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17.02.2026
19:37 Uhr

Kinderbücher als Gefahr? Hallescher Stadtrat debattiert über Spende des Vereins Deutsche Sprache

Kinderbücher als Gefahr? Hallescher Stadtrat debattiert über Spende des Vereins Deutsche Sprache

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: In der Saalestadt Halle entbrannte im Stadtrat ein erbitterter Streit darüber, ob man Kinderbücher annehmen dürfe. Nicht etwa, weil die Bücher jugendgefährdende Inhalte enthielten, nicht weil sie zu Gewalt aufriefen oder moralisch fragwürdige Botschaften transportierten. Nein – das Problem war der Absender. Der Verein Deutsche Sprache (VDS), ein gemeinnütziger Verein mit über 36.000 Mitgliedern, der sich für die Pflege und den Erhalt der deutschen Sprache einsetzt, wollte Kinderbücher an die Stadt spenden. Und das war offenbar für Teile des Plenums eine Zumutung.

Gendern ablehnen gleich „rechtspopulistisch"?

Die Fraktion Volt / Mitbürger beantragte eine Einzelabstimmung über die Spende und scheute sich nicht, den VDS als „rechtspopulistisch" zu brandmarken. Die Begründung liest sich wie eine Realsatire: Der Verein lehne Anglizismen und sogenannte gendersensible Sprache konsequent ab. Zudem habe sich ein ehemaliges Vorstandsmitglied am vieldiskutierten Potsdamer Treffen im Jahr 2023 beteiligt. Damit war für die Fraktion offenbar alles gesagt – Kontaktschuld in Reinform.

Sarah Labusga von Volt / Mitbürger erklärte, man müsse „genau hinschauen, nicht nur, was den Kindern vorgelegt wird, sondern auch, von wem". Ihre Fraktionskollegin Maria Gringer setzte noch einen drauf und bezeichnete Grundschulen als „Schutzräume", die vor ideologischer Einflussnahme bewahrt werden müssten. Spenden seien demnach nie unpolitisch, da der Spender durch die Annahme der Stadt legitimiert werde.

Die Ironie der „Schutzräume"

Man reibt sich verwundert die Augen. Dieselben politischen Kräfte, die seit Jahren kein Problem damit haben, wenn in Kindergärten und Grundschulen Drag-Queen-Lesestunden stattfinden, wenn Kinder mit Gendersternchen und Regenbogenfibeln konfrontiert werden, wenn Schulbücher ideologisch aufgeladen werden – genau diese Kräfte entdecken plötzlich ihren Beschützerinstinkt, sobald ein Verein Kinderbücher in korrektem Deutsch verschenken möchte. Die Doppelmoral könnte kaum offensichtlicher sein.

Unterstützung erhielt die absurde Initiative ausgerechnet von Dörte Jacobi, Mitglied der Satirepartei Die PARTEI – jener Partei, die sich im hessischen Kommunalwahlkampf mit dem geschmacklosen Plakat „Kinder von AfD-Wählern: Abtreiben!" hervorgetan hatte. Jacobi argumentierte, der VDS werde auch vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache kritisiert, und betonte pathetisch: „Wie unsere Kinder gebildet werden, legt den Grundstein für die Gesellschaft. Deswegen sind es eben nicht nur Kinderbücher."

Vernunft setzt sich knapp durch

Zum Glück fanden sich im Halleschen Stadtrat noch genügend Abgeordnete mit einem Restbestand an gesundem Menschenverstand. Christoph Bergner von der CDU warf den Kritikern vor, den gesamten Verein wegen einzelner Vorfälle pauschal zu diskreditieren, und plädierte für ein breiteres Verständnis von Pluralität. Besonders deutlich wurde Tim Kehrwieder von der FDP, der der Fraktion vorwarf, eine „Kontaktschuld" konstruieren zu wollen. Sein nüchterner Kommentar: „Es ist eine Spende von Kinderbüchern. Fahren Sie mal ein Stück runter."

Kehrwieder verwies zudem auf prominente Mitglieder des Vereins. Neben dem Sportjournalisten Waldemar Hartmann gehört auch der beliebte Komiker und Schauspieler Dieter Hallervorden dem VDS an – ebenso der Musiker Hans-Jürgen Buchner und der Sänger Tobias Künzel. Allesamt keine finsteren Gestalten, sondern respektierte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Am Ende wurde die Annahme der Spende mit 28 Ja-Stimmen gegen 16 Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen beschlossen. Dass es überhaupt einer Abstimmung bedurfte, ob eine Stadt Kinderbücher eines gemeinnützigen Vereins annehmen darf, spricht Bände über den Zustand der politischen Debattenkultur in Deutschland.

Ein Symptom des ideologischen Wahnsinns

Der Vorfall in Halle ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom einer tiefgreifenden Verirrung. In einem Land, in dem laut sämtlichen Umfragen rund 80 Prozent der Bevölkerung die Gendersprache ablehnen, wird ein Verein, der sich für korrektes Deutsch einsetzt, als „rechtspopulistisch" diffamiert. Die Pflege der eigenen Muttersprache – einst eine Selbstverständlichkeit, ja eine Tugend – wird zum politischen Vergehen erklärt.

Der Verein Deutsche Sprache kämpft seit Jahren gegen die Überflutung des Deutschen mit unnötigen Anglizismen. Wo früher „Schlussverkauf" stand, prangt heute „Sale". Wo einst klare, verständliche Sätze formuliert wurden, stolpert man heute über Gendersternchen, Doppelpunkte und sprachliche Verrenkungen, die kein normaler Mensch im Alltag verwendet. Dass ein Verein, der sich gegen diese Entwicklung stemmt, als Bedrohung für Grundschulkinder dargestellt wird, offenbart das ganze Ausmaß der ideologischen Verblendung bestimmter politischer Kreise.

Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet die Fraktion Volt – eine Partei, der vielen als die noch grünere Alternative zu den Grünen gilt – hier den Vorstoß wagte. Und es ist ebenso bezeichnend, dass eine Vertreterin der Satirepartei Die PARTEI die Sache todernst nahm. Satire und Realität sind in der deutschen Kommunalpolitik offenbar längst nicht mehr zu unterscheiden.

Zurück zur Vernunft

Deutschland braucht dringend eine Rückbesinnung auf das Wesentliche. Statt sich in absurden Debatten darüber zu verlieren, ob Kinderbücher eines Sprachpflegevereins eine Gefahr für die Demokratie darstellen, sollten sich Kommunalpolitiker vielleicht einmal fragen, warum das Bildungsniveau an deutschen Schulen seit Jahren sinkt, warum immer mehr Grundschüler am Ende der vierten Klasse nicht richtig lesen und schreiben können und warum die deutsche Sprache in ihrer eigenen Heimat zunehmend unter die Räder gerät.

Dass 16 Stadtratsmitglieder in Halle tatsächlich gegen die Annahme einer Kinderbuchspende stimmten, sollte jedem zu denken geben, der sich noch einen Funken Realitätssinn bewahrt hat. Es zeigt, wie tief die ideologische Spaltung mittlerweile reicht – bis hinein in die Frage, ob Kinder Bücher in korrektem Deutsch lesen dürfen.

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