
Gold springt ĂŒber 4.500 Dollar: Silber prescht vor, Fed unter Druck

Ein zahmer Inflationsbericht aus Washington hat am Mittwoch die Edelmetalle beflĂŒgelt. Der Dezember-Kontrakt auf Gold an der Comex kletterte bis auf 4.502,70 Dollar je Unze â der höchste Stand seit Mitte Juni. Silber lief dem groĂen Bruder sogar davon.
Am frĂŒhen Nachmittag in New York notierte der Terminkontrakt bei 4.473 Dollar, ein Plus von 0,7 Prozent. Spot-Gold legte zeitweise 1,6 Prozent auf 4.438,20 Dollar zu. Silber sprang an der Comex um bis zu 3,2 Prozent auf 66,98 Dollar, Platin gewann 0,9 Prozent auf 1.771,30 Dollar, Palladium 0,3 Prozent auf 1.374 Dollar.
Die Inflation kĂŒhlt â und die Zinswetten kippen
Auslöser war der US-Verbraucherpreisindex fĂŒr Juli: plus 0,1 Prozent zum Vormonat, plus 3,4 Prozent im Jahresvergleich. Die Kernrate ohne Lebensmittel und Energie stieg um 0,2 Prozent im Monat und 2,5 Prozent im Jahr â das entspricht dem langsamsten Tempo seit MĂ€rz 2021. Beide Werte trafen die Erwartungen der Ăkonomen punktgenau.
Es war bereits der zweite weiche Datenpunkt binnen einer Woche. Zuvor hatte die US-Wirtschaft im Juli 23.000 Stellen verloren. Zinsswaps preisen dem Bericht zufolge weiterhin rund 40 Prozent Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine Fed-Anhebung im September ein, fĂŒr Oktober fielen die Chancen von 75 auf etwa 60 Prozent. Die Rendite zweijĂ€hriger US-Staatsanleihen gab drei Basispunkte auf 4,18 Prozent nach.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Die Notenbank diskutiert ĂŒber höhere Zinsen, wĂ€hrend der Arbeitsmarkt Stellen abbaut. Ein klassisches Dilemma â und fĂŒr Gold, das keine Zinsen zahlt, ein doppelter PrĂŒfstein.
Der Chart-Test bei 4.500 Dollar
Ole Hansen, Rohstoffstratege bei der Saxo Bank, sieht die Erholung noch nicht bestÀtigt:
âGold has defended the downside but has yet to confirm a renewed bull-market advance."
Die UnterstĂŒtzung bei rund 4.200 Dollar werde immer wichtiger, der entscheidende Test sei die 200-Tage-Linie knapp unter 4.500 Dollar. Der Dezember-Kontrakt nahm diese HĂŒrde am Mittwoch â Spot-Gold blieb rund 80 Dollar darunter.
Hormus bleibt dicht â das Pulverfass unter dem Ălpreis
Geopolitisch bleibt die Lage angespannt. Die StraĂe von Hormus ist weiterhin blockiert, US-Rohöl pendelte um 83 Dollar je Barrel. Pakistans Verteidigungsminister erklĂ€rte am Dienstag, Washington und Teheran seien einer Art Ăbereinkunft nahe â wĂ€hrend beide Seiten öffentlich schĂ€rfere Töne anschlugen. Seema Shah, Chefstrategin bei Principal Asset Management, warnte, solange die WasserstraĂe geschlossen bleibe, blieben AufwĂ€rtsrisiken bei der Inflation ein Dauerthema.
Silber liegt 2026 trotz der Rally noch rund acht Prozent im Minus â der Kater nach dem Futures-Squeeze im Januar und dem kriegsbedingten Absturz danach. Zur Erinnerung: Laut Marktberichten markierte Gold im Januar 2026 mit ĂŒber 5.500 Dollar ein Allzeithoch, Silber sprang erstmals ĂŒber 100 Dollar. Der Markt gilt weiterhin als defizitĂ€r.
Minenaktien laufen heiĂ
Seit Ende Juli hat Gold rund neun Prozent zugelegt, Silber 13 Prozent â die Minenwerte teils das Dreifache. Eldorado Gold steht im Monat 33 Prozent im Plus, Equinox Gold 29 Prozent, Hecla, Coeur und Agnico Eagle je 27 Prozent, Newmont 26 Prozent.
Solche Hebel schneiden bekanntlich in beide Richtungen. Wer den Wertspeicher sucht, findet ihn nicht im Aktienkurs eines Minenkonzerns, sondern im Metall selbst â gestĂŒtzt von NotenbankkĂ€ufen, allen voran aus China.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren, und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Entscheidungen selbst.

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