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Kettner Edelmetalle
04.06.2026
11:37 Uhr

„Keine Juden erlaubt“: Wie ein bayerisches Hotel die dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte heraufbeschwört

Es ist ein Satz, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt – und der eigentlich für immer in den Geschichtsbüchern hätte verschwinden sollen. „Tut uns leid, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt“ – mit diesen Worten soll ein Hotel im bayerischen Lam einem israelischen Touristen die Tür gewiesen haben. Der Mann wollte schlicht ein Zimmer über die Plattform booking.com buchen. Stattdessen erhielt er eine Nachricht, die wie ein böser Schatten aus den 1930er Jahren wirkt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt – der Anfangsverdacht: Volksverhetzung

Wie das israelische Generalkonsulat in München mitgeteilt habe, sei die Echtheit des Vorfalls inzwischen bestätigt. Die Israelis wandten sich an die Buchungsplattform, die das Hotel „Zum Hirschen“ daraufhin kurzerhand von ihrer Seite verbannte. Ob das Haus jemals wieder zurückkehren darf, sei derzeit offen. Die Generalstaatsanwaltschaft in München hat ein Verfahren eingeleitet – es steht der Anfangsverdacht der Volksverhetzung im Raum.

Zunächst, so heißt es, habe das Hotel die Echtheit der Nachricht bestritten. Dann jedoch habe man eingeräumt, dass ein Mitarbeiter sie verfasst habe – angeblich aus Frust über zahlreiche vorangegangene Fake-Buchungen. Eine Erklärung, die mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Denn wer aus Ärger über gefälschte Reservierungen ausgerechnet zur Religionszugehörigkeit greift, der offenbart damit ein Weltbild, das man in der Bundesrepublik längst überwunden glaubte.

Eine Entschuldigung, die alles nur schlimmer macht

Inzwischen hat sich der Betrieb beim betroffenen Gast entschuldigt und ihn sogar zu einem kostenlosen Aufenthalt eingeladen. Der Juniorchef Andreas Vogl erklärte gegenüber der dpa, Antisemitismus sei kein Teil des Weltbildes des Hauses. Es habe sich um einen „dummen Irrtum“ und „die falsche Reaktion“ gehandelt. In einer Entschuldigungs-Mail beteuerte man, die Äußerung sei nicht gegen Menschen jüdischen Glaubens gerichtet gewesen, sondern Ausdruck des Ärgers über die Fake-Buchungen.

„Die menschenverachtende Aussage ‚keine Juden erlaubt‘ lässt sich unabhängig vom Versuch ihrer Kontextualisierung keinesfalls rechtfertigen“ – so der Zentralratspräsident Josef Schuster.

Man muss kein Sprachwissenschaftler sein, um die perfide Logik dieser „Entschuldigung“ zu durchschauen: Wer Fake-Buchungen mit Juden in Verbindung bringt, der bestätigt das Vorurteil, anstatt es auszuräumen. Es ist, als würde man einen Brand mit Benzin löschen wollen.

„Sind wir wieder in den 1930er Jahren?“

Talya Lador, die israelische Generalkonsulin, fand auf der Plattform X deutliche Worte und stellte die bittere Frage, ob man sich wieder in den 1930er Jahren befinde. Sie zeigte sich erleichtert, dass booking.com das Hotel von der Seite genommen habe. Auch Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle sprach von einer „eindeutig antisemitischen Äußerung“. Der Zentralrat der Juden in Deutschland forderte eine juristische Überprüfung.

Ein Klima, das nicht vom Himmel fiel

So entlarvend dieser Einzelfall auch sein mag – er steht nicht im luftleeren Raum. Wer ehrlich auf die vergangenen Jahre blickt, der erkennt, dass der Antisemitismus in Deutschland keineswegs verschwunden ist, sondern sich vielerorts wieder ungeniert an die Oberfläche traut. Und das nicht nur in bayerischen Kleinstädten. Wer die Augen offen hält, sieht, wie sich auf deutschen Straßen, in manchen Stadtvierteln und bei diversen Demonstrationen ein Hass Bahn bricht, den eine verfehlte Politik der offenen Grenzen jahrelang ignoriert oder gar relativiert hat. Jüdisches Leben muss in Deutschland wieder selbstverständlich und sicher sein – und das ist nicht nur die Überzeugung unserer Redaktion, sondern dürfte ein Großteil der anständigen Bürger dieses Landes teilen.

Es braucht eine Politik, die solche Zustände nicht länger schönredet, sondern beim Namen nennt. Eine Politik, die das Versprechen, jüdisches Leben zu schützen, nicht zur leeren Sonntagsrede verkommen lässt. Der Fall von Lam ist ein Weckruf – und ein beschämendes Zeugnis dafür, wie weit wir uns mancherorts von den Lehren der Geschichte entfernt haben.

Wenn Vertrauen schwindet, bleibt der Sachwert

Vorfälle wie dieser zeigen, wie zerbrechlich der gesellschaftliche Konsens geworden ist und wie schnell Vertrauen erodieren kann. In unsicheren Zeiten – ob es um die Stabilität der Gesellschaft, der Politik oder der Währung geht – haben kluge Menschen seit jeher auf beständige Werte gesetzt. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten seit Jahrtausenden als verlässlicher Anker, wenn das Vertrauen in Institutionen und Papierwerte schwindet. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen können sie ein Fundament der Sicherheit bilden, das keinem politischen Zeitgeist unterworfen ist.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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