
Machtkampf um die Fed: Trump lässt seinen Favoriten fallen

Die Personalie an der Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt nimmt eine überraschende Wendung. Was sich seit Wochen als Zweikampf zwischen zwei Kandidaten abzeichnete, könnte nun zugunsten eines Mannes entschieden sein, der für eine deutlich härtere Geldpolitik steht. Die Märkte reagieren bereits – und der Dollar legt zu.
Trumps öffentliches Lob wird zum Karrierekiller
Es war ein vergiftetes Kompliment, das US-Präsident Donald Trump seinem Wirtschaftsberater Kevin Hassett bei einer Veranstaltung im Weißen Haus machte. Der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats, lange Zeit als klarer Favorit für die Nachfolge von Jerome Powell an der Fed-Spitze gehandelt, wurde vom Präsidenten höchstpersönlich auf seinen aktuellen Posten festgenagelt. Trump lobte Hassett in den höchsten Tönen – nur um im gleichen Atemzug klarzumachen, dass er ihn genau dort behalten wolle, wo er ist.
Die Botschaft war unmissverständlich: Hassett ist zu wertvoll, um ihn an die Federal Reserve zu verlieren. Oder anders formuliert: Er ist nicht wertvoll genug, um ihn dorthin zu befördern. Die Wettmärkte haben die Zeichen sofort verstanden. Die Wahrscheinlichkeit einer Nominierung Hassetts stürzte auf magere 15 Prozent ab.
Kevin Warsh: Der Mann für härtere Zeiten
Stattdessen rückt nun Kevin Warsh in den Fokus, ein ehemaliger Fed-Gouverneur, der bereits von 2006 bis 2011 dem Gouverneursrat angehörte. Die Plattform Polymarket preist seine Ernennung mittlerweile mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent ein. Warsh hatte schon 2017 als möglicher Kandidat gegolten, unterlag damals jedoch Powell.
Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Kandidaten liegt in ihrer geldpolitischen Ausrichtung. Während Hassett als Befürworter von Zinssenkungen gilt – ganz im Sinne Trumps, der seit Jahren niedrigere Zinsen fordert – steht Warsh für eine restriktivere Geldpolitik. Eine Ironie des Schicksals: Trump könnte ausgerechnet jenen Mann an die Fed-Spitze befördern, der seinen Wünschen nach billigem Geld am wenigsten entspricht.
Märkte reagieren auf die Personalwende
Die Devisenmärkte haben die Implikationen sofort eingepreist. Der Dollar legte nach Trumps Äußerungen zu – ein klassisches Signal dafür, dass Anleger mit höheren Zinsen rechnen. Denn eine straffere Geldpolitik macht die amerikanische Währung traditionell attraktiver für internationale Investoren.
Ermittlungen gegen Powell werfen Schatten
Die gesamte Personaldebatte findet vor einem bemerkenswerten Hintergrund statt. Ende vergangener Woche wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft in Washington gegen den amtierenden Fed-Chef Jerome Powell ermittelt. Offiziell geht es um die kostspielige Renovierung zweier Notenbank-Gebäude. Kritiker sehen darin jedoch einen kaum verhüllten Angriff auf die Unabhängigkeit der Federal Reserve – mit dem Ziel, Trumps geldpolitische Agenda durchzusetzen.
Selbst unter republikanischen Senatoren stießen die Ermittlungen auf Kritik. Das könnte die Bestätigung eines neuen Fed-Chefs durch den Senat erschweren, unabhängig davon, wen Trump letztlich nominiert. Hassett selbst äußerte sich diplomatisch zu den Vorwürfen gegen Powell und bezeichnete ihn als "guten Mann", kritisierte jedoch mangelnde Transparenz bei den Kostenüberschreitungen.
Was bedeutet das für Anleger?
Die mögliche Ernennung von Kevin Warsh zum Fed-Chef hätte weitreichende Konsequenzen für die globalen Finanzmärkte. Eine restriktivere Geldpolitik würde höhere Zinsen bedeuten – schlecht für Aktien und Anleihen, aber potenziell positiv für den Dollar. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischer Spannungen gewinnen sichere Häfen wie physische Edelmetalle zusätzlich an Bedeutung als Absicherung gegen geldpolitische Verwerfungen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.
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