
Die Kriegsbegeisterung der Salon-Intellektuellen: Wenn Empfindsamkeit an der Frontlinie endet
Es ist eine der bemerkenswertesten Widersprüchlichkeiten unserer Zeit: Eine gesellschaftliche Schicht, die sich in Fragen der Sprache, der Gefühle und der zwischenmenschlichen Rücksichtnahme für den Gipfel der Zivilisation hält, entwickelt gleichzeitig eine erschreckende Kaltschnäuzigkeit, sobald es um Krieg, Waffen und tausendfachen Tod geht. Wie passt das zusammen? Diese Frage stellt sich mit unbequemer Dringlichkeit, wenn man die Debattenlandschaft der vergangenen Jahre betrachtet.
Zwischen Gendersternchen und Panzerlieferungen
Man stelle sich das Paradoxon einmal bildhaft vor: Dieselben Kreise, die stundenlang darüber diskutieren können, ob ein falsch gewähltes Pronomen bereits eine Form von Gewalt darstelle, haben offenbar keinerlei Schwierigkeit damit, wenn nur wenige Flugstunden entfernt junge Männer in Schützengräben verbluten. Empfindsamkeit als höchstes Gut – aber bitte nur dort, wo sie nichts kostet und keinen Mut erfordert.
Bereits im Oktober 2022 war dieses Phänomen einer aufmerksamen Beobachterin aufgefallen. Von einer regelrechten Kriegsbegeisterung westlicher Intellektueller war damals die Rede. Gemeint war ausdrücklich nicht die selbstverständliche Solidarität mit einem angegriffenen Land – diese sei legitim und menschlich. Gemeint war vielmehr jene seltsame Faszination, die sich plötzlich einstellte: die Begeisterung für Waffen, für Panzer, für Frontverläufe und für den heroisch verklärten Kampfgeist einer politischen Führung.
„Selenskyj – plötzlich ein Held“ – so tönte es damals aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Und mit dieser Heldenverehrung stand der Sender wahrlich nicht allein.
Die Sehnsucht nach dem großen Drama
Woher rührt diese merkwürdige Lust am Konflikt? Man könnte vermuten, dass in einer weitgehend saturierten, wohlstandsverwöhnten Gesellschaft die Sehnsucht nach dem großen, bedeutungsschweren Moment groß ist. Der Krieg – bequem aus der Ferne betrachtet – liefert das moralische Drama, nach dem sich manch ein Feuilletonist zu sehnen scheint. Man darf endlich wieder eindeutig Position beziehen, Gut gegen Böse, ohne selbst die Konsequenzen tragen zu müssen.
Es ist eben ein Leichtes, aus der Sicherheit einer deutschen Redaktionsstube heraus die immer schwereren Waffen zu fordern. Die eigenen Kinder stehen schließlich nicht an der Front. Der Preis wird von anderen bezahlt – von Ukrainern und Russen gleichermaßen, die tausend Kilometer entfernt ihr Leben lassen.
Realität statt moralischer Selbstberauschung
Was in dieser Gemengelage fehlt, ist der nüchterne Blick auf die Wirklichkeit. Nur die Realität kann uns retten, so lautet die zutreffende Diagnose. Und diese Realität bedeutet: Jeder Tag, an dem der Krieg andauert, kostet Menschenleben. Jede pauschale Ablehnung diplomatischer Bemühungen verlängert das Sterben. Wer den Frieden verächtlich als Kapitulation abtut, sollte sich fragen, ob er selbst je einen Tag im Schlamm eines Schützengrabens verbracht hat.
Deutschland täte gut daran, sich seiner eigenen leidvollen Geschichte zu erinnern. Ausgerechnet dieses Land, das die Schrecken des Krieges wie kaum ein anderes am eigenen Leib erfahren hat, sollte an vorderster Stelle für Besonnenheit und Verhandlungslösungen eintreten – und nicht in einen medialen Rausch der Waffenlieferungen verfallen.
Die stille Mehrheit sieht es anders
Bemerkenswert ist dabei, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung diese Kriegsbegeisterung der intellektuellen Eliten keineswegs teilt. Während in den Redaktionen und Feuilletons die martialischen Töne dominieren, sehnt sich die schweigende Mehrheit im Land nach einem Ende des Blutvergießens und einer Rückkehr zur Vernunft. Die Kluft zwischen der medialen Klasse und den Sorgen der normalen Bürger könnte kaum größer sein.
Vielleicht wäre es an der Zeit, dass jene, die sich so gerne als Hüter der Empfindsamkeit inszenieren, ihre viel beschworene Sensibilität endlich auch dorthin richten, wo Menschen tatsächlich leiden und sterben. Denn wahre Zivilisation zeigt sich nicht in der Beherrschung des korrekten Vokabulars, sondern in der Bereitschaft, für den Frieden einzutreten – auch wenn das unbequem ist.
In unsicheren Zeiten, in denen geopolitische Konflikte die Weltordnung erschüttern und das Vertrauen in politische Eliten schwindet, suchen viele Menschen nach beständigen Werten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg ihre Rolle als krisensicherer Anker bewahrt und können eine sinnvolle Ergänzung zur Absicherung des eigenen Vermögens in einem breit gestreuten Portfolio darstellen.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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