
Kohle-Comeback: Die Energiewende zerschellt an der RealitÀt!

Deutschland verfeuert wieder mehr Kohle als Gas â ausgerechnet das Land, das sich so gern als Klima-MusterschĂŒler sieht. Aktuellen Marktanalysen zufolge kletterte der Kohleanteil an der deutschen Stromerzeugung im Sommer 2026 auf ĂŒber 21,4 Prozent, Gas kam zuletzt nur noch auf 16 Prozent. Auslöser sind die blockierte StraĂe von Hormus und ein Gaspreis, der so hoch liegt wie seit drei Jahren nicht mehr.
Hormus-Schock trifft das Energiewende-Land
Seit dem Krieg gegen den Iran ist die wichtigste Ăl- und Gasroute der Welt weitgehend dicht. Die Folgen spĂŒrt Europa unmittelbar: Im September stieg der europĂ€ische Gaspreis auf mehr als 80 Euro je Megawattstunde. Die USA sind inzwischen der wichtigste FlĂŒssiggas-Lieferant Deutschlands, beim Ăl und Gas sind auĂerdem Norwegen und die amerikanische Ălindustrie unverzichtbar geworden.
Medienberichten zufolge sind die deutschen Gasspeicher in diesem Jahr auĂergewöhnlich schwach gefĂŒllt. Aus der Union kam deshalb bereits der Vorschlag, Kohlekraftwerke aus der Reserve zurĂŒckzuholen. Der Slogan, Sonne und Wind schickten keine Rechnung, wirkt da fast schon wie Hohn. Die Rechnung kommt nĂ€mlich doch â spĂ€testens mit der nĂ€chsten Nebenkostenabrechnung.
Die Rechnung, die keiner hören will
Am Ende entscheidet nicht die Ideologie, sondern der Taschenrechner. Bei aktuellen Terminpreisen ergeben sich nach Branchenberechnungen ungefÀhr diese Erzeugungskosten je Megawattstunde:
- Gas: rund 165 Euro (Gas fĂŒr November bei knapp 74 Euro/MWh)
- Steinkohle: rund 100 Euro (Kraftwerkskohle 2027 bei etwa 137 Dollar je Tonne)
- Braunkohle: rund 90 Euro
Selbst mit COâ-Zertifikaten fĂŒr gut 85 Euro je Tonne bleibt Kohlestrom also deutlich billiger. Es ist bemerkenswert: Kohlekraftwerke verdienen im Schnitt erstmals seit mindestens 2024 mehr als Gaskraftwerke, also gerade die Anlagen, die Berlin ab dem kommenden Jahr mit Milliarden an Subventionen ausbauen will. Analysten rechnen damit, dass die Kohleverstromung in Europa innerhalb von sechs Monaten um ein Viertel steigt.
Gruben fluten, Atom abschalten â und dann?
Rein rechtlich soll in Deutschland spĂ€testens 2038 Schluss mit Kohlestrom sein. In Nordrhein-Westfalen will die schwarz-grĂŒne Landesregierung die Tagebaue in den kommenden Jahren fluten. Kritiker warnen, dass damit das letzte heimische Druckventil fĂŒr Krisenzeiten verschwindet, nachdem die Kernkraft bereits abgeschaltet ist und Fracking politisch tabu bleibt.
Die globale RealitÀt sieht ohnehin anders aus. Weltweit kommt noch etwa ein Drittel des Stroms aus Kohle. Fossile EnergietrÀger und Kernkraft zusammen liefern rund 86 Prozent der globalen PrimÀrenergie. Europa muss zugleich etwa 60 Prozent seiner PrimÀrenergie importieren und ist damit jeder Krise ausgeliefert.
Die Nachbarn setzen auf Kernkraft
Andere LÀnder ziehen ihre Lehren daraus. Polen plant drei AP1000-Reaktoren an der Ostsee, der erste soll ab 2036 Strom liefern. Tschechien will zwei neue Blöcke in Dukovany bauen, Frankreich setzt auf neue EPR-Reaktoren. Und Deutschland? Hier wird weiter um Heizungsgesetze und Windrad-AbstÀnde gestritten.
Die Inflationsgefahr kehrt zurĂŒck
Teure Energieimporte schlagen auf die Preise fĂŒr alles durch, vom Brötchen bis zum StahltrĂ€ger. Dazu kommt die Schuldenlast hoch verschuldeter Euro-Staaten wie Frankreich und Italien, die die EZB nach EinschĂ€tzung von Beobachtern zu neuer Geldschwemme drĂ€ngen könnte. Dass die G7 in den nĂ€chsten vier Monaten rund 100 Millionen Barrel Ăl und Ălprodukte aus ihren Reserven freigeben, zeigt deutlich, wie nervös die Regierungen sind.
Die RĂŒckkehr der Kohle ist ein Warnsignal. Wer zuverlĂ€ssige Grundlast aus politischen GrĂŒnden abschafft, merkt in der Krise schnell, was sie wert war. FĂŒr Sparer, die ihr Vermögen gegen eine neue Inflationswelle absichern wollen, können physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio eine sinnvolle ErgĂ€nzung sein. Beide Metalle haben sich ĂŒber Jahrhunderte als stabiler Wertspeicher erwiesen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen allein.












