
„MGGA“: Trump feiert AfD-Triumph – und teilt gegen Merz aus

US-Präsident Donald Trump hat sich in die deutsche Wahlnacht eingemischt. Auf seiner Plattform Truth Social kommentierte er am Mittwoch den Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom 6. September – mit einem Slogan, der aufhorchen lässt: „MGGA“, in Anlehnung an sein eigenes „Make America Great Again“.
Am Wahlabend selbst hatte Trump lediglich einen Screenshot der Hochrechnungen gepostet. Kommentarlos. Nun folgte die Deutung – und die fiel deutlich aus.
„Sie haben es endlich satt“
„Wow! Die Populisten in Deutschland haben gerade einen wirklich großen Erfolg gefeiert“, schrieb der US-Präsident. Den Grund dafür sieht er in der deutschen Migrationspolitik:
„Sie haben es endlich satt – die absolut schrecklichen Einwanderungsregeln und -vorschriften, die Deutschland so schwer geschadet haben.“
Und weiter, in Großbuchstaben: „SIE ERHEBEN SICH und lassen sich das nicht länger gefallen! MGGA!!!“ Bemerkenswert ist die Direktheit. Trump hatte die deutsche Zuwanderungspolitik zwar oft kritisiert, sich zur AfD selbst aber nur selten konkret geäußert.
Ein Erdbeben in Magdeburg
Der Anlass ist historisch. Nach dem vorläufigen Ergebnis kam die AfD auf 43,8 Prozent – ihr bester Wert bei einer Landtagswahl überhaupt und zugleich der höchste Anteil, den eine Partei in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung erreicht hat. 2021 waren es 20,8 Prozent gewesen.
Die bislang regierende CDU stürzte von 37,1 auf 17,2 Prozent ab, ein historisches Tief. Medienberichten zufolge holte sie nicht ein einziges Direktmandat. Die Wahlbeteiligung kletterte auf einen Rekordwert von 77,8 Prozent – von Politikverdrossenheit kann keine Rede sein.
- AfD: 43,8 % (39 von 83 Sitzen)
- CDU: 17,2 % (15 Sitze)
- SPD: 9,3 %, Grüne: 8,9 %, Linke: 8,6 %
- BSW: 5,3 % – erstmals im Landtag; die FDP scheiterte mit 2,6 % an der Fünf-Prozent-Hürde
Zur Einordnung: Der Landesverband der AfD wird vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt seit 2023 als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Für die absolute Mehrheit reicht es der Partei um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nicht – die Regierungsbildung dürfte zäh werden.
Vom Hoffnungsträger zum Zielobjekt
Pikant ist der zweite Teil der Geschichte: Trumps Verhältnis zu Bundeskanzler Friedrich Merz. Zu Amtsbeginn galt der CDU-Chef in Washington als Hoffnungsträger, gerade wegen seiner bekannten Distanz zu Angela Merkel. Diese Hoffnung, so heißt es in Berichten, habe sich nicht erfüllt.
Zuletzt kühlte das Klima spürbar ab. Merz kritisierte Trump scharf, insbesondere dessen Nahostpolitik. Die Retourkutsche kam prompt: Merz „wisse nicht, wovon er spricht“, und es sei kein Wunder, dass es Deutschland „so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht“.
Was das Ergebnis über Deutschland verrät
Aus Sicht unserer Redaktion ist das Votum aus Sachsen-Anhalt vor allem eines: eine schallende Ohrfeige für die etablierten Parteien. Wenn eine Regierungspartei binnen fünf Jahren zwanzig Prozentpunkte verliert, ist das kein Betriebsunfall, sondern das Ergebnis enttäuschter Erwartungen – bei Migration, Wirtschaft und innerer Sicherheit.
Dass ausgerechnet ein US-Präsident diesen Frust so ungeschminkt benennt, dürfte in Berlin schmerzen. Die entscheidende Frage lautet nun: Zieht die Union Konsequenzen – oder verwaltet sie den nächsten Absturz?

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