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31.05.2026
20:22 Uhr

Görlitz: Wie die "Brandmauer" der CDU einen AfD-Sieg in letzter Sekunde verhinderte

Görlitz: Wie die "Brandmauer" der CDU einen AfD-Sieg in letzter Sekunde verhinderte

Es ist das immer gleiche Schauspiel, das sich an diesem letzten Maitag in der ostsächsischen Grenzstadt Görlitz wiederholte: Ein AfD-Kandidat liegt im ersten Wahlgang vorn, doch in der Stichwahl schließt sich das gesamte etablierte Parteiengefüge zu einem geschlossenen Block zusammen – und kassiert den Erfolg der Konkurrenz ein. Was als demokratischer Wettbewerb verkauft wird, ist in Wahrheit ein eingespieltes Manöver der Verhinderung.

Das Ergebnis im Detail

Im zweiten Wahlgang setzte sich der amtierende Oberbürgermeister Octavian Ursu mit 55,8 Prozent gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Sebastian Wippel durch, der auf 44,2 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung lag bei mageren 56,8 Prozent. Bemerkenswert: Während Ursu seine Stimmenzahl von 12.750 auf 13.986 steigern konnte, verschlechterte sich Wippel sogar – von 11.514 Stimmen im ersten Durchgang auf nunmehr 11.089.

Im ersten Wahlgang hatte Ursu mit 49,1 Prozent den Sieg nur knapp verpasst, Wippel kam damals auf 44,3 Prozent. Abgeschlagen folgten die Linken-Kandidatin Sabine Christian mit 3,4 Prozent sowie der Einzelbewerber Hagen Jeschke mit 3,2 Prozent.

Ein Kandidat, viele Parteien – das verräterische Detail

Und genau hier offenbart sich der eigentliche Kern dieser Wahl. Ursu trat nämlich nicht etwa als reiner CDU-Kandidat an, sondern als gemeinsamer Bewerber von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und mehreren lokalen Wählervereinigungen. Man lese und staune: Die Union, die im Bund den großen konservativen Reformer geben will, verbündet sich auf kommunaler Ebene klammheimlich mit ausgerechnet jenen Grünen, deren Politik sie vor Wahlen so gerne kritisiert.

Wer einen schwarz-grünen Einheitskandidaten ins Rennen schickt, sollte sich über die Verwischung politischer Grenzen nicht wundern – er hat sie selbst herbeigeführt.

Es ist die simple Arithmetik der sogenannten "Brandmauer": Sobald es nicht im ersten Anlauf gelingt, verbünden sich alle gegen den einen. Von links bis zur selbsternannten Mitte schließen sich die Reihen, und der demokratische Wettbewerb verkommt zur Formalie. Dass dabei ausgerechnet konservative Wähler von der Union mit grüner Verpackung beliefert werden, scheint im Eifer des Gefechts niemanden zu stören.

Der historische Vergleich

Schon 2019 lief das Drehbuch ähnlich ab. Damals zog Wippel mit 36,4 Prozent sogar vor Ursu (30,3 Prozent) in die Stichwahl ein. Doch auch hier sammelte der CDU-Mann am Ende die Stimmen aller ausgeschiedenen Mitbewerber ein und holte 55,2 Prozent. Das Muster wiederholt sich mit geradezu mechanischer Präzision.

Bemerkenswert bleibt: Dass eine etablierte Volkspartei selbst mit der geballten Unterstützung des halben politischen Spektrums bei einer Wahlbeteiligung von unter 57 Prozent gerade einmal 55 Prozent zusammenbringt, ist alles andere als ein Triumph. Es ist vielmehr ein Zeugnis dafür, wie tief das Vertrauen in die Altparteien gesunken ist.

Was bleibt

Für die kommenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liefert Görlitz eine Blaupause. Solange die Union bereit ist, sich mit jedem nur denkbaren Partner zusammenzuschließen, um eine bestimmte Partei zu verhindern, wird der Wählerwille zur Verhandlungsmasse. Viele Bürger – und das ist längst nicht mehr nur die Meinung einer Redaktion, sondern die Stimmung in weiten Teilen des Landes – fragen sich zu Recht, ob sich ihr Kreuz überhaupt noch lohnt, wenn das Ergebnis am Ende ohnehin im Hinterzimmer der Parteizentralen ausgehandelt wird.

In Zeiten, in denen politische Berechenbarkeit zur Mangelware geworden ist, gewinnt ein anderer Gedanke an Bedeutung: Wer seinem Vermögen ein Fundament jenseits politischer Launen geben möchte, denkt zunehmend an Sachwerte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind seit Jahrtausenden ein bewährter Anker zur Vermögenssicherung – unabhängig davon, welche Koalitionen gerade geschmiedet werden. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie eine Stabilität, die kein Wahlausgang erschüttern kann.

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