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Kettner Edelmetalle
18.05.2026
06:09 Uhr

Industrie im Sinkflug: Wie die Energiepolitik Deutschlands Wirtschaft auffrisst

Industrie im Sinkflug: Wie die Energiepolitik Deutschlands Wirtschaft auffrisst

Es sind Zahlen, die jedem wirtschaftspolitisch interessierten Bürger den kalten Schweiß auf die Stirn treiben sollten: Die energieintensive Industrie in Deutschland – das Rückgrat unserer Wertschöpfung, die Hersteller von Zement, Glas, Papier, Stahl und Chemie – hat in nur vier Jahren ein wirtschaftliches Erdbeben erlebt. Das Statistische Bundesamt vermeldete am Freitag aus Wiesbaden Zahlen, die eigentlich politische Konsequenzen erzwingen müssten: Die Produktion ist seit Februar 2022 um sage und schreibe 15,2 Prozent eingebrochen. Über 53.300 Arbeitsplätze sind verschwunden. Einfach so. Stillschweigend. Während in Berlin von „grüner Transformation“ und „Klimaneutralität bis 2045“ schwadroniert wird.

Ein Land sägt am eigenen Ast

Besonders dramatisch trifft es die Hersteller von Produkten aus Beton, Zement und Kalksandstein. Hier brach die Produktion um über 29 Prozent ein. Im gesamten Wirtschaftszweig „Glas, Keramik und Verarbeitung von Steinen und Erden“ beträgt der Rückgang ein Viertel. Papierindustrie und chemische Industrie melden jeweils Einbußen von mehr als 18 Prozent. Selbst die Metallerzeugung, einst Stolz deutscher Ingenieurskunst, verzeichnet ein Minus von rund 13 Prozent. Wer hier noch von einem vorübergehenden Effekt spricht, hat den Ernst der Lage nicht erkannt – oder will ihn nicht erkennen.

Die bittere Wahrheit hinter den Zahlen

Das Statistische Bundesamt nennt als Vergleichspunkt den Februar 2022 – jenen Monat, in dem Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine begann und die Energiepreise explodierten. Das ist die offizielle Lesart. Doch wer ehrlich ist, muss feststellen: Die hausgemachten Probleme waren längst da. Der vorschnelle Atomausstieg, die ideologisch verbohrte Energiewende, die Abschaltung verlässlicher Kraftwerke – all das hat Deutschland verwundbar gemacht wie kaum ein anderes Industrieland Europas. Die energieintensiven Branchen verbrauchen über 75,6 Prozent der gesamten in der Industrie eingesetzten Energie. Wer hier die Preise durch CO₂-Abgaben, Netzentgelte und Umlagen künstlich nach oben treibt, der zerstört planvoll die Grundlage des deutschen Wohlstands.

Wenn die Chemieindustrie hustet, bekommt Deutschland Lungenentzündung

Allein die chemische Industrie schluckt knapp 28 Prozent des gesamten industriellen Energieverbrauchs. Ein Rückgang von 18 Prozent in dieser Sparte ist kein statistisches Detail – das ist ein Alarmsignal. Wertschöpfungsketten, die über Jahrzehnte gewachsen sind, werden zerschnitten. Konzerne wie BASF verlagern Investitionen längst in die USA oder nach China, wo Energie ein Bruchteil dessen kostet, was hierzulande aufgerufen wird. Und die Politik? Schaut zu, applaudiert beim Heizungsgesetz und plant das nächste Sondervermögen.

Eine einsame Ausnahme – mit Beigeschmack

Bemerkenswert ist die Mineralölindustrie, deren Produktion im selben Zeitraum um ein Viertel zulegte. Doch wer hier triumphiert, sollte zweimal hinsehen: Es ist eine bittere Pointe, dass ausgerechnet der von grüner Politik so verteufelte fossile Sektor wächst, während die übrige Industrie schrumpft. Vielleicht, weil die Welt eben nicht so funktioniert, wie es sich Ideologen am Reißbrett ausdenken.

Die menschliche Dimension einer Fehlpolitik

Hinter jeder der 53.300 verlorenen Stellen steht ein Mensch, eine Familie, eine Existenz. Vor vier Jahren arbeiteten noch 847.700 Menschen in der energieintensiven Industrie – heute sind es nur noch 794.400. In der Papierindustrie ist der prozentuale Rückgang am stärksten ausgefallen. Diese Menschen werden nicht plötzlich in einer „grünen Vorzeigeindustrie“ neue Jobs finden. Sie werden in Frühverrentung gedrängt, in prekäre Beschäftigung abgeschoben oder müssen umziehen. Und das in einem Land, das mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen lieber Brücken neu streicht, als endlich für bezahlbare Energiepreise zu sorgen.

Was die neue Regierung versprach – und was sie liefert

Friedrich Merz versprach im Wahlkampf eine wirtschaftliche Wende. Stattdessen erleben wir die Fortsetzung der Schuldenpolitik mit anderen Vorzeichen. Die Klimaneutralität bis 2045 wurde im Grundgesetz verankert – ein Damoklesschwert über jeder künftigen Industriepolitik. Wer glaubt, mit immer neuen Auflagen, immer höheren Abgaben und immer komplizierteren Regularien lasse sich eine Industrie retten, der irrt sich gewaltig. Die nackten Zahlen aus Wiesbaden sind der ungeschönte Beleg dafür.

Eine Industrienation, die ihre energieintensiven Branchen verliert, hört auf, eine Industrienation zu sein.

Was lernt der vorausschauende Bürger daraus?

Wenn das produktive Herz einer Volkswirtschaft schwächer schlägt, wenn Arbeitsplätze abwandern und die politische Klasse nicht gegensteuert, sondern den Niedergang sogar beschleunigt, dann sollte jeder Bürger über die Sicherung seines eigenen Vermögens nachdenken. Geldwerte, die auf der wirtschaftlichen Stärke eines Landes basieren, verlieren in einem solchen Umfeld an Substanz. Sachwerte – allen voran physische Edelmetalle wie Gold und Silber – haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie auch politische und wirtschaftliche Krisen überdauern. Sie sind kein Allheilmittel, aber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine seit Generationen bewährte Versicherung gegen genau jene Fehlentwicklungen, die wir derzeit erleben.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die getroffenen Aussagen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene Recherche und Eigenverantwortung. Für individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsfragen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Berater.

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