
Drägerwerk-Chef rechnet ab: Politik und EU zerstören die Grundlagen unseres Wohlstands

Es ist ein Weckruf, der durch die deutsche Wirtschaftslandschaft hallt – und er kommt aus einer Familie, die seit Generationen weiß, was unternehmerische Verantwortung bedeutet. Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender des traditionsreichen Lübecker Medizin- und Sicherheitstechnikkonzerns Drägerwerk, hat in einem bemerkenswert deutlichen Interview mit dem Handelsblatt mit der schwarz-roten Bundesregierung und insbesondere mit Brüssel abgerechnet. Seine Diagnose ist so simpel wie erschütternd: In Deutschland und Europa sei das elementare Wissen darüber, woher der Wohlstand eigentlich komme, weitgehend verloren gegangen.
Der Staat als vermeintlicher Wohlstandsproduzent – ein gefährlicher Irrglaube
Dräger bringt es auf den Punkt: Wohlstand entstehe ausschließlich durch unternehmerisches Handeln. Punkt. Und doch glaubten immer mehr Bürger – und, schlimmer noch, immer mehr Mandatsträger – das genaue Gegenteil. In ihrer Wahrnehmung sei es offenbar der Staat selbst, der Reichtum erzeuge, verteile und garantiere. Eine fatale Fehlannahme, die in der politischen Praxis zu jener Verbots- und Umverteilungspolitik führt, deren Auswirkungen die deutsche Wirtschaft täglich zu spüren bekommt.
Wer sich ein wenig in der ökonomischen Realität auskennt, weiß: Jeder Euro, den der Staat verteilt, muss zuvor von jemandem erwirtschaftet werden. Und genau diese Erwirtschafter werden in Deutschland systematisch belastet, gegängelt und mit immer absurderen Vorschriften überzogen. Dass ein wachsender Anteil von Sozialhilfeempfängern und große Teile des politischen Personals nicht mehr verstünden, welche Rolle Unternehmen tatsächlich spielten, sei – so Dräger – das eigentliche Grundproblem unserer Zeit.
Brüssel als größtes Risiko: Das PFAS-Verbot bedroht Existenzen
Doch so kritisch Dräger die Berliner Politik auch sieht – seine größte Sorge gilt der Europäischen Union. „Unser größtes Problem ist derzeit die EU“, stellt der Unternehmer unmissverständlich fest. Im Zentrum seiner Kritik steht das geplante Verbot der sogenannten Ewigkeitschemikalien, der PFAS. Ganze 18 Stoffe sollen pauschal verboten werden, obwohl sie nach Einschätzung Drägers ein eher unkritisches Risikoprofil aufwiesen – sowohl für Mensch als auch für Umwelt.
Die Konsequenzen für sein Unternehmen wären verheerend. 80 Prozent der Drägerwerk-Produkte wären betroffen. Doch Dräger warnt: Das bedeute eben nicht „nur“ einen Umsatzverlust von 80 Prozent. Es bedeute den Zusammenbruch des gesamten Systems. Die Existenz des Traditionsunternehmens stünde auf dem Spiel. Man stelle sich das einmal vor: Ein deutsches Familienunternehmen mit über 130 Jahren Geschichte, weltweit führend in Beatmungs- und Sicherheitstechnik, könnte durch eine Brüsseler Bürokratenentscheidung schlicht ausradiert werden.
Die Methanverordnung – das nächste bürokratische Monster
Als wäre das nicht genug, droht das nächste Brüsseler Ungetüm: Die EU-Methanverordnung verpflichtet ab 2027 alle Importeure von Erdgas, Erdöl und Kohle zu strengsten Dokumentationsvorschriften. Wer nicht akribisch belegen kann, wie viel Methan bei Förderung, Verarbeitung und Transport entstanden ist, dem drohen drakonische Strafen. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche spricht zwar inzwischen von einer „pragmatischen Umsetzung“ – doch wer kennt nicht den deutschen Behörden-Pragmatismus? Aus pragmatischer Umsetzung wird im Alltag schnell selektive Härte gegen unliebsame Akteure.
Eine Kette mutloser Manager – jetzt regt sich Widerstand
Bemerkenswert ist, dass Dräger nicht alleine steht. Erst kürzlich hatte Peter Harf, Chef der JAB Holding, die „selbsternannte demokratische Mitte“ scharf kritisiert und ihr vorgeworfen, sich selbst in eine Sackgasse manövriert zu haben. Es scheint, als trauten sich endlich auch jene Wirtschaftslenker den Mund aufzumachen, die jahrelang lieber geschwiegen, geklatscht oder politisch korrekt mitgenickt hatten. Besser spät als nie – auch wenn man sich fragen darf, warum diese Stimmen nicht schon vor Jahren mit derselben Wucht zu hören waren, als die Weichen in Richtung Deindustrialisierung gestellt wurden.
Was bleibt? Die Frage nach dem Schutz des eigenen Vermögens
Wer Drägers Worte ernst nimmt, kommt zu einer unbequemen Erkenntnis: Wenn selbst etablierte Industrieunternehmen ihre Existenz durch politische Entscheidungen bedroht sehen, dann ist auch der Wohlstand der Bürger nicht mehr selbstverständlich. Eine Politik, die ihre eigene Wirtschaftsbasis nicht versteht, gefährdet Arbeitsplätze, Steuereinnahmen, Renten und nicht zuletzt die Kaufkraft der Währung. Wer in solchen Zeiten allein auf staatliche Zusagen, papierne Versprechen oder politisch motivierte Anlageklassen vertraut, dem droht ein böses Erwachen.
Gerade deshalb gewinnen krisenfeste Sachwerte an Bedeutung. Physisches Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie politische Verirrungen, Währungskrisen und wirtschaftliche Verwerfungen überdauern. Sie sind weder durch Brüsseler Verordnungen verbietbar noch durch ideologische Experimente entwertbar. Als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio bieten sie genau jene Stabilität, die der Staat heute offenbar nicht mehr garantieren kann oder will.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage öffentlich verfügbarer Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlage- und Vermögensentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor wesentlichen Entscheidungen eigene Recherchen anstellen oder einen qualifizierten Berater hinzuziehen.












