
Deutschlands Autoindustrie am Abgrund: Wenn die Politik schläft, sterben die Jobs

Was sich derzeit in den Werkshallen der deutschen Automobilzulieferer abspielt, ist mehr als eine konjunkturelle Delle. Es ist der schleichende Tod einer Schlüsselindustrie, die einst das Rückgrat unseres Wohlstands bildete. Während Berliner Politiker sich in ideologischen Grabenkämpfen über die richtige Antriebstechnologie verlieren, schließen reihenweise Fabriken, fallen Tausende Arbeitsplätze, und das einst stolze Industrieland Deutschland erlebt eine bittere Lehrstunde in Sachen Realitätsverweigerung.
Alarmruf aus Frankreich: „Eine ganz neue Erfahrung für Deutschland"
Christophe Périllat, Chef des französischen Zulieferriesen Valeo, findet im Gespräch mit der Welt am Sonntag deutliche Worte. Die europäische Autoindustrie sei zwar noch in ihrer Breite intakt, doch das Zeitfenster zum Gegensteuern schließe sich rasant. Sollte die Politik weiter zaudern, drohten in den nächsten fünf bis zehn Jahren Einschnitte, wie sie Deutschland in seiner Industriegeschichte noch nicht erlebt habe. Périllat beziffert den Wettbewerbsnachteil gegenüber China auf satte 30 Prozent – ein Abgrund, der mit jeder weiteren Quartalsmeldung tiefer wird.
Besonders pikant: Périllat fordert offen Schutzzölle nach dem Vorbild Chinas, der USA, Indiens und Südamerikas. Nur Europa, so der Valeo-Chef, übe sich in einem dogmatischen Freihandels-Idealismus, während die Konkurrenz längst harte Industriepolitik betreibe. Vor 18 Monaten habe man Zölle als Protektionismus gebrandmarkt – nun, da die Krise unübersehbar sei, drehe sich die Stimmung. Konsens? Fehlanzeige. Brüssel diskutiert, Berlin zaudert, und in Thüringen und Niedersachsen brennt derweil das Haus.
MoldTecs: Wenn die Krise im Werkstor steht
Wie konkret die Lage längst ist, zeigt der Fall MoldTecs. Der Kunststoffteilehersteller hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind die Standorte Sonneberg in Thüringen mit rund 330 Mitarbeitern und Bad Harzburg in Niedersachsen mit etwa 180 Beschäftigten. Insgesamt stehen 510 Arbeitsplätze auf der Kippe. Die Begründung des Unternehmens liest sich wie ein politisches Anklageprotokoll: rückläufige Nachfrage, brutaler internationaler Wettbewerbsdruck, exorbitante Energie- und Standortkosten.
Die Strompreise, die wir uns über Jahre durch eine ideologisch verbrämte Energiepolitik selbst eingebrockt haben, erweisen sich jetzt als industrieller Sargnagel. Wer geglaubt hat, man könne eine Industrienation auf Wunschdenken und Subventionen aufbauen, erlebt nun die harte Realität. MoldTecs verspricht zwar einen geordneten Weiterbetrieb bis Ende 2026 – doch wer kennt diese Insolvenzgeschichten, weiß, was am Ende meist übrig bleibt: ein Standort weniger, eine Region ärmer.
VDA prognostiziert: 225.000 Jobs weg bis 2035
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) liefert die makroökonomische Hiobsbotschaft. VDA-Präsidentin Hildegard Müller spricht gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland von einem zu erwartenden Stellenverlust von 225.000 Arbeitsplätzen bis 2035 – satte 35.000 mehr als bislang angenommen. Die Prognose hänge stark vom künftigen Antriebsmix ab. Bleibe Technologieoffenheit politisch erhalten, könnten immerhin 50.000 Jobs gerettet werden.
Genau hier zeigt sich das ganze Drama der vergangenen Jahre: Eine ideologisch verengte Verbots- und Vorgabenpolitik, die ausschließlich auf die Elektromobilität setzte, hat dem Industriestandort schwere Wunden geschlagen. Verbrennungsmotoren, an denen Deutschland weltweit führend war, wurden quasi per Federstrich für tot erklärt. Wer da glaubt, China, das beim Verbrenner längst nicht so stark ist wie beim E-Antrieb, würde sich an europäische Selbstbeschränkungen halten, lebt in einer Parallelwelt.
Strukturkrise mit Ansage
Diese Krise ist keine Naturkatastrophe. Sie ist das Resultat politischer Entscheidungen – oder besser gesagt: politischer Nicht-Entscheidungen. Während Frankreich seine Industrie schützt, die USA mit Trumps Zöllen brachial gegensteuern und China sein industriepolitisches Programm gnadenlos durchzieht, übt sich Europa in moralischer Selbstgefälligkeit. Die deutschen Autobauer, die selbst in China produzieren, blockieren Schutzzölle – kein Wunder, sie haben ihre Werke längst dort, wo der Strom günstig und die Bürokratie überschaubar ist.
Zurück bleibt der deutsche Mittelstand, die Zulieferer, die Arbeiter in Sonneberg und Bad Harzburg. Sie bezahlen die Rechnung für Jahre ideologisch motivierter Wirtschaftspolitik. Die neue Große Koalition unter Merz und Klingbeil hat ein 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur aufgelegt – doch ob diese Schuldenflut den industriellen Niedergang aufhalten kann oder am Ende nur die Inflation befeuert, darf bezweifelt werden. Schulden schaffen keine Wettbewerbsfähigkeit. Bezahlbare Energie, schlanke Bürokratie und eine Industriepolitik mit Augenmaß täten es.
Was bleibt dem Bürger?
Die bittere Wahrheit ist: Wer sich auf Arbeitsplätze in der deutschen Industrie als sicheren Anker für seine Altersvorsorge verlassen hat, muss umdenken. Vermögenssicherung wird in Zeiten industrieller Erosion und galoppierender Staatsverschuldung zur Überlebensfrage. Wenn ganze Branchen wegbrechen, Steuereinnahmen sinken und die Inflation durch das Sondervermögen weiter angeheizt wird, bleibt die Frage: Worauf kann man sich noch verlassen?
Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben in jeder industriellen und politischen Umwälzung ihren Wert bewahrt. Sie sind keine Wundermittel, aber sie sind das, was Staaten und Notenbanken nicht beliebig vermehren können. In einem breit gestreuten Vermögensportefeuille bieten sie eine vernünftige Beimischung – gerade dann, wenn die industrielle Basis eines Landes bröckelt und das Vertrauen in politische Steuerungsfähigkeit schwindet.
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