
Libanon: Israel lässt ganze Dörfer verschwinden — Zündstoff für Nahost

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat die Armee angewiesen, das Tempo der Zerstörungen im besetzten Süden des Libanon deutlich zu erhöhen. Medienberichten zufolge folgt der Befehl nur eine Woche auf die Anordnung, sich auf einen langfristigen Verbleib jenseits der Grenze einzurichten. Betroffen sind Ortschaften im Grenzstreifen — und, weiter nördlich, der strategisch wichtige Ali-Taher-Höhenzug.
Aus "Ingenieursarbeit" wird Flächenabriss
Offiziell geht es um die Beseitigung von "Hisbollah-Infrastruktur". Kritiker dieser Lesart wenden dem Bericht zufolge ein, dass die israelische Definition faktisch weite Teile ziviler Bebauung umfasse — mit Schwerpunkt auf schiitisch geprägten Gemeinden, aber keineswegs auf sie beschränkt.
Kleine Dörfer, die die Armee ohnehin kontrolliert, würden als "Hisbollah-Festungen" dargestellt, der Abriss als "Ingenieurstätigkeit" bezeichnet. In der Praxis, so heißt es weiter, bedeute das schwere Artillerie und zunehmend auch Brandmunition mit weißem Phosphor. Aufnahmen aus dem Ort Debel sollen zeigen, wie Militärfahrzeuge Solarpaneele zerstören.
Katz habe klargestellt, dass mehrere Ortschaften im äußersten Süden schlicht "verschwinden" müssten. Zehntausende Häuser seien in den vergangenen Monaten zerstört worden — manche Dörfer existieren nach dieser Darstellung praktisch nicht mehr.
Leben unter Besatzung: Olivenhaine hinter unsichtbaren Linien
Einige nicht-schiitische Dörfer dürfen bleiben. Doch ihre Lage ist prekär. Lokale Vertreter in Kfar Chouba berichteten demnach, die Truppen hätten gedroht: Werde auch nur ein Bewohner bewaffnet angetroffen, werde der gesamte Ort geräumt und zerstört. Eingetreten sei das bislang nicht.
Der Alltag bleibt trotzdem zermürbend. Die Wirtschaft des Dorfes lebt von Landwirtschaft und Olivenhainen — doch der Zugang zu den Feldern werde immer wieder gesperrt. Feste Regeln gebe es nicht; welche Zone gerade tabu ist, entscheiden die Soldaten. In Gebäuden im Süden des Ortes sollen sie sich selbst eingerichtet haben.
Warum der Ali-Taher-Kamm zum Schlüssel wird
Weiter nördlich hält der Beschuss des Ali-Taher-Höhenzugs an, ein größerer Bodenvorstoß blieb zuletzt aus. Der Kamm gilt als militärisch wertvoll, weil er weite Teile des nördlichen Bezirks Nabatieh überblickt — nach jetzigem Stand die nördlichste Zone, die Israel zu besetzen beabsichtigt.
Der Kontext ist brisant: Berichten zufolge errichtet die Armee eine bis zu zehn Kilometer tiefe Verteidigungslinie, von der Bewohner von mehr als 50 libanesischen Dörfern betroffen sein sollen. Die Waffenruhe gilt als brüchig; erst Mitte August wurden bei einem israelischen Angriff nach Angaben von Medien mindestens elf Menschen getötet. Eine neue Verhandlungsrunde zwischen Israel und dem Libanon soll Anfang September in den USA stattfinden.
Was das für Anleger bedeutet
Für Europa ist der Süden Libanons weit weg — die Folgen sind es nicht. Ein dauerhaft besetzter Grenzstreifen, ein politisch zerrissener Libanon und ein Iran, der im Hintergrund die Fäden hält: Das ist der Stoff, aus dem Öl-, Fracht- und Risikoprämien gemacht werden. Und während die deutsche Politik über Klimaziele und Sondervermögen debattiert, wächst am Mittelmeer ein Konflikt heran, der Energiepreise und Lieferketten jederzeit neu sortieren kann.
Geopolitische Unsicherheit war historisch stets der beste Freund des Goldpreises. Wer Vermögen über Krisen hinweg sichern will, kommt an physischen Edelmetallen als Beimischung eines breit gestreuten Portfolios schwer vorbei — sie kennen weder Ausfallrisiko noch Gegenpartei.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
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