
Familienbande beim rbb: Bruder von Ex-Minister Hubertus Heil wird Chefredakteur
Man reibt sich die Augen und fragt sich unwillkürlich, ob man noch in einer funktionierenden Demokratie lebt oder längst in einem Selbstbedienungsladen der politischen Klasse gelandet ist. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), jene gebührenfinanzierte Sendeanstalt, die erst vor einem Jahr durch den Gelbhaar-Skandal in eine tiefe Vertrauenskrise gestürzt wurde, hat offenbar einen neuen Chefredakteur gefunden. Und wer soll es sein? Ausgerechnet Georg Heil – der leibliche Bruder des ehemaligen SPD-Arbeitsministers Hubertus Heil.
Vom Skandal zur nächsten Personalposse
Um die Tragweite dieser Personalie zu begreifen, muss man sich die Vorgeschichte vergegenwärtigen. Im vergangenen Jahr erschütterte die sogenannte Gelbhaar-Affäre den rbb bis ins Mark. Der Sender hatte falsche Belästigungsvorwürfe gegen den Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar verbreitet – Vorwürfe, die sich als haltlos erwiesen, aber verheerende Konsequenzen hatten. Gelbhaar verlor seine bereits gesicherte Direktkandidatur im Berliner Bezirk Pankow und verzichtete sogar auf einen Listenplatz für die Bundestagswahl. Das Mandat fiel stattdessen seinem parteiinternen Rivalen Andreas Audretsch zu. Gelbhaar selbst vermutete eine gezielte Intrige aus dem Umfeld seines Konkurrenten.
Die Konsequenzen beim rbb? Die Programmdirektorin Katrin Günther und der damalige Chefredakteur David Biesinger traten von ihren Posten zurück. Ein Akt, der zumindest den Anschein von Verantwortungsübernahme erwecken sollte. Doch was nun folgt, lässt jeden Anspruch auf Erneuerung und Unabhängigkeit wie eine Farce erscheinen.
Wenn der richtige Nachname die beste Qualifikation ist
Laut Medienberichten soll der rbb-Verwaltungsrat bereits Anfang April die Ernennung Georg Heils beschlossen haben. Drei interne Quellen hätten dies bestätigt. Die offizielle Bekanntgabe sei jedoch erst für Mitte April vorgesehen – man möchte die Nachricht offenbar in einem günstigen Moment platzieren. Georg Heil leitete seit 2021 die Redaktion des investigativen ARD-Magazins „Kontraste". Im selben Jahr, wohlgemerkt, in dem die Ampel-Koalition unter Olaf Scholz an die Macht kam und sein Bruder Hubertus Heil erneut das Arbeitsministerium übernahm.
Nun mag man einwenden, Georg Heil sei ein erfahrener Journalist mit langjähriger Expertise im investigativen Bereich. Das mag durchaus zutreffen. Doch die entscheidende Frage lautet: Gab es unter 83 Millionen Deutschen wirklich keinen einzigen Kandidaten, der ebenso qualifiziert gewesen wäre – und dessen Ernennung nicht sofort den Verdacht der Vetternwirtschaft geweckt hätte? In einem Land, das sich so viel auf seine demokratischen Institutionen einbildet, sollte allein der Anschein einer solchen Verflechtung zwischen Politik und öffentlich-rechtlichem Rundfunk Alarm auslösen.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk als Versorgungswerk der politischen Klasse
Was wir hier beobachten, ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom einer tiefer liegenden Krankheit. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland, finanziert durch Zwangsbeiträge von über 18 Euro monatlich pro Haushalt, mutiert zunehmend zu einem Versorgungsinstitut für das politische Establishment. Die Verflechtungen zwischen Parteien und Sendeanstalten sind so dicht gewoben, dass von journalistischer Unabhängigkeit kaum noch die Rede sein kann. Rundfunkräte werden von Parteien besetzt, Intendanten nach politischem Proporz ausgewählt, und nun wird der Bruder eines ehemaligen Bundesministers zum Chefredakteur einer der wichtigsten ARD-Anstalten ernannt.
