
Krankenkassen im Luxusmodus: Millionen für Werbung, während Versicherte zur Kasse gebeten werden
Während die deutschen Krankenkassen gebetsmühlenartig nach höheren Beiträgen rufen und Politiker bereits laut über die Wiedereinführung der Praxisgebühr nachdenken, offenbart eine parlamentarische Anfrage ein erschreckendes Bild der Verschwendung. Die gesetzlichen Krankenversicherungen gönnen sich Werbekampagnen im Millionenbereich und leisten sich Verwaltungskosten, die jeden vernünftigen Bürger fassungslos machen müssen.
Über 200 Euro Verwaltungskosten pro Versicherten – ein Skandal mit Ansage
Die brandenburgische Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Oeynhausen hat mit einer Kleinen Anfrage den Finger in eine klaffende Wunde gelegt. Am Beispiel der AOK Nordost und der Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin zeigt sich, welche enormen Unterschiede bei den Verwaltungskosten existieren – und wie wenig Interesse offenbar besteht, diese zu senken.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2017 verschlang die AOK Nordost satte 217,20 Euro Verwaltungskosten pro Versicherten. Hätte die Kasse damals die Effizienz der IKK BB erreicht, die mit 149,03 Euro auskam, wären bei 1,75 Millionen Versicherten fast 120 Millionen Euro eingespart worden. Geld, das stattdessen in der aufgeblähten Bürokratie versickerte.
Die effizientesten Kassen beweisen: Es geht auch anders
Besonders pikant wird der Vergleich, wenn man über den regionalen Tellerrand blickt. Die BKK firmus kommt mit gerade einmal 83,93 Euro Verwaltungskosten pro Versicherten aus – weniger als die Hälfte dessen, was AOK Nordost und IKK BB ihren Mitgliedern abverlangen. Selbst die Techniker Krankenkasse, immerhin Deutschlands größte gesetzliche Krankenversicherung, wirtschaftet mit 109,91 Euro deutlich sparsamer.
Wie kann es sein, dass manche Kassen mehr als doppelt so hohe Verwaltungskosten haben wie andere? Die Antwort liegt auf der Hand: Es fehlt schlicht der politische Wille zur Effizienz. Warum auch sparen, wenn man die Beiträge einfach erhöhen kann?
Werbe-Millionen aus Versichertenbeiträgen
Als wären die Verwaltungskosten nicht schon ärgerlich genug, gönnen sich die Krankenkassen auch noch üppige Werbebudgets. Die AOK Nordost pumpte allein im Jahr 2020 über vier Millionen Euro in Werbemaßnahmen. Die IKK BB gab 2023 sogar 3,43 Euro pro Versicherten für Reklame aus – Geld, das eigentlich für die Gesundheitsversorgung gedacht wäre.
Man fragt sich unweigerlich: Wozu brauchen Pflichtversicherungen überhaupt Werbung? Die Bürger müssen sich ohnehin versichern – ob sie nun bunte Plakate in Fußballstadien sehen oder nicht.
Die AOK Nordost sponsert Sportveranstaltungen und wirbt großflächig, während gleichzeitig Leistungen gekürzt und Zuzahlungen erhöht werden. Ein Widerspruch, der jedem gesunden Menschenverstand spottet.
94 Krankenkassen – ein Relikt aus vergangenen Zeiten
Deutschland leistet sich derzeit 94 gesetzliche Krankenkassen. Das bedeutet: 94 Vorstände mit fürstlichen Gehältern, 94 Verwaltungsapparate, 94 IT-Systeme, 94 Marketingabteilungen. Die Leistungen sind dabei im Wesentlichen identisch – ein absurdes Konstrukt, das Milliarden verschlingt.
Kritiker weisen zu Recht darauf hin, dass die gutbezahlten Posten in Leitung und sogenannter Selbstverwaltung traditionell unter Parteifunktionären der etablierten Parteien sowie deren Vorfeldorganisationen in Gewerkschaften und Sozialverbänden aufgeteilt werden. Ein Versorgungssystem für verdiente Genossen, finanziert von den Beitragszahlern.
Das eigentliche Problem wird totgeschwiegen
Doch selbst wenn man alle Verwaltungskosten optimieren würde – das Kernproblem bleibt unbenannt: Die Krankenkassen finanzieren in erheblichem Umfang Leistungen für Menschen, die niemals in das System eingezahlt haben und dies auch künftig nicht tun werden. Die unkontrollierte Zuwanderung seit 2015 hat die Sozialsysteme an den Rand des Kollapses gebracht. Ärzte rechnen Flüchtlinge wie Privatpatienten ab – bezahlt von den gesetzlichen Kassen, nicht vom Staat.
Eine Einsparung von 20 Euro pro Versicherten würde 1,5 Milliarden Euro bringen, rechnet der Artikel vor. Das klingt nach viel, ist aber angesichts der tatsächlichen Probleme nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die wahren Einsparpotenziale liegen im zweistelligen Milliardenbereich – wenn man denn den Mut hätte, die Ursachen zu benennen.
Gesundheitsministerin Warken am Zug
Für die neue Gesundheitsministerin wären Reformen bei den Krankenkassen ein gangbarer Weg, um das Defizit zu mildern, ohne die Bevölkerung weiter zu belasten. Doch ob der politische Wille vorhanden ist, die Pfründe der Parteifunktionäre anzutasten, darf bezweifelt werden. Zu viele profitieren vom Status quo, zu wenige haben ein Interesse an echter Effizienz.
Der deutsche Bürger zahlt derweil weiter brav seine steigenden Beiträge – und darf sich von seiner Krankenkasse mit teurer Werbung erklären lassen, wie toll sie doch ist. Ein System, das nur noch als grotesk bezeichnet werden kann.
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