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Kettner Edelmetalle
03.08.2026
07:28 Uhr

GrĂĽner Stahl, rote Zahlen: Studie entlarvt Milliardengrab der deutschen Industriepolitik

GrĂĽner Stahl, rote Zahlen: Studie entlarvt Milliardengrab der deutschen Industriepolitik

Es ist eine jener Nachrichten, die in Berlin niemand hören will – und die doch alles über den Zustand der deutschen Industriepolitik verrät. Eine Untersuchung der Unternehmensberatung PwC kommt nach Informationen aus Düsseldorf zu einem vernichtenden Befund: Ein erheblicher Teil der deutschen Stahlproduktion werde in ihrer heutigen Form in sämtlichen denkbaren Zukunftsszenarien unwirtschaftlich sein. Nicht in einem. Nicht in zweien. In allen.

Damit steht nicht nur die Strategie einer ganzen Branche auf dem Prüfstand, sondern auch das, was die Politik in den vergangenen Jahren mit dem Geld der Steuerzahler angestellt hat. Milliardensubventionen, feierlich überreicht bei Werksbesuchen mit Schutzhelm und Fototermin, könnten sich als das entpuppen, was kritische Beobachter seit Jahren vermuten: als teuer finanzierte Illusion.

Wenn Ideologie den Taschenrechner ersetzt

Man erinnere sich: Die Umstellung der Hochöfen auf wasserstoffbasierte Direktreduktion wurde als industriepolitisches Jahrhundertprojekt verkauft. Deutschland, so das Versprechen, werde Weltmarktführer für „grünen Stahl". Der Bund und die Länder schoben Fördermilliarden über den Tisch – allein für das Duisburger Vorzeigeprojekt von Thyssenkrupp waren rund zwei Milliarden Euro an öffentlicher Unterstützung vorgesehen. Die entscheidende Frage aber stellte damals kaum jemand: Woher soll der billige grüne Wasserstoff eigentlich kommen? Und wer soll den teureren Stahl am Ende kaufen?

Wer eine Industrie subventioniert, deren Geschäftsmodell in keinem einzigen Szenario trägt, betreibt keine Strukturpolitik – sondern Sterbehilfe auf Raten.

Die Antwort war stets dieselbe: Man werde das schon irgendwie hinbekommen. Genau diese Haltung – Hoffnung als Geschäftsmodell – hat Deutschland in den vergangenen Jahren in Serie produziert. Bei der Energiewende, beim Heizungsgesetz, bei der Elektromobilität. Und nun eben beim Stahl.

Die harten Zahlen, die niemand hören wollte

Die Rechnung ist im Kern simpel und war es immer. Stahl ist ein energieintensives Massenprodukt im internationalen Wettbewerb. Wer die höchsten Industriestrompreise der westlichen Welt hat, wer CO2-Zertifikate verteuert, wer Genehmigungsverfahren über Jahre streckt und gleichzeitig auf einen Rohstoff setzt, der in ausreichender Menge und zu bezahlbaren Preisen schlicht nicht verfügbar ist, der muss sich über das Ergebnis nicht wundern. China produziert jährlich mehr als die Hälfte des Weltstahls – zu Konditionen, die deutsche Werke niemals erreichen werden.

Der europäische Grenzausgleichsmechanismus CBAM sollte dieses Problem lösen. Doch Schutzzölle machen keine Anlage rentabel, die von vornherein zu teuer produziert. Sie verteuern lediglich den Stahl für alle nachgelagerten Branchen – Maschinenbau, Automobil, Bauwirtschaft – und schwächen damit die nächste Reihe deutscher Arbeitsplätze.

Und die neue Regierung? Weiter so mit größerem Scheckbuch

Von der schwarz-roten Koalition unter Friedrich Merz hätte man einen nüchternen Kassensturz erwarten dürfen. Stattdessen: 500 Milliarden Euro Sondervermögen, Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz zementiert, und die immer gleiche Reflexhandlung, wenn eine Branche wankt – noch mehr Geld. Dass ausgerechnet ein Kanzler, der versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen, den größten Kreditrahmen der Nachkriegsgeschichte aufspannt, gehört zu den bemerkenswerteren Kapiteln deutscher Politikgeschichte.

Die Zeche zahlen jene, die sie immer zahlen: Arbeitnehmer, Sparer, Mittelständler. Über Steuern, über Abgaben – und über eine Inflation, die aus schuldenfinanzierten Konjunkturprogrammen so zuverlässig entsteht wie Rost aus Feuchtigkeit.

Was bleibt, wenn Papierversprechen verwittern

Man muss kein Pessimist sein, um zu erkennen: Eine Volkswirtschaft, die ihre industrielle Basis auf politischen Wunschvorstellungen statt auf betriebswirtschaftlicher Realität aufbaut, verliert am Ende beides – die Industrie und das Geld. Für den Bürger stellt sich damit eine sehr praktische Frage: Worauf verlässt man sich, wenn staatliche Zukunftsversprechen reihenweise als unwirtschaftlich enttarnt werden?

Physisches Gold und Silber haben in Jahrhunderten unzählige Industriezyklen, Währungsreformen und politische Fehlentscheidungen überdauert. Sie brauchen keine Subvention, keinen Förderbescheid und keine Zukunftsstudie, um Wert zu behalten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben sie ein bewährter Anker – gerade in Zeiten, in denen Milliarden mit erstaunlicher Leichtigkeit verdampfen.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion wieder und stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung dar. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene Recherche und gegebenenfalls die Konsultation qualifizierter Fachberater. Eine Haftung für Vermögensdispositionen, die auf Grundlage dieses Textes getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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