierung bei den großen Technologiekonzernen vernichtet – ein Aderlass, der an die dunkelsten Tage der Dotcom-Blase erinnert.
Und genau diesen historischen Vergleich zieht auch Saravelos. Wenn die Quelle negativer Aktiennachrichten in den USA liege und der Rest der Welt sich besser entwickle, sei es durchaus möglich, dass der Dollar falle, während gleichzeitig die Aktienmärkte nachgäben – ganz ähnlich wie während der Dotcom-Krise 2002. Je unattraktiver der Dollar als Portfolio-Absicherung werde, desto größer sei der Anreiz, die Dollar-Exponierung zu reduzieren.
Trumps Zollpolitik als Brandbeschleuniger
Doch die KI-Risiken sind bei weitem nicht der einzige Faktor, der am Fundament des Dollars nagt. Die aggressive Zollpolitik von Präsident Donald Trump hat die Leitwährung zusätzlich unter Druck gesetzt. Die im Jahr 2025 verhängten globalen Vergeltungszölle lösten regelrecht eine „Sell America"-Bewegung aus, bei der Investoren weltweit US-Vermögenswerte – einschließlich des Dollars – abstießen. Der Dollar-Index verlor 2025 satte 9,4 Prozent und hat auch in diesem Jahr bereits weitere 1,4 Prozent eingebüßt.
Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass eine Politik der wirtschaftlichen Abschottung und des permanenten Konflikts mit Handelspartnern nicht gerade vertrauensbildend für eine Reservewährung wirkt. Was Trump als Stärke verkauft, entpuppt sich zunehmend als Bumerang für den Greenback.
Die Flucht aus dem Dollar hat bereits begonnen
Peter Boockvar, Investmentchef bei BFG Wealth Partners, bringt es auf den Punkt: Investoren hätten erkannt, dass sieben Aktien nicht ihre einzige Wahlmöglichkeit seien – es gebe eine ganze Welt voller Chancen. Ausländische Investoren hätten zwar weiterhin in den USA investiert, aber ihre Dollar-Exponierung in einem Ausmaß abgesichert, wie er es noch nie zuvor gesehen habe.
Statt des Dollars rücken nun andere Währungen in den Fokus: Der australische Dollar, skandinavische Währungen und Schwellenländer-Devisen erscheinen laut Saravelos zunehmend attraktiver. Der Dollar habe seinen „Exzeptionalismus" vor dem Hintergrund eines positiveren globalen Wachstumsumfelds schlicht verloren.
Was bedeutet das für Anleger?
Für deutsche Anleger sollte diese Entwicklung ein Weckruf sein. Wer sein Vermögen überwiegend in dollardenominierten Anlagen geparkt hat, setzt sich einem doppelten Risiko aus: dem Kursrisiko der US-Technologiewerte und dem Währungsrisiko eines schwächelnden Dollars. In Zeiten, in denen selbst die Deutsche Bank – wahrlich kein Hort des Alarmismus – vor dem Verlust des Dollar-Status als sicherer Hafen warnt, erscheint eine breite Diversifikation wichtiger denn je.
Gerade physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben in solchen Phasen der Unsicherheit historisch ihre Stärke bewiesen. Während Papierwährungen an Vertrauen verlieren und Technologieblasen platzen können, bleibt der innere Wert von Edelmetallen bestehen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jene Absicherung, die der Dollar offenbar nicht mehr zuverlässig liefern kann.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Quellen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Anlageentscheidungen erfolgen stets auf eigenes Risiko.
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