
Kehrtwende bei BMW: Neuer Chef will China-Autos teurer machen!

Der neue BMW-Vorstandsvorsitzende Milan Nedeljković fordert höhere Preise für chinesische Autos auf dem europäischen Markt. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte er, die Preise vieler chinesischer Fahrzeuge seien nicht nach marktwirtschaftlichen Mechanismen entstanden und erzeugten dadurch enormen Druck in Europa. Die Politik müsse gegenüber Peking auf "marktadäquate Preise" pochen.
Freiwillige Vereinbarungen – oder neue Zölle
Nedeljković wirbt für freiwillige Absprachen auf Basis fairer Rahmenbedingungen. Sein unausgesprochenes Druckmittel: Andernfalls könnten weitere EU-Zölle auf chinesische Autoimporte folgen. Verhandelt werden müsse jetzt auf politischer Ebene.
"Wir stellen uns dem Wettbewerb. Aber eine Wettbewerbsverzerrung durch nicht nachvollziehbare Preise ist gefährlich", sagte der BMW-Chef.
Bemerkenswert ist der Ton, wenn man ein Jahr zurückblickt. Sein Vorgänger Oliver Zipse hatte EU-Strafzölle noch als "falschen Weg" bezeichnet und die Bundesregierung öffentlich zu einem Nein aufgefordert. Medienberichten zufolge warnte er damals, Brüssel schade damit europäischen Unternehmen und europäischen Interessen.
Wie hoch die Zölle heute schon sind
Die EU erhebt seit Ende Oktober 2024 Ausgleichszölle auf batterieelektrische Autos aus China – zusätzlich zum regulären Einfuhrzoll von zehn Prozent. Laut EU-Kommission gelten unter anderem:
- BYD: 17,0 Prozent
- Geely: 18,8 Prozent
- SAIC: 35,3 Prozent
Genau darin liegt die Zwickmühle der deutschen Hersteller: Sie produzieren selbst in China und exportieren von dort nach Europa. Jede Handelsmauer trifft am Ende auch die eigene Bilanz. Und für Autokäufer in Deutschland bedeutet weniger Preiswettbewerb vor allem eines: höhere Preise.
Und dann kommt die 35-Stunden-Woche dran
Deutlich wurde der BMW-Chef auch beim Standort Deutschland. Die seit Jahrzehnten geltende 35-Stunden-Woche nannte er "ein Hindernis für innovative neue Industrien, die im globalen Wettbewerb um Schnelligkeit stehen". Die Arbeitskosten hierzulande seien zu hoch. Die anstehenden Tarifverhandlungen in der Metallindustrie dürften damit eine Vorlage bekommen haben.
Der Vorstoß fällt in eine ungemütliche Lage. Nedeljković, seit Mai 2026 im Amt, startete Medienberichten zufolge mit einem massiven Gewinneinbruch: Im zweiten Quartal 2026 verdiente BMW nach Steuern nur noch rund 1,2 Milliarden Euro, etwa 35 Prozent weniger als im Vorjahr. Berichten zufolge sollen weltweit bis zu 8.000 Stellen wegfallen, ein freiwilliges Abfindungsprogramm laufe von Oktober 2026 bis Ende 2027.
Wenn der Wähler zum Standortproblem erklärt wird
Mit Blick auf Wahlerfolge der AfD warnte der BMW-Chef, "Rechtspopulismus und Nationalismus" seien "Gift für einen weltoffenen Wirtschaftsstandort, der vom Welthandel lebt". Wer Abschottung fordere, handle nicht im Interesse Deutschlands.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das eine erstaunliche Prioritätensetzung: Kritik an Wählern fällt offenbar leichter als klare Worte über Energiepreise, Steuerlast, Bürokratie und die europäische Regulierungsflut, die die Industrie tatsächlich erdrücken. Wer Handelsschranken gegen China verlangt und im nächsten Satz Isolationismus geißelt, muss Widersprüche erklären.
Für Sparer bleibt die Botschaft nüchtern: Deutschlands industrielles Fundament wackelt sichtbar. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten vielen als bewährter Stabilitätsanker – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, unabhängig von Quartalszahlen und Zolltabellen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir erteilen keine Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.
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