
Fed dreht an der Zinsschraube: Gold rutscht unter 4.300 Dollar!

Heiße Inflationsdaten, steigende Ölpreise, ein erstarkter Dollar: Zum Wochenauftakt ist der Goldpreis spürbar unter Druck geraten. Die Feinunze verlor im Londoner Handel 1,2 Prozent auf 4.296,68 US-Dollar, weil die Märkte fest mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank rechneten. Zwei Tage später hob die Federal Reserve den Leitzins dann tatsächlich an.
Drei Verlustwochen in Folge
Der Rückgang zu Wochenbeginn kam nicht aus heiterem Himmel. Schon am Freitag zuvor hatte Gold die dritte Verlustwoche in Folge verbucht. Bei den US-Terminkontrakten ging es sogar um 1,7 Prozent auf 4.335,40 Dollar abwärts.
Zusätzlich belastete der Dollar. Er kletterte auf den höchsten Stand seit über einer Woche. Weil Gold in Dollar gehandelt wird, müssen Käufer mit anderen Währungen dann mehr bezahlen.
Inflation zwingt die Notenbank zum Handeln
Auslöser war die US-Inflation. Die Verbraucherpreise zogen im August wieder an. Die Kerninflation, also die Teuerung ohne Energie und Lebensmittel, stieg so stark wie seit vier Monaten nicht mehr. Laut dem FedWatch-Tool der CME preisten Händler danach eine Zinserhöhung mit rund 89 Prozent Wahrscheinlichkeit ein. Vor den Daten waren es noch etwa 67 Prozent.
UBS-Analyst Giovanni Staunovo sagte, die Märkte hätten den Zinsschritt nach den Inflationsdaten voll eingepreist. Der erneute Anstieg der Ölpreise könne die Inflationssorgen verstärken und die Fed auf ihrem harten Kurs halten. Großbanken wie Goldman Sachs und HSBC rechneten mit einem Schritt um 0,25 Prozentpunkte. Auch von der Bank of Japan wurde eine Zinserhöhung erwartet.
Die Fed liefert: erste Zinserhöhung seit 2023
Am 16. September kam der Zinsschritt. Einstimmig mit 12 zu 0 Stimmen hob die Fed ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an. Medienberichten zufolge ist das die erste Erhöhung seit 2023, und laut den neuen Projektionen könnte noch in diesem Jahr eine weitere folgen.
Fed-Chef Kevin Warsh erklärte, die Inflation sei zu hoch, und das schon zu lange. Gold drehte daraufhin ins Minus und fiel Berichten zufolge um 1,2 Prozent auf 4.240,10 Dollar, nachdem es zuvor noch bis 4.365,57 Dollar gestiegen war. Als Preistreiber nennen Beobachter Trumps weltweite Importzölle, den Energieschock durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran und die Milliardeninvestitionen des KI-Booms. Ausgerechnet der Präsident, der niedrige Zinsen fordert, trägt aus Sicht von Kritikern also mit seiner Zollpolitik zu steigenden Zinsen bei.
Warum höhere Zinsen Gold belasten, zumindest kurzfristig
Gold gilt als Schutz vor Inflation, trotzdem schaden ihm steigende Zinsen. Das hat einen einfachen Grund: Gold zahlt keine Zinsen. Wenn Anleihen und Tagesgeld mehr abwerfen, wird es teurer, auf diese Erträge zu verzichten.
Die Geschichte zeigt aber, dass steigende Zinsen Gold nicht auf Dauer schwächen müssen. In den 1970er-Jahren stiegen Zinsen und Goldpreis gemeinsam kräftig an. Auch nach den Zinserhöhungen von 2022 und 2023 erreichte Gold später neue Rekorde.
Einordnung fĂĽr Anleger: ein RĂĽcksetzer nach dem Rekord
Ende Januar 2026 hatte Gold mit rund 5.599 Dollar ein Allzeithoch erreicht. Seitdem hat es mehr als 20 Prozent verloren. Die Landesbank LBBW sieht darin kein Ende des Aufwärtstrends. Für Gold sprächen die solide Nachfrage nach Münzen und Barren, ein knappes Angebot und ein vermutlich schwächerer Dollar.
Für Sparer in Deutschland gibt es noch einen Vorteil: Wenn der Dollar gegenüber dem Euro zulegt, fällt der Goldpreis in Euro weniger stark. Hinzu kommen die hohen Staatsschulden, auch das 500-Milliarden-Sondervermögen der Bundesregierung. Physisches Gold bleibt deshalb für viele eine sinnvolle Beimischung zur langfristigen Vermögenssicherung.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂźlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist fĂĽr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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