
Merkels später Feldzug: Die Architektin der AfD will nun verhindern, was sie selbst erschuf

Es ist ein Schauspiel von erlesener Tragikomik: Ausgerechnet jene Frau, die das politische Vakuum geschaffen hat, in dem die AfD prächtig gedeihen konnte, kündigt nun an, sie werde «alles tun», damit dieselbe Partei niemals das Kanzleramt erobere. Angela Merkel, sechzehn Jahre lang Regentin im Berliner Kanzleramt und mittlerweile Dauergast auf Bühnen, die ihre Lebensleistung in goldene Worte hüllen, hat sich auf der Digitalkonferenz Republica in Berlin wieder einmal in die Tagespolitik eingemischt – und dabei ein Bild geboten, das an Realitätsferne kaum zu überbieten ist.
Der Auftritt einer Altkanzlerin im Selbstgespräch
Auf die Frage zweier WDR-Journalisten, ob in zehn Jahren eine AfD-Kanzlerin denkbar sei, antwortete Merkel mit jener altbekannten Mischung aus moralischem Pathos und politischer Beharrlichkeit, die ihre Amtszeit prägte: Sie werde «alles tun, was in meiner Macht noch steht», damit dies nicht geschehe. Ein bemerkenswerter Satz, gesprochen von einer Politikerin, deren «Macht» offiziell längst erloschen sei – deren Einfluss in den Hinterzimmern des Berliner Polit-Establishments aber offenbar noch immer beträchtlich sein dürfte.
Merkel warnte zugleich vor Resignation angesichts der stetig steigenden Umfragewerte der AfD. «Wenn es genügend Menschen gibt, die an die Demokratie glauben – und daran glaube ich immer noch –, dann wird das nicht passieren», erklärte sie. Mit Blick auf die hohen Zustimmungswerte der Partei insbesondere in Sachsen mahnte sie, man dürfe «nicht schon Ergebnisse vorwegnehmen, die gar nicht eingetreten sind».
Die paradoxe Selbstvergessenheit
Wer Merkel zuhört, könnte glatt vergessen, wer eigentlich den Boden bereitet hat, auf dem die AfD heute blüht. Es war ihre Politik der offenen Grenzen im Herbst 2015, ihr legendäres «Wir schaffen das», ihr Linksrutsch der einstigen Volkspartei CDU, der Millionen bürgerlicher Wähler heimatlos zurückließ. Es war ihre Energiewende, ihre Atomausstiegspirouette nach Fukushima, ihr Kuschelkurs mit Brüsseler Funktionären, der konservative Stammwähler in die Arme einer neuen Partei trieb. Ohne Merkel keine AfD – das ist keine polemische Zuspitzung, sondern eine schlichte historische Beobachtung.
Nun also stellt sich dieselbe Frau hin und doziert über die Demokratie, die darauf beruhe, dass «Fakten Fakten sind» und jeder deutsche Staatsbürger Teil des Volkes sei. Die AfD, so Merkel, versuche derzeit, den Volksbegriff umzudefinieren. Ein bemerkenswerter Vorwurf aus dem Mund jener Politikerin, die den Begriff der «Alternativlosigkeit» zur Staatsdoktrin erhob und damit den demokratischen Diskurs jahrelang erstickte.
Wenn rund dreißig Prozent zur «Gefahr» erklärt werden
Die eigentliche Pointe liegt jedoch tiefer. Wenn eine Partei in bundesweiten Umfragen bei rund dreißig Prozent steht, dann handelt es sich nicht um eine Randerscheinung, sondern um den geballten Ausdruck eines verbreiteten Volkswillens. Wer in einer Demokratie ankündigt, «alles» zu tun, um eine politische Strömung dieser Größenordnung von der Macht fernzuhalten, sollte sich fragen, ob nicht er selbst es ist, der ein eigenwilliges Verständnis von Demokratie pflegt. Denn Demokratie bedeutet eben auch: aushalten, dass das Volk anders entscheidet, als es einem politischen Establishment lieb ist.
Die Kommentarspalten unter Merkels Auftritt sprechen Bände. Der Tenor: Frau Merkel solle endlich schweigen und der nachfolgenden Generation Platz machen, statt mit Brandreden zu versuchen, jenen Brand zu löschen, den sie selbst entfacht hat. Ein Leser brachte es pointiert auf den Punkt: «Hätte sie sich an die Gesetze gehalten und die Grenzen im Alleingang nicht geöffnet, gäbe es die AfD wahrscheinlich gar nicht. Jetzt ist ein Politikwechsel alternativlos – um es mit ihren Worten zu sagen.»
Ein Spiegelbild deutscher Realitätsverweigerung
Merkels Auftritt ist symptomatisch für eine politische Klasse, die sich beharrlich weigert, die Realitäten anzuerkennen. Während die Kriminalität in deutschen Städten Rekordwerte erreicht, während Messerangriffe zur traurigen Tagesnachricht geworden sind, während die Wirtschaft unter ideologisch motivierter Klimapolitik und einer Schuldenexplosion ächzt, träumen die Architekten dieser Misere weiterhin von ihrer moralischen Überlegenheit. Auch die heutige Große Koalition unter Friedrich Merz, der einst angetreten war, die Versäumnisse der Merkel-Jahre zu korrigieren, setzt mit dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen und der Verankerung der Klimaneutralität im Grundgesetz die fatale Linie ihrer Vorgängerin nahtlos fort.
Während die politischen Eliten sich gegenseitig mit Orden behängen und sich darüber empören, dass das Volk anders denkt als sie, suchen immer mehr Bürger nach Wegen, ihr Vermögen vor den Folgen dieser Politik zu schützen. Steigende Staatsschulden, drohende Inflation und politische Unsicherheit lassen viele Sparer nach krisenfesten Alternativen Ausschau halten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende hinweg als verlässlicher Hafen in stürmischen Zeiten bewährt – ein Aspekt, der angesichts der aktuellen politischen Großwetterlage an Bedeutung gewinnt und in keinem ausgewogenen Vermögensportfolio fehlen sollte.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die geäußerten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Für individuelle Anlageentscheidungen ist jeder Leser selbst verantwortlich; eine eigene Recherche sowie gegebenenfalls die Konsultation eines qualifizierten Beraters werden ausdrücklich empfohlen.

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