
Merz und der Alijew-Deal: Wenn Berlin beim Rohstoff-Poker mit dem Autokraten anbandelt

Es ist eine dieser diplomatischen Choreographien, die in ihrer sorgfältig inszenierten Wortkargheit fast schon verräterisch wirken. Am Dienstag empfängt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew im Kanzleramt – und die Bundesregierung tut alles, um bloß nicht zu viel zu verraten. Ein Vier-Augen-Gespräch soll es geben, Energie und Rohstoffe stehen auf der Tagesordnung, dazu der Friedensprozess im Südkaukasus und die große internationale Sicherheitspolitik. Klingt harmlos. Ist es aber womöglich nicht.
Ein Papier, das keiner kennen soll
Besonders pikant: Bei dem Treffen soll ein Dokument unterzeichnet werden. Nur was drinsteht? Darüber schweigt sich die Regierung beharrlich aus. Erst nach der Unterzeichnungszeremonie, so heißt es aus dem Kanzleramt, wolle man sich äußern. Man fragt sich unwillkürlich: Warum diese Geheimniskrämerei? Wenn ein Abkommen so nützlich für Deutschland wäre, würde man es doch lautstark verkünden – und nicht wie ein Staatsgeheimnis unter Verschluss halten.
Regierungssprecher Stefan Kornelius bemĂĽhte sich derweil um staatstragende Formulierungen. Deutschland sei am Friedensprozess in der Region "interessiert", dieser sei "sehr, sehr zentral" fĂĽr die Stabilisierung im SĂĽdkaukasus, so Kornelius gegenĂĽber der Nachrichtenagentur dts. Man habe ein hohes Interesse an einem "umfassenden Frieden" zwischen Aserbaidschan und Armenien und sei bereit, diesen mit beiden Partnern zu unterstĂĽtzen.
"Deutschland hat ebenfalls ein hohes Interesse, dass diese Schlüsselländer in der Nähe Irans und auch der arabischen Konfliktherde zur Stabilität in der breiteren Region beitragen können."
Vom Prinzip zur Pipeline
Erinnern wir uns: Es war einmal eine deutsche Außenpolitik, die sich rühmte, "wertegeleitet" zu sein. Menschenrechte, Demokratie, all diese hehren Vokabeln, die man gerne in Sonntagsreden bemühte. Doch wenn es ums Gas und um die begehrten Rohstoffe geht, verstummen die moralischen Prediger von einst erstaunlich schnell. Aserbaidschan, dessen Präsident Alijew das Land seit über zwei Jahrzehnten mit fester Hand regiert, ist plötzlich ein geschätzter "Partner".
Der Grund liegt auf der Hand. Nachdem Deutschland sich energiepolitisch selbst ins Knie geschossen hat – man denke an die überstürzte Abschaltung funktionierender Kraftwerke und die ideologisch getriebene Energiewende – ist Berlin nun auf Gedeih und Verderb auf neue Lieferanten angewiesen. Wer den russischen Gashahn zudreht, ohne einen belastbaren Ersatz zu haben, landet eben irgendwann beim nächsten Autokraten. Die Abhängigkeit hat lediglich ihren Absender gewechselt.
Die deutsche Rohstoff-Misere
Diese Episode führt uns die strategische Verwundbarkeit unseres Landes schmerzhaft vor Augen. Ein Industriestaat, der einst für Ingenieurskunst und wirtschaftliche Souveränität stand, muss heute bei windigen Regimen um Energie und Rohstoffe betteln. Das ist die bittere Bilanz einer Politik, die jahrelang Wunschdenken über wirtschaftliche Vernunft gestellt hat.
Und während sich Berlin in Abhängigkeiten verstrickt, stellt sich für den vorausschauenden Bürger eine ganz andere Frage: Wie schützt man das eigene Vermögen in einer Welt, in der Energie zum politischen Faustpfand wird und die Inflation durch immer neue Milliarden-Sondervermögen weiter angeheizt wird? Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie unabhängig von den Kapriolen der Tagespolitik ihren Wert bewahren. Wer sich krisenfest aufstellen will, tut gut daran, einen Teil seines Portfolios in echten Sachwerten zu halten – als solides Fundament in unsicheren Zeiten.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Jeder Anleger ist selbst verpflichtet, sich ausreichend zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich. Ziehen Sie im Zweifel einen fachkundigen Berater hinzu.

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