Der Bürger, der jeden Monat brav seinen Rundfunkbeitrag entrichtet, darf sich zu Recht fragen, wessen Interessen dieser Sender eigentlich vertritt. Die des Publikums? Oder die einer politischen Kaste, die sich den Staat – und seine Medien – zur Beute gemacht hat? Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet jener Sender, der durch die Verbreitung falscher Vorwürfe einen Politiker politisch vernichtete, nun ausgerechnet mit dem Bruder eines SPD-Spitzenpolitikers an der redaktionellen Spitze neu aufgestellt werden soll.
Doppelmoral als Geschäftsmodell
Besonders pikant wird die Angelegenheit, wenn man sich vor Augen führt, mit welcher Vehemenz der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die etablierten Medien bei anderen Parteien – insbesondere der AfD – jede noch so kleine personelle Verflechtung als Skandal inszenieren. Stellt ein AfD-Abgeordneter eine entfernte Verwandte als Büromitarbeiterin ein, wird wochenlang über Vetternwirtschaft und Korruption berichtet. Wird hingegen der Bruder eines ehemaligen SPD-Ministers zum Chefredakteur einer zwangsfinanzierten Sendeanstalt ernannt, herrscht weitgehend Schweigen im Blätterwald. Diese Doppelmoral ist so offensichtlich, dass sie selbst dem gutmütigsten Gebührenzahler irgendwann auffallen dürfte.
Die Große Koalition unter Friedrich Merz, die seit Mai 2025 regiert, hat bislang keinerlei Anstalten gemacht, an den Strukturen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks grundlegend etwas zu ändern. Dabei wäre eine tiefgreifende Reform – eine echte Entflechtung von Politik und Medien, eine Verschlankung des aufgeblähten Apparats, eine Rückbesinnung auf den eigentlichen Informationsauftrag – dringender denn je. Stattdessen dreht sich das Personalkarussell munter weiter, und die politische Klasse bedient sich ungeniert an den Fleischtöpfen des gebührenfinanzierten Systems.
Ein Vertrauensverlust mit Ansage
Der rbb hatte nach dem Gelbhaar-Skandal die historische Chance, einen echten Neuanfang zu wagen. Einen Chefredakteur zu berufen, der für Unabhängigkeit, Distanz zur Politik und journalistische Integrität steht. Stattdessen wählt man einen Kandidaten, dessen bloßer Nachname das Vertrauen in die Unparteilichkeit des Senders weiter untergräbt. Es ist, als würde man nach einem Hausbrand den Brandstifter zum Feuerwehrhauptmann ernennen – und sich dann wundern, warum niemand mehr an die Löschkompetenz glaubt.
Die Quittung für diese Arroganz wird kommen. Sie zeigt sich bereits in den sinkenden Vertrauenswerten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, in der wachsenden Zahl derjenigen, die den Rundfunkbeitrag als das empfinden, was er faktisch ist: eine Zwangsabgabe zur Finanzierung eines politischen Meinungsapparats. Und sie zeigt sich in der zunehmenden Hinwendung der Bürger zu alternativen Medien, die zumindest den Anspruch erheben, unabhängig zu berichten.
Wer den öffentlich-rechtlichen Rundfunk reformieren will, muss zuerst die Nabelschnur zwischen Politik und Sendeanstalten durchtrennen. Alles andere ist Kosmetik.
Deutschland verdient einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der seinen Namen verdient – einen, der dem Bürger dient und nicht der politischen Klasse. Die Ernennung Georg Heils zum rbb-Chefredakteur ist ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte des Versagens, diesen Anspruch einzulösen. Es bleibt zu hoffen, dass die Bürger dieses Landes irgendwann laut genug werden, um dieses System der Selbstbedienung zu beenden.

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