
E-Auto-Mathematik: Wenn der teure Tesla plötzlich billiger ist als der Spar-Stromer

Es ist eine Rechnung, die so gar nicht ins gängige Bild passen will. Wer beim Elektroauto sparen möchte, greift instinktiv zum günstigsten Modell – und zahlt am Ende womöglich drauf. Eine aktuelle Untersuchung des Center of Automotive Management (CAM) im beschaulichen Bergisch Gladbach hat die Branche durchleuchtet und kommt zu einem Ergebnis, das man getrost als entlarvend bezeichnen darf: Ausgerechnet der teure Tesla liefert das beste Verhältnis von Preis zu Reichweite.
Die nüchterne Kennzahl, die alles auf den Kopf stellt
Studienleiter Stefan Bratzel habe einen denkbar simplen Ansatz gewählt, heißt es. Man teile schlicht den Listenpreis des Basismodells durch die jeweilige WLTP-Reichweite. Heraus komme eine einzige Zahl: Euro pro Kilometer Reichweite. Rabatte, staatliche Förderungen und Betriebskosten blieben dabei bewusst außen vor. Es gehe um das nackte Schaufenster-Versprechen.
Doch hier sei eine Mahnung angebracht: Die WLTP-Reichweite ist und bleibt ein Laborwert. Seit 2018 verbindlich in der EU, gilt sie zwar als realistischer als ihr Vorgänger – im Alltag wird sie aber, man ahnt es bereits, selten erreicht. Kälte, Autobahn, Heizung: Die Physik kennt kein Marketing.
Der Spitzenreiter kommt aus dem Hause Musk
Auf Platz eins thront das Tesla Model 3 mit Hinterradantrieb. Für 36.990 Euro und stolze 534 Kilometer WLTP-Reichweite ergebe sich ein Wert von 69,3 Euro pro Kilometer. Und das, obwohl der Preis deutlich über dem Durchschnitt der Konkurrenz liege. Dazu komme das dichte Supercharger-Netz – ein Argument, das viele heimische Hersteller bis heute schmerzlich vermissen lassen.
Der günstigste Preis am Schaufenster sagt erschreckend wenig über das tatsächliche Preis-Leistungs-Verhältnis aus.
Der Dacia Spring – günstig gekauft, teuer erkauft
Und wo bleibt der vermeintliche Preisbrecher? Der Dacia Spring, das günstigste E-Auto auf dem deutschen Markt, landet abgeschlagen auf Platz sieben. Sein bescheidener 24,3-kWh-Akku schaffe gerade einmal 221 Kilometer, woraus sich ein Wert von 76,5 Euro pro Kilometer ergebe. Wer billig kauft, kauft eben oft zweimal – oder fährt zumindest deutlich kürzer.
Bemerkenswert auch der Auftritt des Tesla Model Y, das direkt vor den Toren Berlins in Grünheide vom Band läuft: 39.990 Euro, 534 Kilometer, 74,9 Euro pro Kilometer – Platz fünf. Immerhin ein Stück lokaler Wertschöpfung in einer Region, die sonst eher für ausufernde Genehmigungsverfahren als für industrielle Tatkraft bekannt ist.
Ein Markt, der sich selbst zerfleischt
Die wohl frappierendste Erkenntnis: Zwischen dem Erstplatzierten Tesla und dem Skoda Elroq auf Rang zehn lägen gerade einmal 7,8 Euro pro Kilometer. Der Wettbewerb ist gnadenlos eng – und das chinesische Modell Leapmotor T03 mischt auf Platz zwei bereits kräftig mit. Man darf sich fragen, wo die einst so stolze deutsche Autoindustrie in diesem Ranking eigentlich bleibt. Während Politik und Brüssel die Verbrennertechnologie per Dekret beerdigen, machen asiatische und amerikanische Hersteller das Geschäft. Ein Schelm, wer hier von politischem Versagen spricht.
Was bleibt für den klugen Anleger?
Ob Tesla, Dacia oder Skoda – ein Elektroauto bleibt ein Konsumgut, das vom ersten Tag an an Wert verliert. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sollte nicht allein auf vergängliche Technik setzen, deren Restwert von politischen Launen und Förderkulissen abhängt. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie Krisen, Inflation und politische Irrwege überdauern – als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Die genannten Zahlen und Bewertungen beruhen auf der zitierten Studie. Jeder Leser ist verpflichtet, vor einer Kauf- oder Anlageentscheidung eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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