Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
21.05.2026
13:09 Uhr

Energie-Allianz Moskau-Peking: Wie Putin und Xi den Westen vorführen

Energie-Allianz Moskau-Peking: Wie Putin und Xi den Westen vorführen

Während Brüssel und Berlin sich in moralischen Schaufensterreden über Sanktionen ergehen, schmieden Russland und China im Hintergrund eine Energiepartnerschaft, die das geopolitische Kräftefeld nachhaltig verschieben dürfte. Bei den jüngsten Gesprächen zwischen Wladimir Putin und Xi Jinping inszenierte sich der Kreml-Chef als zuverlässiger Lieferant, der den unstillbaren Energiehunger der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu bedienen vermag. Eine "Lokomotive der russisch-chinesischen Energiebeziehungen" nannte Putin diese Achse – und die nackten Zahlen geben ihm recht.

Öl- und Gasflut nach Osten

Die Daten der chinesischen Zollbehörde sprechen eine deutliche Sprache: Von Januar bis April kletterten Russlands Öllieferungen nach China im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um stolze 26 Prozent auf 40,8 Millionen Tonnen. Auch die Bezüge von Flüssigerdgas legten um 16 Prozent auf zwei Millionen Tonnen zu. Bemerkenswert dabei: In monetärer Hinsicht sanken die LNG-Aufwendungen sogar um 4,6 Prozent auf knapp 993 Millionen US-Dollar. Ein klares Indiz dafür, dass Peking seinem nördlichen Nachbarn Preisabschläge abringt – schließlich ist China praktisch der einzige Abnehmer, der sich um US-Sanktionen gegen Projekte wie Arctic LNG 2 herzlich wenig schert.

Im vergangenen Jahr importierte China rund 13,5 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland, ein Plus von 18 Prozent. Über die Pipeline "Kraft Sibiriens 1" flossen 38,8 Milliarden Kubikmeter – ein Zuwachs von 25 Prozent gegenüber 2024. Xi Jinping selbst sprach von einer "günstigen Dynamik", die es ermögliche, Chinas Fünfjahresplan 2026 bis 2030 mit den nationalen Entwicklungszielen Russlands abzustimmen.

Hormus-Krise als Beschleuniger

Die Eskalation im Nahen Osten wirkt für die russisch-chinesische Energieallianz wie ein Booster. Mit der zeitweisen Blockade der Straße von Hormus und den Lieferengpässen aus Venezuela und dem Iran ist Peking gezwungen, seine Bezugsquellen radikal zu diversifizieren. Hinzu kommt eine geopolitische Drohkulisse: Internationale Medien berichteten, dass Washington unter Präsident Trump erwäge, die Kontrolle über die Straße von Malakka zu übernehmen – jenen Engpass, durch den über 80 Prozent der gesamten chinesischen Ölimporte fließen. Eine Blockade ist dabei nicht ausgeschlossen.

Vor diesem Hintergrund werden Lieferungen aus dem Norden plötzlich zur strategischen Notwendigkeit. Igor Juschkow von der Finanzuniversität der russischen Regierung formulierte es nüchtern: Öl- und Gaslieferungen aus Russland erschienen schlicht als die verlässlichere Option. Was für Moskau ein wirtschaftlicher Glücksfall ist, bedeutet für den Westen einen weiteren Verlust strategischer Hebelwirkung.

Kraft Sibiriens 2: Die Hängepartie

Während Putin sich als Zuverlässigkeit in Person präsentiert, blieb das Prestigeprojekt "Kraft Sibiriens 2" bei den Gesprächen ohne förmlichen Abschluss. Kremlsprecher Dmitrij Peskow räumte ein, dass zwar Einigung über die wesentlichen Eckdaten bestehe, aber "noch einige Nuancen zu klären sind". Beim Zeitplan herrsche kein Konsens. Vizepremier Alexander Nowak versuchte Geschäftigkeit zu vermitteln und sprach von der "Endphase" der Vertragsverhandlungen. Die Realität ist freilich, dass diese Pipeline-Idee – ursprünglich aus dem Jahr 2006 – seit fast zwei Jahrzehnten in der Warteschleife hängt. Die geplante Trasse soll mittlerweile über die Mongolei verlaufen, mit einer Transportkapazität von 50 Milliarden Kubikmetern jährlich.

Peking bleibt misstrauisch

Bei aller Harmonie-Inszenierung dürfte Xi Jinping eines klar vor Augen stehen: Wer sich zu sehr in russische Abhängigkeit begibt, zahlt einen Preis. Ein einzelnes Land darf nach Pekinger Parteivorgaben maximal 40 Prozent des chinesischen Energiemixes ausmachen. Wie schnell Putin zum Erpressungswerkzeug greift, wenn er sich in der Enge wähnt, demonstriert er gerade beim Transitstopp für kasachisches Öl über die Druschba-Pipeline Richtung Deutschland. Eine Randnotiz für Xi – und doch eine deutliche Warnung.

Deutschland: Der lachende Dritte? Wohl kaum

Während Moskau und Peking pragmatisch ihre Interessen verfolgen, ist Deutschland in der absurden Situation, sich selbst aus dem Spiel genommen zu haben. Die selbstverordnete Abkehr von günstigem russischen Gas hat die deutsche Industrie an die Wand gefahren – Chemiekonzerne wandern ab, der Mittelstand ächzt unter Energiepreisen, von denen chinesische Konkurrenten nur träumen. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz und Lars Klingbeil tut sich schwer, diesen ideologisch verursachten Standortnachteil zu korrigieren. Stattdessen werden über 500 Milliarden Euro an neuen Schulden ins System gepumpt, während die Konkurrenz in Asien mit billiger Energie davonzieht.

Es ist eine bittere Pointe der Geschichte: Die westlichen Sanktionen, die Russland in die Knie zwingen sollten, haben Moskau in die Arme Pekings getrieben und damit eine geoökonomische Allianz geschaffen, die langfristig deutlich gefährlicher sein könnte als ein isoliertes Russland. Der Westen hat sich selbst marginalisiert.

Was bedeutet das für Anleger?

Die Verschiebung der Energieströme nach Osten, die Erosion des Dollarsystems und die fortgesetzte Verschuldungspolitik in Berlin und Brüssel zeichnen ein Bild zunehmender geopolitischer und finanzieller Instabilität. In solchen Zeiten haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrtausende als verlässlicher Anker bewährt – unabhängig davon, welche Regierung gerade welche Pipeline blockiert oder welche Währung gerade abwertet. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit diversifiziertes Vermögen kann gerade in geopolitisch turbulenten Phasen ein stabilisierendes Element darstellen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen entsprechen ausschließlich der Meinung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen anzustellen und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen. Eine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen