
Gates fordert Roboter-Steuer: "Turbulenteste Zeit der Menschheit"

Microsoft-Mitgründer Bill Gates hat am 26. August ein rund 6.000 Wörter langes Essay veröffentlicht – und darin ein düsteres Bild der KI-Zukunft gezeichnet. Der Titel: "The turbulent AI era is here." Die Kernthese: Die Menschheit steuere auf eine der turbulentesten Phasen ihrer Geschichte zu – und niemand habe einen Plan.
Millionen Jobs vor dem Aus – und keiner ist vorbereitet
Gates argumentiert, künstliche Intelligenz ersetze erstmals direkt menschliche Denkarbeit. Der Umbruch vollziehe sich deshalb nicht über Generationen, sondern binnen eines Jahrzehnts.
Betroffen seien Sachbearbeiter, Software-Entwickler – und über den rasanten Vormarsch chinesischer Robotik zunehmend auch Industriearbeiter. Medienberichten zufolge zog Gates in einem Interview mit der "New York Times" sogar einen Vergleich zur Weltwirtschaftskrise: 1933 habe die Arbeitslosigkeit in den USA bei 25 Prozent gelegen. Solche Werte erwarte er zwar nicht – doch der Effekt werde nicht nach einem Konjunkturzyklus verpuffen.
Besonders bange ist ihm laut den Berichten um junge Berufseinsteiger. Die Einstiegsjobs, an denen man früher das Handwerk lernte, seien genau jene, die eine Maschine zuerst übernimmt.
Steuern auf Roboter, Schutzzonen für Menschen
Gates' Rezepte klingen bemerkenswert für einen Tech-Milliardär. Er wirbt für ein internationales Kontrollregime nach dem Vorbild von Atomwaffen- und Luftfahrtabkommen, getragen von den USA und China.
Zweitens schlägt er einen "Human Reserved"-Bereich vor: Berufe wie Pflege, psychologische Betreuung oder ärztliche Diagnosen sollten Menschen vorbehalten bleiben. In der weitreichendsten Variante spricht er Berichten zufolge von bis zu 40 Prozent aller Jobs. Ein Roboter könnte eine unheilbare Diagnose überbringen, schreibt er sinngemäß – tun sollte er es nicht.
Drittens: Steuern auf Roboter und KI-Rechenleistung. Wer einen Menschen einstelle, zahle Lohnnebenkosten; wer eine Maschine kaufe, könne sie sofort abschreiben. Diese Schieflage will Gates korrigieren – und mit den Einnahmen Umschulungen und soziale Absicherung finanzieren.
Warum viele Leser dem Absender misstrauen
Neu ist die Idee nicht: Bereits 2017 hatte Gates eine Roboter-Steuer ins Gespräch gebracht. Neu ist die Dringlichkeit – und die Skepsis im Publikum.
In den Kommentarspalten schlägt dem Milliardär offener Argwohn entgegen. Kritiker werfen ihm vor, ausgerechnet als Miteigentümer und Profiteur der KI-Welle nun den Mahner zu geben und sich regulatorische Vorteile sichern zu wollen. Ob das zutrifft, sei dahingestellt – bemerkenswert ist, wie wenig Vertrauen große Teile der Öffentlichkeit den selbsternannten Weltrettern noch entgegenbringen.
Aus Sicht unserer Redaktion liegt der wunde Punkt woanders: Neue Steuern haben in Europa die Angewohnheit, zu bleiben – auch wenn die Krise, für die sie erfunden wurden, längst vorbei ist. Deutschland leidet nicht an zu wenig Abgaben, sondern an Bürokratie, hohen Energiepreisen und einer Politik, die Innovation lieber reguliert als ermöglicht. Wer die KI-Welle mit einer Maschinensteuer bremst, während China Fabriken vollautomatisiert, könnte am Ende beides verlieren: Arbeitsplätze und Technologieführerschaft.
Was Anleger daraus mitnehmen können
Gates' Warnung trifft einen Nerv, weil sie Unsicherheit beschreibt – politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich. Am Kapitalmarkt sind derweil gewaltige Summen in KI-Werte geflossen; Beobachter warnen längst vor Übertreibungen.
In solchen Phasen gilt, was immer galt: Streuung schützt. Physisches Gold und Silber sind kein Renditeversprechen, aber ein greifbarer, staatsferner Vermögensbaustein, der Umbrüche schon oft überdauert hat.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene Recherche und erfolgt in eigener Verantwortung.
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