
Koalitionskrach um Alleinerziehende: Prien geht auf die SPD los

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) wirft dem Koalitionspartner SPD offen mangelnde VerlĂ€sslichkeit vor. Streitpunkt: die geplante KĂŒrzung beim staatlichen Unterhaltsvorschuss fĂŒr Alleinerziehende. GegenĂŒber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" stellte Prien klar, dass die Einsparungen bei den Familienleistungen von der gesamten Koalition beschlossen worden seien.
FĂŒr sie als Ministerin seien solche BeschlĂŒsse bindend â eine Frage politischer und rechtlicher SeriositĂ€t, wie sie sagte, und obendrein eine Frage des guten Anstands. Gute Politik brauche verlĂ€ssliche Partner, gerade bei unpopulĂ€ren Entscheidungen.
Worum genau gestritten wird
Prien hatte im Juli angekĂŒndigt, den Unterhaltsvorschuss kĂŒnftig nur noch bis zum 16. Geburtstag eines Kindes zu zahlen â bislang lĂ€uft die Leistung bis zum 18. Geburtstag. BegrĂŒndung: strenge Sparvorgaben. Medienberichten zufolge wĂ€ren rund 80.000 Kinder von der Ănderung betroffen.
Die SPD stellt sich quer. Ihr PrĂ€sidium beschloss am Montag ein Papier, das statt KĂŒrzungen hĂ€rtere Gangart gegen zahlungsunwillige Elternteile vorsieht: niedrigere HĂŒrden bei der PfĂ€ndungsfreigrenze, lĂ€ngere VerjĂ€hrungsfristen fĂŒr RĂŒckforderungen, Meldung von Unterhaltsschulden an die Schufa und eine VerschĂ€rfung im Strafrecht.
Der Fingerzeig Richtung Finanzministerium
Prien erinnerte daran, wer die Sparvorgaben ĂŒberhaupt erst gesetzt hat. Man habe sich in der Bundesregierung angesichts der Haushaltslage zu SparmaĂnahmen verpflichtet, die im Ăbrigen auch aus der SPD in LĂ€ndern und Kommunen gefordert worden seien, so die Ministerin. Die Sozialdemokraten â allen voran das SPD-gefĂŒhrte Bundesfinanzministerium â seien ausnahmslos beteiligt gewesen.
Gemeint ist Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil, der zugleich SPD-Chef ist und angesichts massiver Haushaltslöcher allen Ressorts rigorose Sparauflagen verordnet hatte. RĂŒckten dieselben Akteure nun von den eigenen BeschlĂŒssen ab, sei sie die Erste, die das begrĂŒĂe, sagte Prien â und schob nach, der Finanzminister investiere ohnehin zu wenig in die frĂŒhkindliche Bildung.
Milliarden flieĂen, kaum etwas kommt zurĂŒck
Ein Blick auf die Zahlen erklĂ€rt den Druck: Laut Bundesfamilienministerium zahlten Bund und LĂ€nder 2024 rund 3,2 Milliarden Euro Unterhaltsvorschuss â etwa 551 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor, fĂŒr rund 855.700 Kinder und Jugendliche. ZurĂŒckgeholt wurden von den sĂ€umigen Elternteilen nur etwa 545 Millionen Euro, eine RĂŒckgriffsquote von rund 17 Prozent. 40 Prozent der Kosten trĂ€gt der Bund.
- bis 5 Jahre: 227 Euro monatlich
- 6 bis 11 Jahre: 299 Euro monatlich
- 12 bis 17 Jahre: 394 Euro monatlich
Aus Sicht unserer Redaktion legt der Streit ein grundsĂ€tzliches Problem offen: Der Staat springt millionenfach ein, treibt aber nur einen Bruchteil wieder ein â und spart am Ende ausgerechnet bei den Kindern, statt den Vollzug in Ordnung zu bringen. Dass eine Koalition, die Sondervermögen in dreistelliger Milliardenhöhe beschlieĂt, ausgerechnet um zweistellige MillionenbetrĂ€ge bei Alleinerziehenden ringt, dĂŒrfte vielen BĂŒrgern schwer zu vermitteln sein.
Was der Streit ĂŒber den Haushalt verrĂ€t
Der Koalitionsvertrag "Verantwortung fĂŒr Deutschland" versprach beides: mehr Druck auf sĂ€umige Zahler und Entlastung der Alleinerziehenden. Geliefert wird bislang vor allem öffentlicher Streit. Wer die Kaufkraft seines Ersparten gegen politische UnwĂ€gbarkeiten absichern will, setzt seit jeher auch auf physische Sachwerte wie Gold und Silber â als ErgĂ€nzung eines breit gestreuten Vermögens.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere EinschĂ€tzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren.

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